Burgwallbach

Günther Schäfer gestorben: Ein großer menschlicher Verlust

Günther Schäfer kurz vor seinem 69. Geburtstag verstorben. Er war Fußball-Torwart
und Schiedsrichter mit Leib und Seele. Und ein leidenschaftlicher Musikant.
Weit über seinen Heimatort Burgwallbach hinaus war Günther Schäfer als untadeliger Sportsmann und engagierter Musikant beliebt und geschätzt. Kurz vor seinem 69. Geburtstag ist er an den Folgen einer schweren Erkrankung am vergangenen Samstag verstorben.
Foto: Bildrechte: Harald Schreiber | Weit über seinen Heimatort Burgwallbach hinaus war Günther Schäfer als untadeliger Sportsmann und engagierter Musikant beliebt und geschätzt. Kurz vor seinem 69.

"Aufrecht, zuverlässig, zupackend", so beschreiben Freunde, Kollegen und langjährige Wegbegleiter den Burgwallbacher Günther Schäfer. Am vergangenen Samstag ist er kurz vor seinem 69. Geburtstag an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben. Seine Ehefrau Renate, seine Tochter und die zwei Enkelkinder, seine hoch betagte Mutter, seine fünf Geschwister mit ihren Familien sind über seinen Tod genauso tief bestürzt wie viele Freunde und Bekannte aus seinem Heimatdorf und weit darüber hinaus.

Günther Schäfer habe sich überall dort, wo er Verantwortung mitgetragen habe, großartige Verdienste erworben, das ist die übereinstimmende Meinung vieler seiner Weggefährten, die ihn über lange Jahre kannten und seine engagierte Art schätzten. Seine ausgleichende Art, seine Fairness habe ihn immer ausgezeichnet, seine organisatorischen Fähigkeiten hätten ihn in der Gemeinschaft oft unverzichtbar gemacht.

Damals einer der besten Torhüter in der Rhön

Günther Schäfer stammt aus Leutershausen. Dort wuchs er im Kreis seiner drei Brüder und zwei Schwestern als Zweitältester auf, sodass er auch schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister übernahm. Neben Schule und Berufstätigkeit als gelernter Dreher war der Sportplatz der DJK eines seiner beliebtesten Freizeitobjekte.

Als Fußballer der DJK machte er sich schon bald einen Namen. Das setzte sich fort, als er nach seiner Heirat vor 46 Jahren in Burgwallbach seinen Lebensmittelpunkt fand. Beim SV Burgwallbach galt er als Tormann lange Jahre als Institution. Er hatte großen Anteil am Erfolg des früheren Bezirksligisten, was ihm seine damaligen Mitspieler auch heute noch respektvoll bescheinigen: "Der Günther war sicher einer der besten Torhüter damals in der Rhön." Seine Aufgeschlossenheit und seine Fairness brachten ihm auch besonderen Respekt bei seinen Mitspielern und Sportkameraden ein.

25 Jahre Torwarttrainer beim VfL Bad Neustadt

Genauso standfest als Sportler gestaltete sich auch sein Berufsleben. Nach seiner Ausbildung bei der ehemaligen Firma Bayerische Stahlgeschirrwerke arbeitete er mehr als vier Jahrzehnte bis zum Eintritt ins Rentenalter bei der Firma Siemens in Bad Neustadt als Einrichter. Seine große Leidenschaft, das Fußballspiel, führte ihn schließlich Anfang der 90er Jahre zum VfL Bad Neustadt, wo er als Torwarttrainer 25 Jahre lang tätig war.

Nebenbei half er bereits 30 Jahre bei der Organisation der Skifreizeiten für den Verein. Auch die bevorstehende Skisaison hatte er bereits ausführlich geplant. Seinem SV Burgwallbach blieb er als Schiedsrichter treu, vor einem Jahr wurde ihm von der Schiedsrichtergruppe Bad Neustadt das Goldene Ehrenzeichen verliehen, für 35 Jahre aktive Tätigkeit ernannten ihn die Kolleginnen und Kollegen zum Ehrenschiedsrichter.

