SCHWEINFURT

„Die Wiener gehen immer“

Ob's wohl wieder Knackwürste gibt? Wer zum Blutspenden geht, freut sich auch auf die Verpflegung, die es als kleines Dankeschön für die Spender gibt.
Keine Blutspende ohne Brotzeit: Dafür sorgen unter anderem ehrenamtliche Helfer wie Anna Kaspar (zweite von links) und Rosemarie Fischer (rechts). Kreisgeschäftsführer Ulrich Gößmann und Brigitte Schuler haben bei den monatlichen Spendeterminen im Gorch-Fock-Haus bis zu acht Freiwillige im Einsatz.
Foto: FOTO Susanne Wiedemann | Keine Blutspende ohne Brotzeit: Dafür sorgen unter anderem ehrenamtliche Helfer wie Anna Kaspar (zweite von links) und Rosemarie Fischer (rechts).

Geschirr abräumen, frische Kannen Kaffee oder Tee bringen, für den Essens-Nachschub sorgen, schauen, dass die Milch nicht ausgeht: Dafür sind ehrenamtliche Helfer zuständig. „Ohne Freiwillige könnten wir das nicht machen“, sagt Brigitte Schuler, beim BRK für den Bereich Blutspende zuständig. Sieben bis acht Freiwillige sind zum Beispiel bei einem Spendetermin im BRK-Haus in der Gorch-Fock-Straße im Einsatz.

Brigitte Schuler hat ein festes Budget für die Spender-Verpflegung, sie versucht aber immer wieder, was neues und was besonderes jenseits des belegten Brötchens zu bieten. Schließlich sollen sich die Spender ja auch geschätzt und wohlfühlen. „Die Wiener gehen immer“, hat sie beobachtet. Beim Termin am 21. August zum Beispiel gab's eine Brotzeitplatte. „Wie ham mir denn des verdient“, freute sich ein Spender. Überhaupt ist die Atmosphäre immer sehr herzlich am langen Tisch, wahrscheinlich gerade wegen der Jugendherbergsatmosphäre.

Die Scheu vor dem ersten Mal

Viele Spender, besonders auf dem Land, bringen ihre Kinder mit, haben Schuler und stellvertretender Kreisvorsitzender Ulrich Gößmann beobachtet. Dass dann jemand zulangt, der nicht vorher beim Spenden war, ist kein Problem. Kinderbetreuung würde das BRK sowieso anbieten, außerdem gilt die Devise: „Wir sind froh über jeden, der zum Spenden kommt.“

Im Landkreis ist übrigens die Spendenbereitschaft größer. Gemessen am Anteil der Bevölkerung beteiligen sich in der Stadt 3,74 Prozent der Bürger, im Landkreis dagegen 11,15 Prozent. „Das liegt an der Anonymität der Stadt“, sagt Gößmann. Auf dem Land gehen viele zum Spenden, weil sie jemanden kennen, der es vormacht, weil es in ihrem Verein zum Beispiel dazugehört. Eines ist aber überall schwierig: junge Leute zu gewinnen. „Wer mal da war, kommt wieder“, haben die BRKler beobachtet. „Spender sind ein treues Volk.“ Man muss halt nur die Scheu vor dem ersten Mal überwinden. Jeden Monat rückt der Blutspendedienst aus Wiesentheid in der Gorch-Fock-Straße an, im Durchschnitt kommen zwischen 100 und 120 Spender, sagen Schuler und Gößmann. Im Sommer und in den Ferien sind es oft weniger, Schuler hält sich beim Einkaufen für die Verpflegung da an Erfahrungswerte. Am 21. August hatte sie mit 100 gerechnet, 135 kamen. Da kam es am Abend beinahe zu einer kleinen Brotkrise, es war ganz schön viel Arbeit für die Freiwilligen zwischen Küche, Keller und Speisesaal zu bewältigen.

Außer einer Brotzeit gibt's für die Spender noch ein kleines Geschenk. Gläser, Spielzeug, Saisonartikel wie Badematten und Eiskratzer zum Beispiel. Auch Wein und Honig, da achten Gößmann und Schuler darauf, dass die Produkte aus der Region kommen. „Ausländischen Wein gibt's keinen.“ Auch kein Geld für die Spender. Hier steht der Aspekt der Gemeinnützigkeit im Vordergrund. Und die Sicherheit der Empfänger. Wird das Blutspenden zur Möglichkeit, Geld zu verdienen, könnte das die falschen Leute anlocken.

Online-Tipp

Infos über Voraussetzungen und Ablauf einer Blutspende und die anstehenden Spendetermine in Stadt und Landkreis unter: www.spende-blut.com

Keine Blutspende ohne Brotzeit: Dafür sorgen unter anderem ehrenamtliche Helfer wie Anna Kaspar (zweite von links) und Rosemarie Fischer (rechts). Kreisgeschäftsführer Ulrich Gößmann und Brigitte Schuler  haben bei den monatlichen Spendeterminen im Gorch-Fock-Haus bis zu acht Freiwillige im Einsatz.
Foto: FOTO Susanne Wiedemann | Keine Blutspende ohne Brotzeit: Dafür sorgen unter anderem ehrenamtliche Helfer wie Anna Kaspar (zweite von links) und Rosemarie Fischer (rechts).
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