Schweinfurt

Breakdancer drehen erstes Musikvideo in Eigenregie

Im Video der Tanzgruppe DDC trifft Tradition auf Moderne. Den Song dafür schrieben sie selbst. Worum es in ihrem nächsten Projekt geht, wollen sie nicht ganz verraten.
Für das Musikvideo der Tanzgruppe DDC Breakdance kamen rund 110 Jugendliche auf dem Schweinfurter Marktplatz zum Tanzen zusammen.
Foto: Raphael Götz / DDC | Für das Musikvideo der Tanzgruppe DDC Breakdance kamen rund 110 Jugendliche auf dem Schweinfurter Marktplatz zum Tanzen zusammen.

Dass Breakdance und die bayrische Tradition sich nicht ausschließen, will die Schweinfurter Tanzgruppe „Dancefloor Destruction Crew“ (DDC) beweisen. In ihrem ersten Musikvideo zu dem Lied "Lass tanzen gehn" treffen die jungen Künstler beim Wandern auf einen Bayern in Tracht. Sie fordern den Wanderer zum Tanz auf, doch er verschränkt die Arme und lehnt ab. Nach und nach wippt er dann doch mit dem Fuß zum Takt der Musik. Am Ende tanzt der Bayer zwischen hundert Jugendlichen auf dem Marktplatz in Schweinfurt und hat sichtlich Freude daran.

"Wir wollten mit dem Video unsere Leidenschaft zum Tanzen ausdrücken", sagt Alexander Pollner. Der künstlerische Leiter von DDC ist in Röthlein aufgewachsen und seit zehn Jahren Mitglied der Tanzgruppe. "Wir kommen alle aus Schweinfurt. Wir sind stolz auf unsere Heimat, wir haben Spaß dort", so Pollner über die Mitglieder der Tanzgruppe. Auch die Unterstützung durch die Stadt Schweinfurt sei groß. Zum Beispiel stellt die Stadt den jungen Künstlern eine Halle zum Trainieren für eine geringe Miete zur Verfügung. "Mit dem Video möchten wir Schweinfurt auch etwas zurückgeben", sagt der 26-Jährige. Daher finde der Auftakt ihrer Tour im November bewusst in der Heimatstadt von DDC statt.

Video

Tanzvideos hat die Gruppe schon viele gedreht, doch ein Musikvideo sei nochmal etwas anderes. Sie haben einmal nicht nur ihre Körpersprache einsetzen wollen, sondern auch ihre Stimmen. "Das war auf jeden Fall unser bisher aufwendigstes Videoprojekt", sagt Raphael Götz. Er hat das Video gedreht und geschnitten. Seine Mutter nähte Teile der Outfits und übernahm spontan eine Rolle im Video. Pollner hat seinen Vater dazu überredet, den Bayer zu spielen.

Für die erste Szene musste die Gruppe in die Fränkische Schweiz fahren. Dort wandert der Bayer in den Bergen und erblickt mit dem Fernglas die Breakdancer. "Dabei mussten wir uns richtig quälen", erzählt Pollner. Denn die Szene dreht DDC im November des vergangenen Jahres – bei fünf Grad Celsius in kurzen Hosen und T-Shirts.

"Wir bauen’s auf, Stein für Stein. Zusammen, daheim in Schweinfurt am Main."
Songtext des Musikvideos

Der Tänzer Jonathan Martinez verfasste den Songtext innerhalb von zwei Tagen. Er habe zwar schon ein paar Lieder geschrieben, veröffentlicht sei bisher aber noch keines. "Und weil es einer meistens nicht so weit alleine schafft, teilen wir gemeinsam diese Leidenschaft", rappen die Künstler über das Tanzen. "Wir bauen’s auf, Stein für Stein. Zusammen, daheim in Schweinfurt am Main. Jeder, der hier tanzt, trägt dazu bei. Und wir ernten die Frucht wie 'nen guten Wein." Über 110 Schüler aus Schweinfurt folgten dem Aufruf der Gruppe und kamen für das Musikvideo auf dem Marktplatz in Schweinfurt zum Tanzen zusammen. 

Die DDC wurde 1999 gegründet und besteht heute aus über 15 Tänzern und Akrobaten. Sie werden weltweit für Shows gebucht und treten häufig im Fernsehen auf. Im vergangenen Sommer waren sie auf einer Veranstaltung in Kenia, bei der auch Barrack Obama zu Gast war. Bei der Eröffnung der Handball-WM in Berlin waren sie jüngst für ein Millionenpublikum im Fernsehen zu sehen. Ihr neues Musikvideo erreicht nach nur einer Woche rund 9000 Zuschauer auf Youtube. 

Einige Szenen drehte die Tanzgruppe in einem Haßfurter Friseursalon.
Foto: Raphael Götz / DDC | Einige Szenen drehte die Tanzgruppe in einem Haßfurter Friseursalon.

Weil die Resonanz auf das Musikvideo so gut sei, plane die Crew bereits weitere Videos mit eigenen Songs. Doch auch Tanzvideos werde es weiterhin regelmäßig geben. "Wir haben noch etwas besonders in petto, aber ich will noch nicht zu viel verraten", sagt Pollner. Nur soviel: Es habe etwas mit der deutschen Nationalhymne zu tun.

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