Schweinfurt

Bäume statt Blumen

Der Weg in Richtung Bewerbung für eine Landesgartenschau 2026 auf dem Gelände der ehemaligen Ledward Kaserne und Kessler Field scheint geebnet– vergangene Woche befürwortete der Bau- und Umweltausschuss das Vorhaben der Verwaltung, am Dienstag entscheidet der Hauptausschuss, eine Woche später der Stadtrat. Nicht dafür stimmen werden die Freien Wähler/Schweinfurter Liste.

Sie präsentieren einen anderen Vorschlag, der als Antrag an die Verwaltung geschickt wurde: „Wir sprechen uns gegen eine Landesgartenschau auf dem geplanten Areal des Konversionsgebietes aus und sind für die Pflanzung eines Stadtwalds ebendort“, erklärte Ulrike Schneider auf Nachfrage dieser Redaktion.

Aus Sicht Schneiders hätte diese Idee zahlreiche Vorteile gegenüber einer Landesgartenschau. Zum einen ist da das Kostenargument. „Die Anlage eines Waldes ist vergleichsweise kostengünstig. Eine mit Waldbäumen bestockte Fläche von zehn Hektar dürfte sich auf weniger als 500 000 Euro belaufen und somit weit unter den jetzt prospektierten Kosten von 11,2 Mio Euro für die Daueranlagen der Grünflächen bleiben“, erklärt die FW/SWL-Stadträtin. Die anschließende Pflege des Areals würde außerdem einen Bruchteil von dem kosten, was die Pflege von weitläufigen Gärten und Parkanlagen kosten wird. Ein Wald muss laut Schneider nur alle sieben bis acht Jahre für etwa 1000 Euro pro Hektar gepflegt werden.

In Sachen Klimaschutz wäre Wald besser

Aus Klimaschutzgründen ist die Anpflanzung eines Waldes „um einiges effektiver als ein Park“, so die Freien Wähler, zumal im Westen der Stadt Wald fehle. Im Planungswettbewerb für die Ledward Barracks sei zunächst eine „große öffentliche Grünfläche“ vorgesehen, „für die Bevölkerung dürfte ein ganzer Wald noch weit mehr Naturerlebnis mit sich bringen als ein angelegter Park.“ Schneider könnte sich vorstellen, dass der Wald mit 60 Zentimeter hohen Bäumen angepflanzt wird, die in acht Jahren – zum Zeitpunkt der geplanten Landesgartenschau – auch schon mannshoch wären. Ob Mischwald oder gar Energiewald müsste man sich überlegen.

Keine Anbindung der LGS an Innenstadt

Wie die SPD-Fraktion in der Bauausschusssitzung kritisiert die FW/SWL die mangelnde Anbindung der Landesgartenschau an die Innenstadt, die schwierig wenn nicht sogar unmöglich sei. Aus Schneiders Sicht „kann davon ausgegangen werden, dass der größte Teil der erwarteten Besucher gar nicht in die Innenstadt von Schweinfurt kommen wird, entsprechend gering ist der „Ausfall“ bei einem Verzicht auf die Landesgartenschau.“ Deswegen fordere man lieber Bäume statt Blumen.

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