Mellrichstadt

Wolfgang Wulf gestorben

Wolfgang Wulf: Der Unternehmer vom alten Schlag ist mit 83 Jahren gestorben.
Foto: E. Heise | Wolfgang Wulf: Der Unternehmer vom alten Schlag ist mit 83 Jahren gestorben.

Sein Habitus war stets hanseatisch zu nennen. Feiner Zwirn, ein weißes, gestärktes Einstecktuch am Revers, wenn er Jackett trug, fast schon aristokratische Statur und dann diese markanten Koteletten an den Wangen. Wer Wolfgang Wulf begegnete, der wusste, dass er einen besonderen Menschen vor sich hatte.

Der Habitus mag hanseatisch gewesen sein, wie man es sich von einem gebürtigen Hamburger auch denkt. Aber sein Herz hat er längst an seine Wahlheimat Mellrichstadt und die Rhön verloren. Am Donnerstag nun ist Wolfgang Wulf im Alter von 83 Jahren gestorben. Um ihn trauert seine Frau Regina und die in Buchholz bei Hamburg lebende Tochter mit Enkelkind.

Wolfgang Wulf wurde in Hamburg geboren, zog aber bald nach Holstein. der Ingenieur für Fahrzeugtechnik verdiente seine ersten Sporen bei Ford in Köln, wo er unter anderem an der Entwicklung des Ford Taunus P3, der berühmten „Badewanne“, mitwirkte.

Schließlich wagte er den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit und gründete 1974 in Unsleben sein unternehmen Konstruktive Kunststoffprodukte KKP. Zwei Jahre später schon folgte die Umsiedlung nach Mellrichstadt und ein stetiges Wachstum vom Fünf-Mann-Betrieb zum Unternehmen mit 300 Angestellten und einem zweiten Firmensitz in Nordrhein-Westfalen. Wulfs Firma KKP, die heute als Lisi Automotive unter französischer Flagge firmiert, liefert Kunststoffteile für die Automobilindustrie.

In den rund vier Jahrzehnten seines beruflichen Wirkens in Mellrichstadt hat sich Wulf sehr für das Gemeinwohl interessiert. Davon zeugt nicht nur seine Mitgliedschaft in über zwei Dutzend Vereinen. Wolfgang Wulf waren viele Bereiche ein Anliegen. So unterstützte er immer wieder die Schulen wie das Martin-Pollich-Gymnasium oder die Realschule mit Spenden. Auch die Mellrichstädter Karnevalsgesellschaft hat er zeit seines Lebens unterstützt. Legendär ist das Eisbüffet um Mitternacht, das Wulf in den letzten Jahren beim MKG-Ball gesponsert hat.

Unvergessen auch die Adventsbesuche des Unternehmers bei den evangelischen und katholischen Seniorenkreisen, deren Arbeit er ebenfalls unterstützte. Über den Eußenhäuser Kurt Dietz kam die Verbindung zum Eußenhäuser Sportverein zustande, den Wolfgang Wulf finanziell unterstützte, auch bei der Anschaffung einer Flutlichtanlage.

Seine politische Heimat hatte Wulf beim CSU-Ortsverband gefunden, für den er auch im Stadtrat vertreten war. Mitglied war er auch im Außen- und Sicherheitspolitischen Arbeitskreis der CSU und dort als reger Diskutant bekannt.

Bis zu seinem Tod kommentierte Wulf in der Lokalpresse leidenschaftlich sozial-, sicherheits- oder wirtschaftspolitische Themen. Als „Unternehmer vom alten Schlag“ hatte Bürgermeister Eberhard Streit Wolfgang Wulf 2011 zu dessen 80. Geburtstag gewürdigt.

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