Bad Neustadt

Auf dem Prüfstand: Grüngut-Sammelstellen in Rhön-Grabfeld

Gartenbesitzer, die ihren Grünabfall abgeben wollen, müssen nicht weit fahren. In Rhön-Grabfeld gibt es 88 Sammelplätze. Alle wurden nun überprüft. Aus welchem Grund?
Auch der Grünabfallplatz von Brendlorenzen wurde überprüft.
Foto: Martina Harasim | Auch der Grünabfallplatz von Brendlorenzen wurde überprüft.

In den vergangenen Wochen war er in fast allen Gemeinderatssitzungen Thema: Der Zustand des jeweiligen Grünabfall-Sammelplatzes. Denn eine Überprüfung durch das Umweltamt (Fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft) im Landratsamt hat ergeben: Von den 88 Plätzen wurden nur 22 als gut bis relativ gut bewertet. Bei 55 Plätzen ist Verbesserungsbedarf gegeben. Sechs Standorte sind umfangreich zu ertüchtigen und fünf Plätze müssen voraussichtlich verlegt werden. Diese Zahlen nannte Detlef Manger vom Umweltamt auf Nachfrage dieser Redaktion. 

Es gibt ein neues Förderprogramm

Überprüfungen der Grünabfall-Sammelplätze erfolgten regelmäßig. Die jüngste Überprüfung könnte in Zusammenhang mit einem Förderprogramm gesehen werden, das das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zum 1. Januar 2019 aufgelegt hat: Die "Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld" bietet Gemeinden die Möglichkeit, eine Förderung in Höhe von 40 Prozent für die Errichtung oder Verbesserung der Grüngutsammelplätze zu beantragen. 

Was will das Ministerium erreichen?

Laut Ministerium wird die Errichtung von Übergabepunkten für Grün- und Gartenabfälle gefördert, weil diese Abfälle Ausgangsmaterial für hochwertige Komposte sind. In Konkurrenz zu Produkten auf Torfbasis seien damit hohe Beiträge zur Klimaentlastung verbunden. Holzige Grünabfälle lassen sich zudem zu einem klimaneutralen Brennstoff aufbereiten. 

Wie Manger weiter ausführte, wurden bei der Begutachtung der Grüngutsammelplätze "die wasserwirtschaftlichen Belange abgeprüft". Der Handlungsbedarf bei den als problematisch eingestuften Sammelplätze sei sehr unterschiedlich. So könne beispielsweise eine einfache Geländemodellierung das von außen zufließende Niederschlagswasser vom Sammelplatz abfließen lassen. 

Plätze befestigen

An anderen Plätzen könne es bei stark durchlässigen Böden oder einem hoch anstehenden Grundwasserspiegel erforderlich sein, die Lagerfläche in Asphalt- oder Betonbauweise herzustellen und das hierauf anfallende Niederschlagswasser ordnungsgemäß zu sammeln, über Versickerungsmulden abzuleiten oder an einen Abwasserkanal anzuschließen. Empfohlen werde, die Lagerflächen möglichst zu befestigen, so dass die Plätze weitestgehend ohne Einschränkungen von den Bürgern genutzt werden können und auch zuverlässig geräumt werden können. Unter Umständen kann es auch nötig sein, neue Lagerplätze außerhalb wassersensibler Bereiche anzulegen. 

Die Kommunen wurden über den erforderlichen Handlungsbedarf an den Grüngutsammelplätzen in deren Gebiet sowie die Fördermöglichkeiten informiert. Auch in der Bürgermeisterdienstbesprechung am 13. November wurde das Thema behandelt, so Manger weiter.

Wer macht die Pläne?

Erforderliche Planungen hierzu würden vom Kommunalunternehmen des Landkreises erstellt. Die Stabstelle des Landkreises unterstützt die Kommunen bei der Beantragung von Fördermitteln. Darüber hinaus fördere der Landkreis auch finanziell den Bau der Grüngutsammelplätze mit 30 Prozent, höchstens mit 9000 Euro.

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