Eßleben

Das Thema Müll: "Jeder kann sich eine Greifzange besorgen"

"Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen", soll Obstgarten-Besitzer Martin Luther mal gesagt haben. Ob das Optimisten-Zitat wirklich vom Reformator stammt, ist umstritten. Populär wurde es wohl am Ende des Zweiten Weltkriegs und hat die Menschen schon lange vor "Fridays for Future" zu Baumpflanzaktionen angeregt.

Aus Eßleben kam nun ein Brief von Tagblatt-Leser Matthias Reuß. Unter den Titeln "Lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen", "Auch kleine Taten zählen" oder "Ein kleines Beispiel" berichtet Reuß von seinen Jogging-Läufen, bei denen er unterschiedlichen Menschen oftmals begegne. Darunter sei auch ein Paar, das sein Kleinkind ausfährt.

Die Beiden würden immer wieder den Weg verlassen, um Müll am Wegesrand aufzusammeln: "Den Müll, den andere Menschen achtlos überall zurücklassen." Das Aufsammeln sei ein kleiner, aber beispielhafter Schritt, findet Reuß. "Wäre es nicht toll, wenn wir alle uns ein Beispiel nehmen und wie die Beiden mit ihrem Nachwuchs schon bald spazieren gehen, und wenn wir dann aber keinen Müll mehr finden würden, weil ihn keiner mehr von uns hinterlassen würde?", fragt der Briefschreiber.

Hinter den beiden Umweltaktivisten und Idealisten aus Eßleben verbirgt sich das junge Ehepaar Georg und Ramona Weisenberger, das in einem Aussiedlerhof am Theilheimer Weg lebt, unweit der Bahn. "Uns stört das", sagen die Weisenbergers zum Abfall, der in den Fluren sichtbar zugenommen habe.

Bekannt ist, dass nicht verrottender Plastikmüll nicht nur in den Ozeanen treibt, als "Gift" für Meerestiere. Auch auf heimischen Äckern und Grünflächen breitet er sich immer mehr aus, und landet am Ende oft in Landmaschinen oder im Tierfutter.

Seit zwei Jahren ist Familie Weisenberger schon aktiv, mit der Müllzange, und man wolle damit eigentlich gar nicht groß in die Zeitung. Sie würden öfters angesprochen, freuen sich die Eßlebener, die beruflich nichts mit dem Thema zu tun haben. Und Nachahmer seien ausdrücklich erwünscht: "Jeder kann sich eine Greifzange besorgen."

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