Immer den richtigen Draht zu den Spielern und Zuschauern

Von Schiedsrichter-Obmann Harald Schreiber wird der Verstorbene, der auch zum  "Schiedsrichter des Jahres 2019" gewählt wurde, als "absolut Fußball-Verrückter im positivsten Sinn" bezeichnet. Schreiber hob damals bei der Auszeichnung hervor, dass Günther Schäfer nicht nur als Referee und Schiedsrichterassistent "herausragende Leistungen" gezeigt, sondern auch "sehr aktiv als Mitglied der Vorstandschaft und als Coach der ,Schiedsrichter-Mannschaft' gewirkt hat." Der Verstorbene hinterlasse nicht nur sportlich, sondern vor allem auch menschlich eine große Lücke.

1984 legte er die Schiedsrichterprüfung ab, von der Jugend bis zur Bezirksoberliga hatte er nahezu 2000 Einsätze als Referee und Schiedsrichterassistent, so seine stolze Bilanz. Sein kompetentes Fachwissen war unbestritten. Doch diese Fähigkeit allein war es nicht, die ihn zum Ausnahme-Schiri machte. "Günther war, egal, wo er auf dem Spielfeld stand, Garant für eine souveräne Spielleitung. Er fand zu Spielern und Zuschauern den richtigen Draht", lobt Schreiber.

Gerne hat Günther Schäfer auch von seinem wohl denkwürdigsten Spiel erzählt. Der VfL Bad Neustadt und der SV Burgwallbach hatten sich in der A-Klasse Rhön (heute Kreisliga) in der Saison 1982/83 ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert und waren punktgleich (47:13) durchs Ziel gegangen. Das erforderliche Entscheidungsspiel um die Meisterschaft damals am Sonntag, 19. Juni 1983, in Reichenbach mobilisierte die Massen - 2500 Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Kulisse. Auf dem Rasen gab's ein 5:3-Happy-End für den VfL. "Wahnsinn", zeigte er sich damals im Rückblick von der Atmosphäre beeindruckt. "Die größte Kulisse, vor der ich jemals gespielt habe." Die hatte ihn sichtlich beeindruckt. "Von den fünf Gegentoren gingen zwei auf meine Kappe. Mindestens", hatte er selbstkritisch, mit einem Schmunzeln und ehrlich festgestellt.

Besondere Liebe zur Musik

Aber auch für seine besondere Liebe zur Musik nahm sich Günther Schäfer immer wieder viel Zeit. Im Kindesalter erlernte er das Spielen auf dem Tenorhorn, verstärkte die Musikkapellen zunächst in Leutershausen, dann in Burgwallbach. In diesem Jahr konnte er bereits auf 60 Jahre aktiver Musikantentätigkeit zurückblicken. Seit 1975 gehörte er der Musikkapelle in Burgwallbach an, war von Anfang an in verschieden Funktionen in der Vorstandschaft tätig, lange Jahre als Notenwart, drei Jahre lang als 2. Vorsitzender und von 1996 bis 2008 zwölf Jahre lang als 1. Vorsitzender.

Darüber hinaus kümmerte er sich liebevoll um Jubilare und Geburtstagsständchen im Dorf, niemand durfte vergessen werden. Da konnten sich alle Vereinsgemeinschaften auf ihn felsenfest verlassen. Dies bescheinigen ihm auch vor allem seine Kollegen vom Stammtisch Mediziner, für die er ebenfalls immer wieder gesellige Zusammenkünfte mitgestalten half.Für den Jahresterminkalender der Burgwallbacher Vereinsgemeinschaften übernahm er die Hauptverantwortung.

Günther Schäfer wird auf dem Friedhof in Burgwallbach seine letzte Ruhestätte finden.

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