Bad Neustadt

Der jüdische Friedhof ist ein Stück Heimat

Das religiöse und emotionale Verhältnis zum Begräbnisort unterscheidet sich im Judentum wesentlich von christlichen Einstellungen. Neun jüdische Friedhöfe im Kreis Rhön-Grabfeld geben Aufschluss über diese Bestattungskultur.
Ort des Friedens: Der jüdische Friedhof wird im Hebräischen „Beth Hachaim“ = Haus des Lebens, „Beth Olam“ = Ewiges Haus, Haus der Gräber oder „Guter Ort“ genannt. Diese Bezeichnungen drücken aus, was der Friedhof im Judentum ist – ein Ort der Ruhe, auf dem die Toten ungestört dem jüngsten Tag, an dem der Messias kommt, entgegenschlafen. Im Bild der Friedhof von Neustädtles/Willmars.
Foto: Reinhold Albert | Ort des Friedens: Der jüdische Friedhof wird im Hebräischen „Beth Hachaim“ = Haus des Lebens, „Beth Olam“ = Ewiges Haus, Haus der Gräber oder „Guter Ort“ genannt. Diese Bezeichnungen drücken aus, was der Friedhof im Judentum ist – ein Ort der Ruhe, auf dem die Toten ungestört dem jüngsten Tag, an dem der Messias kommt, entgegenschlafen. Im Bild der Friedhof von Neustädtles/Willmars.

Es gibt in Bayern noch 123 jüdische Friedhöfe, davon 48 in Unterfranken. Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind es noch neun. Die meisten der noch erhaltenen älteren Friedhöfe in Unterfranken sind, wie überall in Mitteleuropa, im 16. und 17. Jahrhundert gleichzeitig mit dem Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden nach deren gewaltsamer Auflösung im 14. und 15. Jahrhundert entstanden. Auf Grund der alten Vorurteile war das Anlegen jüdischer Friedhöfe nicht überall möglich, so dass sogenannte Bezirksfriedhöfe, wie im heutigen Landkreis Rhön-Grabfeld in Kleinbardorf, eingerichtet wurden. Auf diesen wurden dann die Toten ...

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