Schweinfurt

Die i-Factory kommt nach Schweinfurt

Der Stadtrat beschließt, das Fraunhofer IPA mit der Umsetzung zu beauftragen. Warum die Schweinfurter Industrieunternehmen sich schon freuen.
Im ehemaligen America House im Ehrenhof der Ledward Kaserne wäre genügend Platz, um in einem ersten Schritt mit dem Aufbau der i-Factory in Schweinfurt zu beginnen.
Foto: Anand Anders | Im ehemaligen America House im Ehrenhof der Ledward Kaserne wäre genügend Platz, um in einem ersten Schritt mit dem Aufbau der i-Factory in Schweinfurt zu beginnen.

Die Vorfreude ist groß in Sachen i-Factory in der Ledward-Kaserne, für die der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht hat. Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) freute sich jedenfalls, dass nun nach langen Verhandlungen und Gesprächen der Weg frei ist zur Etablierung der i-Factory.

In einer Pressemitteilung der Stadt erklärt der OB: „Hier können wir Zukunft mitgestalten und zeigen, dass wir Lust darauf haben und aktiv dazu beitragen, dass Zukunft Stadt findet, unsere Stadt findet. Mit einer i-Factory ziehen wir junge Wissenschaftler nach Schweinfurt und positionieren uns bereits heute für das neue Morgen.“ Der OB ist sich mit der städtischen Wirtschaftsförderin Pia Jost, die maßgeblich an den Vorgesprächen beteiligt war, sicher, dass eine solche i-Factory für die Zukunftsfähigkeit des Standortes Schweinfurt von großer Bedeutung ist. "Die Wirtschaft hat ein großes Interesse an dem Projekt", so Jost im Stadtrat, "Schweinfurt braucht es und Schweinfurt will es."

Was ist eine i-Factory?

Schweinfurt ist mit 400 Industriebeschäftigten auf 1000 Einwohner und insgesamt über 20 000 Industriearbeitsplätzen einer der bedeutendsten Industriestandorte in Bayern. Die i-factory soll laut Stadt "Schaufenster der Industrie 4.0 werden, das Thema begreifbar machen, die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und Mitarbeitern in realer Umgebung ermöglichen, den Unternehmen praxisnahe und innovative Unterstützung bei Digitalisierungsprozessen geben, Unternehmen untereinander aber auch mit Forschungseinrichtungen vernetzen und Gründungen mit Bezug zu Industrie 4.0 fördern."

Entstehen soll die i-Factory im Kontext der Neubauten der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt in der Kaserne, wo der Freistaat 8,5 Hektar im Osten des Geländes gekauft hat. Dort wird im Moment der erste Teil des i-Campus der FH gebaut. In einem ersten Schritt soll das Gebäude 202 am Ehrenhof genutzt werden, denn zunächst werden Büros benötigt für vier Mitarbeiter sowie Labore und Seminarräume. Die i-Factory wird wachsen, perspektivisch könnte es in rund fünf Jahren einen Neubau geben.

FH-Präsident Professor Robert Grebner hatte die Ideemit der i-Factory, die er als ideale Ergänzung zu Industrie und Ingenieursausbildung in der FH sieht. Außerdem soll der geplante neue Robotik-Studiengangeng mit der i-Factory vernetzt werden. 

Die Konkurrenz schläft nicht

Nicht nur der OB sieht die Entscheidung pro i-Factory als Meilenstein, auch Grebner sieht das so. Er erklärte schon mehrfach, dass die USA und vor allem viele asiatische Industrienationen bei diesem Thema nicht schliefen. Man müsse schnell handeln und die Chance nutzen, die Industriestadt Schweinfurt als künftiges Zentrum für die digitale Industrie zu etablieren.

Vorgestellt wurde dem Stadtrat das Konzept von Susann Kärcher und Daniel Ranke vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Dieses wurde im Anschluss in nicht-öffentlicher Sitzung auch mit der Umsetzung der i-Factory beauftragt und wird nun die Förderung beantragen und dieses und nächstes Jahr mit dem Aufbau der i-Factory beginnen.

Nach Aussage von Kärcher und Ranke habe sich in den Workshops gezeigt, dass vor allem die Industrieunternehmen in der Stadt den Plänen sehr aufgeschlossen gegenüber stehen und die i-Factory mit nutzen wollen, um selbst in Sachen Industrie 4.0 entscheidend weiter zu kommen. Rund zehn Firmen hätten konkretes Interesse gezeigt. Für den OB ist das Thema i-Factory auch deswegen so erfreulich, weil es "die Keimzelle für die mögliche Ansiedelung eines Fraunhofer-Instituts sein könnte."

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