Meiningen

Schmalkalden-Meiningen: Britische Mutation auf dem Vormarsch

Landkreis bleibt Corona-Hot-Spot in Deutschland. Rund 30 Prozent aller positiven Fälle sind laut Landratsamt der stark ansteckenden Mutation B.1.1.7 zuzuordnen.
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind die Infektionszahlen unverändert hoch.  Eine Ursache sieht das Landratsamt in der starken Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante.
Foto: Uwe Anspach, dpa | Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind die Infektionszahlen unverändert hoch.  Eine Ursache sieht das Landratsamt in der starken Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 245,0 zählt der Landkreis Schmalkalden-Meiningen weiterhin zu den größten Corona-Hot-Spots in Deutschland. Der Krisenstab des Landkreises führt das weiterhin hohe Niveau der Neuinfektionen neben Nachlässigkeiten bei der Einhaltung der Corona-Regeln vor allem auf die starke Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante zurück, wie das Landratsamt des Nachbarlandkreises mitteilt.

„In der vergangenen Woche wurden alle PCR-Tests, die zur Analyse ins Labor nach Ritschenhausen gebracht worden sind und entsprechende Ct-Werte aufwiesen, auch sequenziert. Inzwischen ist bekannt, dass rund 30 Prozent aller positiven Fälle der britischen Mutation B.1.1.7 zuzuordnen sind“, wird Dr. Jana Oechel, Ärztin im Gesundheitsamt, in der Pressemitteilung zitiert. "Die britische Variante gilt nach ersten Studien als deutlich schneller und häufiger ansteckend, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben teilweise Inkubationszeiten von 48 Stunden", so Oechel. Das bringe eine ganz neue Dynamik in das Fallgeschehen.

Schwere Krankheitsverläufe auch bei jungen Menschen

Auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen müssten mit schweren Krankheitsverläufen teilweise stationär behandelt werden. „Wir appellieren daher dringend noch einmal an die Bevölkerung: Nehmen Sie das Virus ernst und halten Sie sich an die Regeln“, so die Ärztin. Insgesamt wurden im Landkreis bis Dienstag, 2. März, Stand 10 Uhr, 71 Fälle der britischen Mutation nachgewiesen, in einem Fall habe das Labor die brasilianische Mutation bestätigt.

Bei nachgewiesenen Mutationen erfolgt eine Quarantäne für Indexfälle und Kontaktpersonen der Kategorie 1 für jeweils 14 Tage. „Aufgrund der schwierigen Lage testen wir im Gesundheitsamt seit einigen Wochen wieder alle Kontaktpersonen vor Ablauf der Quarantäne – auch asymptomatische Kontaktpersonen. Diese Entscheidung hat sich bewährt, 19 Prozent dieser Abstriche waren positiv“, berichtet die Ärztin im Gesundheitsamt.

Falschbehauptungen, wonach das Gesundheitsamt mehrfach getestete Personen doppelt zählt, weist Dr. Oechel zurück. „Jeder Infizierte wird nur einmal gezählt. Eine Ausnahme sind Menschen, die sich innerhalb von mehreren Monaten wiederholt infizieren, weil sie offenbar keine Antikörper gebildet haben. Hier gab es bereits sechs Fälle“, heißt es in der Mitteilung.

Schnelltests nur mit geringem Einfluss auf die Inzidenz

Einen geringen Einfluss auf die Inzidenz hat derzeit laut Landratsamt die Schnelltest-Aktion des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. In der ersten Woche haben sich 2415 Personen in den Testzentren oder in Unternehmen beziehungsweise Kitas testen lassen, bei 24 Personen schlug der Schnelltest mit einem positiven Ergebnis an. Der anschließende PCR-Test brachte bei 21 Personen ein positives Ergebnis. Drei Tests fielen negativ aus. Somit gehen 21 Neuinfektionen, die aus der der ersten Woche der Schnelltest-Aktion resultieren, in die 7-Tage-Inzidenz ein. Bezogen auf die Einwohnerzahl (124 900) bedeute das ein Plus von 17 in der Inzidenz.

„Bei einer aktuellen Inzidenz von 245,0 spielen die positiven Fälle aus den Schelltests eine untergeordnete Rolle. Wir sind aber froh, dass wir so viele Infektionsketten unterbrechen konnten. Aus 21 Fällen können innerhalb weniger Wochen Hunderte entstehen – gerade wenn wir an die Mutationen denken und uns vor Augen führen, dass einige der positiv getesteten Personen hochinfektiös waren“, sagt Krisenstabs-Leiterin Susanne Reum.

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