Wollbach

Diebstahl von Autoteilen aus Wollbacher Garage wirft viele Fragen auf

Die Ganoven klauten unter anderem die Autotüren, die Motorhaube und die Rücksitzbank eines Lancia. Besteht ein Zusammenhang mit dem Diebstahl von Auto-Innenteilen am Kreuzberg?
Ganoven drangen in eine Garage in Wollbach ein (Symbolbild Einbruch) und klauten an einem Lancia Ypsilon unter anderem die Türen, Motorhaube und Rücksitzbank. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Diebstahl von Auto-Innenteilen am Kloster Kreuzberg? 
Foto: Silas Stein (dpa) | Ganoven drangen in eine Garage in Wollbach ein (Symbolbild Einbruch) und klauten an einem Lancia Ypsilon unter anderem die Türen, Motorhaube und Rücksitzbank.

Mit zwei nicht alltäglichen Diebstählen aus Autos hatte es die Polizei Bad Neustadt in letzter Zeit zu tun. In der Nacht von Freitag, 21., auf Samstag, 22. August, wurden Auto-Innenteile im Wert von rund 8000 Euro aus einem sehr hochwertigen Automodell gestohlen, das auf einem kleinen Parkplatz für Hausgäste des Klosters Kreuzberg unterhalb des Hauptgebäudes stand. Der zweite Diebstahl ereignete sich zwischen Samstag, 15., und Dienstag, 25. August, im Häfnerweg in Wollbach, unweit des Rathauses. Ganoven waren in eine Garage eingedrungen und bauten aus einem dort stehenden Lancia Ypsilon unter anderem alle Türen, die Rücksitzbank und die Motorhaube aus. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang?

Polizeihauptkommissar Thomas Fuchs, der der Ermittlungsgruppe angehört, berichtet auf Nachfrage dieser Redaktion über einen "sehr speziellen und völlig atypischen Fall" in Wollbach. "Normalerweise werden beispielsweise Navigationsgeräte und Airbags aus viel teureren Autos gestohlen. Und nicht wie hier sogar die Türen oder die Rücksitzbank aus einem Kleinwagen." Weitere Aspekte sind ebenfalls ungewöhnlich: Der oder die Täter haben das Auto ohne Beschädigung aufbekommen und die gestohlenen Autoteile wurden fachgerecht ausgebaut, ohne jeden Schaden. Das spräche dafür, dass die Teile wiederverwendet werden sollen, erklärt Fuchs. Wie sie das alles geschafft haben? "Es ist uns noch ein Rätsel, wie alles vor sich ging", sagt der Polizist.

Die mindestens zwei Täter setzten sich einer hohen Gefahr aus

Die Garage ist eine von gleich fünf auf einem Anwesen im Häfnerweg und von der Straße aus einsehbar. In direkter Nähe befinden sich Häuser und das Rathaus von Wollbach. Also mitten im Dorf. Die Täter setzten sich einer hohen Gefahr aus, entdeckt zu werden. "Es müssten mindestens zwei Täter gewesen sein", berichtet Fuchs. Darauf könne von der nötigen Arbeitsweise her geschlossen werden. Die Täter knackten das Vorhängeschloss am Tor der Garage, entsprechendes Werkzeug zum Ausbauen der Teile müssen sie dabeigehabt und anschließend wieder mitgenommen haben. Wie sie alles wegtransportiert haben, ist derzeit noch unklar.

Zudem stellt sich den Ermittlern die Frage, ob alles auf einmal gestohlen wurde oder ob die Täter mehrmals vor Ort waren und warum sie gerade eine Rücksitzbank haben mitgehen lassen. Die Spurensicherung war zwar vor Ort und habe Spuren sicher können. Die Auswertung dauere aber etwas, mehr ließe sich noch nicht sagen. Eine Befragung von Anwohnern habe keine Erkenntnisse geliefert, niemand habe etwas gesehen oder gehört. "Die Polizei ist auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen", appelliert Fuchs an die Wollbacher.

Die Täter müssen über Insiderwissen verfügt haben

Was hingegen feststeht: Sie müssen über Insiderwissen verfügt haben. "Von außen kann nicht gesehen werden, was in den einzelnen Garagen ist. Die Täter haben gezielt die Garage mit dem Lancia angegangen, an den anderen gab es keine Spuren. Sie müssen also gewusst haben, dass in genau dieser Garage dieser Autotyp steht", erklärt Fuchs.

Einen Zusammenhang mit dem Diebstahl am Kreuzberg sieht der Hauptkommissar nicht: "Da gibt es definitiv keinen. Am Kreuzberg war es ein anderer Fahrzeugtyp aus einem ganz anderen Preissegment." Da an dem Gestohlenen in Wollbach nicht viel zu verdienen sei, sei eine überregional agierende Bande auszuschließen, resümiert Fuchs. 

Polizeihauptkommissar Thomas Fuchs bittet alle Wollbacher und vor allem die Anwohner des Häfnerweges, noch einmal in sich zu gehen, ob sie im Zeitraum 15. bis 25. August nicht doch etwas Verdächtiges gesehen oder gehört haben. Hinweise an die Polizei Bad Neustadt unter Tel.: (09771) 6060.

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