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AmBrönnhof: Auf Magazin mit Platzpatronen ausgerutscht

Auf dem Brönnhof wurde nie scharf geschossen. Die militärische Nutzung über fast acht Jahrzehnte hat aber viele Spuren hinterlassen, darunter auch Übungsmunition.
Auf einem Pfad gegenüber dem großen Munitionslager am Brönnhof lag das Gewehrmagazin mit den Platzpatronen.
Foto: Gerd Landgraf | Auf einem Pfad gegenüber dem großen Munitionslager am Brönnhof lag das Gewehrmagazin mit den Platzpatronen.

An den Osterfeiertagen war der Vater mit seinen zwei Kindern und dem Neffen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der US-Armee im Norden von Schweinfurt unterwegs. Gegenüber dem ehemaligen Munitionslager im Süden der knapp 400 Hektar großen Freifläche auf dem insgesamt 1250 Hektar zählenden Naturschutzgebiet Brönnhof ließ er die Kinder nach verpackten Gummipärchen und Schokolade suchen. Als sein Schuh auf dem Trampelpfad in der Nähe eines Teiches abrutschte, schaute er nach der Ursache. Das Stück Metall entpuppte sich nach grober Reinigung als Magazin des amerikanischen Sturmgewehrs M 16 – gefüllt mit Platzpatronen.   

Keine Kampfmitteluntersuchung

Godfried  Schwartz, Leiter des für das Naturerbegebiet Brönnhof zuständigen Bundesforstamts Reußenberg (Hammelburg), kann weitere Funde von Übungsmunition nicht ausschließen. Von 1936 bis 2014 wurde der Brönnhof (zuerst von der Wehrmacht, später von der US-Army) militärisch genutzt. Allerdings sei auf dem Brönnhof nicht scharf geschossen worden, weshalb weder vor noch nach der Übergabe an den Naturschutz (im April 2016) eine Kampfmitteluntersuchung durchgeführt worden sei. 

Gründlich umgeschaut habe man sich allerdings, nicht zuletzt wegen der Schadensermittlung. Aussichtstürme und vieles mehr aus der Zeit der militärischen Nutzung wurden abgebaut, jedoch nicht alles, darunter die Gebäude von Camp Robertson im Norden sowie die Munitionsbunker im Süden und im Norden der Freifläche.

Platz für drei Solarkraftwerke

Diese drei Bereiche sind nach wie vor nicht zugänglich und eingezäunt. Dort wird zwar auch auf die Umweltverträglichkeit geachtet, doch das Camp und die Areale mit den Bunkern sind nicht Bestandteile des Naturerbes. Während unterirdische Tanks bereits gereinigt sind, sind noch nicht alle möglichen Verunreinigungen von Boden durch Betriebsmittel und Treibstoffe untersucht.   

Vorgesehen sind für die eingezäunten Flächen drei Solarkraftanlagen. Die ursprünglich anvisierte Nutzung der Windkraft wird es wegen der Bedrohung für Vögel und Fledermäuse nicht geben. Neben den bereits bestehenden Zäunen und der Erschließung durch die ehemaligen Militärstraßen sprechen für die Nutzung zur Energiegewinnung auch die bereits verlegten Stromkabel.   

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