Gerolzhofen

Die heimische Natur als Schatz vor der Haustür

Der Autor des Buches 'Naturwunder im Steigerwald', Frank Schröpfer, ist ein Kämpfer für die Natur.
Foto: Lena Schröpfer | Der Autor des Buches "Naturwunder im Steigerwald", Frank Schröpfer, ist ein Kämpfer für die Natur.

"Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern nur von unseren Kindern geliehen." Diese Erkenntnis hat sich Frank Schröpfer auf die Fahnen geschrieben. Acht Bücher hat der in Lohr am Main geborene Autor und Fotograf bereits über die Naturwunder Frankens geschrieben. Mit dem Buch "Naturwunder im Steigerwald" hat er nun den neunten Band seiner Naturwunder-Reihe veröffentlicht.

Das als Nachschlagewerk aufgebaute Buch gibt einen Einblick in die Naturschätze vor unserer Haustür. Es beschreibt die im Steigerwald vorkommenden FFH- und SPA-Arten (Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz- Richtlinie), ihren aktuellen Zustand, aber auch weitere typische Bewohner unserer Heimat. Das Buch zeigt die Naturwunder der Region und enthält die schutzbedürftigen Arten ausgewählter Natura-2000-Gebiete. Schröpfer erläutert die Zusammenhänge von Artenschwund und Nutzungsdruck. Sein Ziel: "Ich will für mehr Akzeptanz unserer heimischen Natur werben, denn sie ist unsere Lebensgrundlage."

Der gelernte Elektrotechniker, der in Partenstein lebt und seit über 33 Jahren bei Bosch Rexroth arbeitet, ist ein echter Naturbursche. "Bis heute treibt mich meine Leidenschaft oft mit dem Rucksack, mit dem Mountainbike oder mit dem Boot hinaus in die Natur", erzählt er. Dabei begleiten ihn manchmal seine Frau und die beiden Kinder. Seit seiner Kindheit ist er draußen unterwegs. Bereits mit 15 Jahren unternahm er mit Freunden und seinem ersten Fotoapparat mehrtägige Wanderungen durch die Heimat, später auch durch andere Länder. Nach den ersten Touren begann er, Einzelheiten in Tagebuchform festzuhalten. Im Laufe der Jahre entstand eine Menge an Bild- und Textmaterial, das er in seinen neun Buchprojekten aufgearbeitet hat. Auf seinen Wanderungen durch die Natur hat er beobachtet, dass es mit ihr nicht gut bestellt ist.

Laubwälder und Wildkatzen gehören zu den Naturwundern des Steigerwalds, die Frank Schröpfer in seinem neuen Buch beschreibt.
Foto: Schröpfer | Laubwälder und Wildkatzen gehören zu den Naturwundern des Steigerwalds, die Frank Schröpfer in seinem neuen Buch beschreibt.

"Ein Grund dafür ist der Nutzungsdruck durch uns Menschen", bedauert er. Auch im 130 000 Hektar großen Steigerwald ist Schröpfer auf viele gefährdete Schlüsseltierarten und Pflanzen gestoßen. In dem Buch stellt er vor, "welchen Schatz wir mit jeder ausgestorbenen Art verlieren". Bei seinen ausgedehnten Exkursionen im Steigerwald begeisterten ihn vor allem die "herausragenden" Laubwaldbestände, in denen sich die Wildkatze wieder angesiedelt hat. "Zusammenhängende Laubwaldgebiete, die außer im Steigerwald bayernweit nur noch im Spessart vorzufinden sind, bieten die Möglichkeit, unser Naturerbe für nachkommende Generationen zu erhalten." Dies gelte auch für selten gewordene Arten, die großflächige Revieransprüche haben. Vogel-Fan Schröpfer denkt dabei an den scheuen Schwarzstorch. Neben Greifvögeln wie dem Rotmilan oder dem Uhu gefallen ihm die kleinen und unscheinbareren Arten wie der Halsbandschnäpper oder der Zwergschnäpper.

"Es ist ein Gefühl der Vertrautheit mit der Natur, wenn ich draußen unterwegs bin", schildert der Autor. Dabei kommen bei ihm immer wieder Erinnerungen an Gerüche oder Tierstimmen aus der Kindheit hoch. "Sie entstanden zum Beispiel, als ich mit meiner Oma beim Pilzsuchen war." Seine Liebe zur Natur ist durch das "Draußensein" entstanden.

Am Projekt "Naturwunder in Franken" arbeitet Schröpfer seit zehn Jahren. Er fotografiert selbst, sieht sich nicht als Experte, sondern eher als Naturbeobachter. Auf seinen ausgedehnten Wandertouren schleppt er zwölf Kilogramm Fotoausrüstung im Rucksack mit. Am Anfang entstanden einzelne Tierportraits und Bilder der Landschaften. Später entwickelte sich daraus das Buchkonzept. Den Steigerwald sieht er als ein geeignetes Gebiet, um mehr Naturschutz zuzulassen. Aufgrund des Klimawandels, der sich in Unterfranken durch Trockenperioden und Wasserknappheit immer stärker bemerkbar mache, "ist das eines der dringlichsten Anliegen unserer Zeit".

Schröpfers Werbefeldzug für den Naturschutz ist noch nicht beendet. Im Frühjahr wird eine Bilderreise über Wanderungen, Radtouren und Paddelausflüge durch unsere Heimat erscheinen. Es werden dabei ausgewählte Touren beschrieben, die zum Kennenlernen der "Naturwunder-Gebiete" beigetragen haben. Seine größten Wünsche: Nationalparks im Steigerwald und Spessart mit je 10 000 Hektar und ein Großschutzgebiet in der südlichen Rhön mit 5000 Hektar als Verbindungstrittstein zum Biosphärenreservat in der Hochrhön.

Info: Das Buch "Naturwunder im Steigerwald" ist im Eigenverlag Schröpfer erschienen und kann unter der Mailadresse frank@schroepfer-net.de zu 29 Euro plus 4 Euro Versandkosten bestellt werden. Mehr unter www.naturwunderinfranken.de

Im Naturschutzgebiet 'Hoher Buchener Wald' im Ebracher Forst hat Frank Schröpfer diesen urwüchsigen Buchenstamm fotografiert.
Foto: Frank Schröpfer | Im Naturschutzgebiet "Hoher Buchener Wald" im Ebracher Forst hat Frank Schröpfer diesen urwüchsigen Buchenstamm fotografiert.
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