Briefe als Therapie gegen die Verbitterung

„Mann, ist das cool“, war immer wieder zu hören. Es wurde geflüstert, damit Detlef Opitz bei seiner Lesung nicht gestört wurde. Er ist Autor, Stipendiat des Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg, und er war zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Ebrach (JVA). In der DDR hatte er früher Berufsverbot. „Das Regime versuchte, mich als asozial und arbeitsscheu hinzustellen, aber es gelang nicht“, erklärte er.
Aufmerksam hörten etwa 30 Gefangene der Justizvollzugsanstalt zu, als Detlev Opitz im  Bibliothekssaal Auszüge aus seinen Büchern vorlas. Im Bild Anstaltsleiterin Renate Schöfer-Sigl und Detlev Opitz.
Foto: FOTO Barbara Gülta | Aufmerksam hörten etwa 30 Gefangene der Justizvollzugsanstalt zu, als Detlev Opitz im Bibliothekssaal Auszüge aus seinen Büchern vorlas. Im Bild Anstaltsleiterin Renate Schöfer-Sigl und Detlev Opitz.

Von Anfang an stimmte die Chemie zwischen ihm und den Jugendlichen. Berührungsängste gab es nicht. Die etwa 30 Gefangenen hörten aufmerksam zu, als Opitz Auszüge aus seinen Büchern vorlas. Im Mittelpunkt standen drei Briefe, die er in dem Buch „Idyll“, einer Briefsammlung, veröffentlicht hat. Gerichtet waren sie an die Polizei. Auf ironische Weise schildert er darin, wie die Behörden mit ihm umgingen und welchen Repressalien er ausgesetzt war. „Ich hatte erhebliche Schwierigkeiten in der DDR. Die Briefe waren Therapie gegen die Verbitterung. Ob ich heute so mutig gewesen wäre wie damals, weiß ich nicht. ...

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