50 Jahre SKF-Fotokreis: Inseln in der Bilderflut

50 Jahre SKF-Fotokreis: Mehrere Ausstellungen, viel Rahmenprogramm und ein Gemeinschaftsprojekt zum Jubiläum

Mit der digitalen Fotografie und dem Internet ist eine nie zuvor gekannte Bilderflut über die Welt hereingebrochen. Jeder kann im Sekundentakt knipsen und veröffentlichen, weltweit und kostenlos. Kurioser- oder auch logischerweise ist dadurch aber das Interesse des Publikums an guter, an echter Fotografie nicht erlahmt. Im Gegenteil.

Diese Erfahrung machen zumindest die Mitglieder des SKF-Fotokreises und der Schwarz/Weiß-Arbeitsgemeinschaft Süd. Die Ausstellungen und Aktionen der ambitionierten Amateure erfreuen sich regelmäßig großen Zuspruchs, Einladungen, an Ausstellungen im Bundesgebiet teilzunehmen, sind keine Seltenheit.

In diesem Jahr wird der SKF-Fotokreis 50 Jahre alt. Seine Entstehung verdankt er dem Konzept der Freizeitgruppen – 65 solcher Gruppen gab es einst für die Mitarbeiter des Wälzlagerherstellers, der Fotokreis besteht bis heute. Ein firmeninterner Zirkel war er allerdings nie, berichtet Rüdiger Horeis, seit 28 Jahren Leiter der Gruppe. Bis das SKF-Werk an der Gunnar-Wester-Straße der Stadtgalerie Platz machen musste, hatte der Kreis dort sein Labor, das Fotokünstler ebenso nutzten wie Urlauber, die hier ihre Filme entwickelten und/oder Abzüge machten.

Seit 2006 residieren der Fotokreis und die bundesweit aktive Schwarz/Weiß-Arbeitsgemeinschaft Süd in Gochsheim. „Es war nicht leicht, Räume zu finden, die groß und hoch genug für uns waren“, sagt Horeis. Schließlich arbeiten einige Mitglieder weiterhin mit echten Vergrößerern.

Heute sind unter dem Dach der beiden losen Vereinigungen, die Mitglied im Deutschen Verband für Fotografie DVF sind, alle Arten von Fotografie vertreten: auf Film und digital, Klein-, Mittel- und Großformat, Schwarz-Weiß-Enthusiasten, Edeldrucker, Freunde der Camera obscura und sogar des Salzdrucks, einer archaischen Vorläufertechnik. All das will der Fotokreis in seinem Jubiläumsprogramm präsentieren, das am 11. April mit der einwöchigen Jubiläumsausstellung im Alten Rathaus in Gochsheim startet. Zu sehen sein werden 50 bis 60 Arbeiten aller 21 Mitglieder, Gerätschaften wie eine Großbildkamera oder eine digitale Bildbearbeitungsstation. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm mit Dia-Vorträgen.

Ab 18. April ist die Ausstellung „Subjektive Fotografie“ zu sehen. Die Arbeiten hier wollen nicht objektive Wirklichkeit wiedergeben, sondern interpretieren das Gesehene, etwa durch radikale Ausschnitte oder besonders kontrastreiche Abzüge. Geprägt hat diese Kunstform Otto Steinert (1915–1978), dem zum 100. Geburtstag heuer eine Ausstellung in Homburg im Saarland gewidmet ist – natürlich mit Schweinfurter Beteiligung.

Wieder eine Woche später, ab 25. April, geht es dann um Edeldruckverfahren, also die besonders kunstvolle Übertragung des Motivs auf Papier. Zum Abschluss des Jubiläumsjahrs dann ein hoch spannendes Gemeinschaftsprojekt: Fotografische Stille Post unter dem Motto „Fotografie trifft Druck“. Ausgangspunkt ist je ein Bild von SKF-Fotokreis, Schwarz/Weiß-Arbeitsgemeinschaft und Radiergruppe. Dieses bekommt je ein anderer Teilnehmer – Fotograf oder Radierer –, um es mit einer eigenen Arbeit zu kommentieren. Diese geht dann wiederum eine Station weiter. So sollen drei voraussichtlich zehnteilige Bilderreihen entstehen, jede mit einer eigenen inneren Dramaturgie. Das Ergebnis wird von 27. November bis 20. Dezember im Salong des Schweinfurter Kunstvereins in der Kunsthalle zu sehen sein.

Viele weitere Informationen und alle Termine auf www.skf-fotokreis.de

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