Wülfershausen

Brückenschlag mit dem Rad von Kapelle zu Kapelle

Serie Freizeittipps:  Wer auf den Radwegen im Grabfeld unterwegs ist, sollte sie sich einmal etwas genauer ansehen: die vielen Kapellen am Wegesrand.
Kurzer Halt auf der Findelbergbrücke in Saal mit ihren eindrucksvollen Heiligenfiguren: Von dort ist es nicht mehr weit zur Findelbergkirche mit ihrer Kriegergedächtniskirche.
Foto: Alfred Kordwig | Kurzer Halt auf der Findelbergbrücke in Saal mit ihren eindrucksvollen Heiligenfiguren: Von dort ist es nicht mehr weit zur Findelbergkirche mit ihrer Kriegergedächtniskirche.

Bei einer Radtour durch das Grabfeld ist es immer lohnenswert, den einen oder anderen Halt einzulegen. So gibt es vielerorts von der Grabfeld-Allianz angelegte Rastmöglichkeiten, die in reizvoller Umgebung zum Verweilen einladen. Oder interessante Ausblicke wie zum Beispiel von der Sambachsteige, der Völlburg bei Herbstadt oder dem Lahnberg ganz in der Nähe der  Radweg-Verbindung Eyershausen-Herbstadt.  Aber auch auf diejenigen, die sich mehr für Kulturelles interessieren, warten etliche Sehenswürdigkeiten. Neben Kirchen oder Schlössern  sind es die vielen Kapellen, die oft etwas versteckt an der Wegstrecke liegen. Auch wenn sie in der Regel verschlossen sind, gibt es auf Schautafeln oft interessante Beschreibungen zu ihrer Geschichte.

Hinauf zum Findelberg

Wir starten die Tour in Wülfershausen, wo schon nach wenigen Metern die erste Kapelle auf eine kleine Erkundung wartet: die Friedhofskapelle St. Stephanus, ein spätromanisches Langhaus aus dem 13. Jahrhundert am Friedhof. Interessant ist ein Grabstein an der südlichen Langhauswand. Dort ist zu lesen, dass 1568, „der ehrsamzüchtige Junggesell Gulman von Wirtzburg, der den Beruf eines Müllers hatte, gestorben ist.“

Die Stephanuskapelle bei Wülfershausen.
Foto: Hanns Friedrich | Die Stephanuskapelle bei Wülfershausen.

Die Kapelle wird heute für Gottesdienste und Andachten genutzt. Weiter geht es zunächst ein Stück an der Fränkischen Saale entlang und dann hinauf zum Wallfahrtsort Findelberg bei Saal mit seinen umliegenden Grotten und einer kleinen Kapelle mit Votivgaben. Außerdem gibt es dort eine Kriegergedächtniskapelle. Schon 1445 gab es Wallfahrten zum Findelberg. Die ursprüngliche Kirche wurde 1499, die heutige Kirche 1785 errichtet.

Kreuzkapelle an der B 279

Über teils  geschotterte Wege geht es von Saal aus weiter nach Großeibstadt. Dort steht am Ortsrand direkt an der B 279 die Kreuzkapelle.  Der spätbarocke Bau ist aus dem Jahr 1758 datiert. Abgeschlossen wird er durch ein schmiedeeisernes Gitter. Einer Sage nach soll sich dort vor Jahrhunderten im Dachboden einmal eine Räuberbande versteckt gehalten haben.

Die Kreuzkapelle bei Großeibstadt.
Foto: Hanns Friedrich | Die Kreuzkapelle bei Großeibstadt.

Auf der ehemaligen Bahnlinie, dem heutigen Dr. Fritz-Steigerwald-Weg, führt die Route nach Kleineibstadt. Etwas abseits des Weges, aber mit dem Fahrrad gut zu erreichen, steht die Marienkapelle. Sie ist eine Erinnerung an die Vermissten und Gefallenen der Weltkriege und wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Interessant sind die sieben Kapellenfenster und die Innenausstattung.

Weiter zur Schutzmantelkapelle

Wenige Kilometer weiter, etwas unterhalb des Judenhügels bei Kleinbardorf, lohnt ein Halt an einer weiteren kleinen Kapelle, dem sogenannten Annabild. Von dort hat man einen sehr schönen Blick in die Grabfeldlandschaft über Bad Königshofen hinaus bis nach Thüringen. Über den neuen Radweg Kleinbardorf- Merkershausen kommt schließlich die letzte Kapelle in Sicht, der wir bei dieser Tour einen Besuch abstatten: die  Schutzmantel- oder Schwedenkapelle zwischen Merkershausen und Bad Königshofen.

Darstellung in der Schutzmantelkapelle bei Merkershausen. Das Altarbild zeigt Maria als „Schutzmantelmadonna“ , die unter ihrem Mantel die Bevölkerung von Merkershausen aufnimmt.
Foto: Hanns Friedrich | Darstellung in der Schutzmantelkapelle bei Merkershausen. Das Altarbild zeigt Maria als „Schutzmantelmadonna“ , die unter ihrem Mantel die Bevölkerung von Merkershausen aufnimmt.

Um sie rankt sich die Sage, dass die Schweden das Dorf plünderten und niederbrannten. Zwei Mädchen sollen sich hinter einem Busch versteckt haben. Sie gelobten, dass, wenn die Schweden sie nicht finden und ermorden, sie einen Bildstock hier als Dank an die Gottesmutter aufstellen wollen. Später wurde dann eine Kapelle gebaut.

Die Marienkapelle oberhalb von Kleineibstadt. Sie erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege.
Foto: Alfred Kordwig | Die Marienkapelle oberhalb von Kleineibstadt. Sie erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

Neben den erwähnten Kapellen gibt es im Grabfeld einige weitere, die einen Abstecher lohnen, zum Beispiel die Vierzehnheiligenkapelle bei Sulzfeld oder die Ursulakapelle bei Alsleben mit dem benachbarten Naturfriedhof, von wo aus man einen weiten Blick hinein ins Grabfeld hat. Besonders  bequem ist das Abfahren der Kapellen mit dem E-Bike. Ausleihmöglichkeiten gibt es unter anderem im Haus des Gastes in Sulzfeld.

Mit Material von Hanns Friedrich, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Bad Königshofen.

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