Bad Neustadt

Gewalt gegen Frauen: Landkreis stockt Hilfen auf

Mehr Personal und Beratung auch am Landratsamt Rhön-Grabfeld. Der Schweinfurter Verein "Frauen helfen Frauen" kann seine Arbeit intensivieren.
Gewalt gegen Frauen dürfte auch wegen der Corona-Pandemie zunehmen. Der Landkreis verstärkt nun die Beratung für Frauen, die Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt wurden. Die Beratung soll in Zukunft auch vor Ort am Landratsamt Rhön-Grabfeld erfolgen können, nicht nur in Schweinfurt, wo der Verein 'Frauen helfen Frauen' sitzt.
Foto: DPA/Maurizio Gambarini | Gewalt gegen Frauen dürfte auch wegen der Corona-Pandemie zunehmen. Der Landkreis verstärkt nun die Beratung für Frauen, die Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt wurden.

Der Landkreis will die Hilfe für Frauen verstärken, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind. Ambulante Hilfs- und Beratungsangebote dazu werden seit 2008 vom Verein Frauen helfen Frauen in Schweinfurt gemacht, der auch das Schweinfurter Frauenhaus betreibt. Finanziert wird es von den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Schweinfurt Stadt und Land sowie vom Landkreis Rhön-Grabfeld.   

Dieses Angebot soll nun intensiviert werden, nachdem die so genannte Istanbul-Konvention den Zugang zu Diensten verlangt, die einer Genesung nach Gewalt erleichtern. Diese Konvention hat die Bundesrepublik 2017 mitunterzeichnet. Nicht nur die Errichtung von Frauenhäusern, auch die Bereitstellung von bedarfsgerechten Beratungsdiensten ist somit keine freiwillige, sondern verpflichtende Aufgabe. Entsprechend hat auch er Freistaat seine Förderung solcher Beratungseinrichtungen erhöht.  

Mehr Fachkraftstellen

Bisher wurden eineinhalb Fachkraftstellen finanziert für die Hilfe bei sexueller beziehungsweise häuslicher Gewalt. Die neue bayerische Förderrichtlinie schreibt eine Mindestausstattung mit zwei Fachkraftstellen vor. Deswegen und weil zukünftig auch eine dezentrale Beratungen an den Landratsämtern erfolgen soll, ist eine Überarbeitung der Vereinbarung mit dem Verein "Frauen helfen Frauen" nötig. Bereits Ende 2019 hatte der Kreistag für die dezentrale Beratung einen Zuschuss von 8000 Euro beschlossen, der 2020 jedoch nicht ausgeschöpft werden konnte.    

Was die Sachkosten-Pauschalen anbelangt, sieht man ebenfalls Justierungsbedarf in der Vereinbarung. Zukünftig sollen die Sachkosten in einem Kosten- und Finanzierungsplan dargestellt werden. Die Gesamtkapazität beträgt 3,25 Stellen. Der Kreisausschuss ermächtigte in seinem Beschluss den Landrat, zusammen mit den anderen Kommunen eine neue Vereinbarung auszuarbeiten. 

Einstimmiges Lob aus dem Kreistag

"Wir begrüßen dies außerordentlich", so Brigitte Reder-Zirkelbach von den Grünen. Sie freute sich über die Einsicht, dass es hier einer professionalisierten Hilfe für die Opfer bedarf. "Der Bedarf wird sich, auch durch die Corona-Pandemie bedingt, noch erhöhen", befürchtet Reder-Zirkelbach. Auch Landrat Thomas Habermann ist froh, dass es zu einer "quantitativen wie qualitativen Verbesserung" komme auch durch die dezentrale Versorgung.    

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