Schweinfurt

Der Motor des Kneippvereins

WilliLudwig
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Mit seinem Namen verbindet der Schweinfurter sofort und zu recht den Kneippverein. 1975 übernahm Willi Ludwig die Schweinfurter Filiale der Gesundheitsbewegung, hielt bis zu seinem 80. Geburtstag 2012 durch, weil sich partout kein Nachfolger finden sollte. 13 Jahre stand er sogar an der Spitze des Kneipp-Landesverbands. Diese Woche ist Willi Ludwig nach längerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben.

Seine Mutter Marie meisterte nach dem Krieg die Flucht mit ihren sechs Kindern aus Schlesien nach Holzhausen bei Schweinfurt. Mit 14 Jahren arbeitete Willi Ludwig bei einem Landwirt in Pfersdorf, mit 16 begann er eine Glaserlehre bei der Firma Wittmann im „roten Viertel“ nahe dem früheren Standort des DGB-Hauses. 19-jährig ging er zum Kufi, wo Ludwig nach 40 Arbeitsjahren – zuletzt als Werkmeister der Fluglagerabteilung – in den Ruhestand ging, den es für ihn aber nicht gab.

Ende der 1960er hatte er nämlich eher zufällig an einem vhs-Kurs zum Thema Kneipp teilgenommen und er war infiziert. 1970 trat er dem Verein bei, 1975 übernahm er den Chefposten. Zur Blütezeit zählte der Verein rund 400 Mitglieder. Dass die Zahl schrumpfte, hatte mit der Altersstruktur, aber auch damit zu tun, dass der unermüdliche Motor Ludwig aus gesundheitlichen Gründen langsamer drehen musste.

Gleichwohl: Ludwig sind die zwei Schweinfurter Kneippbecken in der Wehr und am Wildpark zu verdanken. Viele erinnern sich an seine Gymnastikkurse dort, in der Stadthalle oder Sporthalle der Friedenschule. Dass das Bergwandern – bevorzugt in Österreich – der liebste Zeitvertreib war, überrascht nicht.

Ludwig wird auch als kritischer Zeitgeist in guter Erinnerung bleiben. Wenn der eifrige Tagblatt-Leser ein Unrecht oder einen Missstand zu erkennen glaubte, dann griff er zu Feder, schrieb einen Leserbrief oder machte auf andere Weise oft mit seinem bekannt hintergründigen Humor aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Die Beerdigung findet am Dienstag, 26. Januar, um 12.30 Uhr im Hauptfriedhof Schweinfurt statt. Ludwig hinterlässt seine Frau Agnes, mit der er letztes Jahr 60 Jahre verheiratet war, zwei Kinder und zwei Enkel. Zur Beerdigung kommen auch die beiden noch lebenden Schwestern.

Foto: Hannes Helferich

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