Bad Neustadt

Bienen- und Wespenstiche: Welche Tipps ein Berater gibt

Wespen und Bienen haben derzeit Hochsaison und sind nicht nur beim draußen Essen lästig. Wie kann man Stiche vermeiden und was hilft am besten, wenn es doch passiert ist?
Unliebsame Gäste in Haus und Garten: Wespen tun sich an einem Marmeladenbrot gütlich.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Unliebsame Gäste in Haus und Garten: Wespen tun sich an einem Marmeladenbrot gütlich.

Lästig sind die Wespen, die sich jetzt als ungebetene Gäste einfinden, sobald man draußen essen will. Besonders Süßes, aber auch Fleisch und Wurst ziehen sie wie magisch an. "Vor allem Ruhe bewahren", rät der Bienen- und Wespenberater Klaus Hümpfer. "Heftiges Wedeln oder Schlagen macht sie noch aggressiver."

Vermeiden ist besser als hinterher jammern, ist die Devise von Klaus Hümpfer. Beim Entfernen von Wespen- und Hornissennestern an Stellen, die für den Menschen gefährlich sind, wird er öfter mal gestochen, deshalb weiß er, wie sich das anfühlt. "Der Stich tut kurz weh, später ist der Juckreiz am unangenehmsten", berichtet er.

Nestattrappen sind nutzlos

Die sogenannten Biertischwespen leben noch bis Oktober, bis dahin haben sie ihre Nester gebaut und sich vermehrt. Die Gemeine und die Deutsche Wespe sind hier hauptsächlich vertreten, sie sind wichtige Bestandteile der Natur, weil sie Pflanzen bestäuben und viele Schädlinge im Garten vertilgen. Die Arbeiterinnen sammeln Raupen von diversen Schädlingen, Spinnen, Heuschrecken und Blattläuse, die sie zerkauen und an die Nachkommenschaft verfüttern.  

Bienen- und Wespenberater Klaus Hümpfer ist auf Märkten als Ansprechpartner gefragt, hier auf einem Markt in Bad Königshofen (Archivbild).
Foto: Regina Vossenkaul | Bienen- und Wespenberater Klaus Hümpfer ist auf Märkten als Ansprechpartner gefragt, hier auf einem Markt in Bad Königshofen (Archivbild).

Die Tiere haben sich der Zivilisation angepasst, suchen sich dunkle Bruthöhlen, die sie nicht nur in der Natur finden, sondern zunehmend auch in Rolladenkästen, unter dem Dach oder in Ecken und Nischen. Dort werden sie nicht immer geduldet, vor allem, wenn sie in der Nähe von der Küche, von Kinderzimmern oder Kindergärten und Spielplätzen ihr Nest gebaut haben. Das ist ein echtes Kunstwerk aus verarbeitetem Holzschliff und wird nur einmal benutzt. Wespen ziehen nie wieder in ein gebrauchtes Heim ein. Nestattrappen, wie sie im Handel zur Abschreckung angeboten werden, sind nutzlos, weiß Hümpfer. "Die gekauften Nester werden einfach überbaut."

Bienen hinterlassen ihren Stachel in der Haut

Die Wespen brauchen als Nahrung Eiweiß und Süßes in jeder Form, deshalb sind sie auch beim Grillen und beim Kuchenessen dabei. Die Bienen dagegen sind Vegetarier. Sie bevorzugen bei ihrer Nahrung einen höheren Zuckergehalt und pflanzliches Eiweiß, das liefern die Blüten und Pollen. Wird jemand gestochen, handelt es sich wahrscheinlich um einen Wespenstich, die Biene sticht seltener, sie verliert dabei ihren Stachel, im Gegensatz zur Wespe, die öfters stechen kann.

Beim Stich einer Biene gilt: Sofort den Stachel mit den Fingernägeln, die man wie eine Pinzette benutzen sollte,  herausziehen. Die Giftblase befindet sich nämlich am Stachel und pumpt sich in die Wunde. Sofortiges, richtiges Entfernen bedeutet weniger Schmerz und weniger Juckreiz.

In der Not hilft der eigene Speichel

Ein Wespenstich ist unangenehm, aber meistens harmlos. Die vielen Hausmittel, die hier empfohlen werden, wie Zwiebel- oder Zitronenscheibe auflegen, mit Essigumschlägen behandeln, Backpulver oder Natron mit Wasser vermengen und auftragen, wirken alle ein wenig, um Schwellungen und Schmerzen zu lindern, meint der Berater. Bewährt haben sich Eiswürfel und Kühlpads (Stofftuch drum wickeln) oder Quark frisch aus dem Kühlschrank, dann ziehen sich die Blutgefäße zusammen, so entstehen geringere Schwellungen und die Schmerzen werden als nicht so stark empfunden.

Das Gift lässt sich durch das Gegenteil neutralisieren: Wärme von 40 bis 50 Grad lässt das Eiweiß gerinnen, aus dem das Wespengift teilweise besteht. Dann ist der Juckreiz nicht mehr so stark. Ein heißer Löffel oder ein warmer Teebeutel oder Umschlag leisten hier gute Dienste, sollten aber nicht zu heiß sein, um keine Verbrennungen zu riskieren. Wenn man unterwegs ist und nichts dabei hat, gibt es laut Hümper ein probates Mittel: Spitzwegerich zerdrücken oder zerkauen und auf dem Stich verteilen, das lindert und wirkt antibakteriell. Zur Not hilft auch einfacher Speichel, der Verdunstungskälte entstehen lässt und als "erste Hilfe" jederzeit vorhanden ist.

Lieber vermeiden als hinterher jammern

Sofort reagieren und einen Arzt rufen sollte man, wenn eine Allergie vorliegt und kein Antiallergikum zur Hand ist. Das kann lebensbedrohlich werden. Allergrößte Vorsicht ist besonders bei Kindern geboten, die süße Getränke genießen. "Im Sommer nur mit Strohhalm", rät Hümpfer. Wird ein Kind in den Hals gestochen, kann es zu gefährlichen Schwellungen kommen. Bis der Arzt kommt, sollte das Kind Eis lutschen, um die Schwellung zu mindern.

"Man sollte alles tun, um Stiche zu vermeiden", so Hümpfer. Dazu gehört auch, Wespen kurzzeitig abzulenken, wenn man draußen essen will, durch ein Angebot, das sie nicht ablehnen können, wie Zuckerwasser oder Limonade. Das sollte aber nicht zur Dauereinrichtung werden.  

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