Gerolzhofen

Dr. Schargus hat sich habilitiert

Dr. Marc Schargus hat das Habilitationsverfahren erfolgreich hinter sich gebracht. Unser Bild zeigt ihn in seinem Behandlungszimmer an der Augenklinik Gerolzhofen.
Foto: Norbert Finster | Dr. Marc Schargus hat das Habilitationsverfahren erfolgreich hinter sich gebracht. Unser Bild zeigt ihn in seinem Behandlungszimmer an der Augenklinik Gerolzhofen.

Jahrelang hat sich Dr. Marc Schargus intensiv mit einer häufigsten Augenveränderungen wissenschaftlich beschäftigt – dem trockenen Auge. Aus den Ergebnissen seiner Forschung entstand der Vortrag „Die Altersbedingte Makuladegeneration – Fortschritte bei der Behandlung der häufigsten Erblindungsursache in Deutschland“.

Mit diesem Vortrag vor der hohen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf hat der 41-Jährige am 19. Januar sein Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen.

Neben dem wissenschaftlichen Erfolg hat das auch positive Konsequenzen für das MVZ Augenheilkunde in Schweinfurt

Dozent an der Universität Düsseldorf

Marc Schargus wird nämlich der Region treu bleiben, obwohl er jetzt die universitäre Lehrberechtigung hat. Diese verpflichtet ihn, regelmäßige Lehrveranstaltungen für Studenten an der Düsseldorfer Universität anzuhalten.

Das wird er trotz der weiten Entfernung sehr gerne machen, denn: „Die Augenheilkunde nimmt leider nur einen kleinen Platz im Medizinstudium ein. Daher ist es mir sehr wichtig, die Diagnose der Erkrankungen unseres wichtigsten Sinnesorgans und die therapeutischen Möglichkeiten möglichst vielen Studenten nahezubringen.“

Zugleich wird er aber seine Patienten in der Region weiterbehandeln. Damit zusammen hängt ein weiterer wichtiger Pluspunkt für die Augenheilkunde-Standorte Schweinfurt und Gerolzhofen: In beiden Einrichtungen der Ober-Scharrer-Gruppe wird nun auch die klinische Forschung etabliert. Die Gründung eines klinischen Studienzentrums ist gerade in der Umsetzung.

Aufwändige Instaalltion für Forschung

Die Herausforderungen sind groß; Studienzentren sind häufig nur an universitären Einrichtungen zu finden. Die aufwändige Logistik, die Zertifizierungen, den Personalbedarf mit Studienassistenten und den finanziellen Aufwand scheuen die meisten kleineren Einrichtungen. Unterfranken sind aktuell nur drei niedergelassene habilitierte Augenärzte außerhalb der Universitätsklinik Würzburg aktiv.

Worum ging es nun in der Habilitationsarbeit von Dr. Schargus? Zunächst umfasst sie seine wissenschaftlichen Studien an drei Universitäten, zuerst an der Universitäts-Augenklinik in Würzburg, dann in Bochum und zuletzt in Düsseldorf.

Volkskrankheit trockenes Auge

Das von ihm behandelte Thema, das trockene Auge, ist eine Volkskrankheit. Je nach Studien sind zwischen fünf und 40 Prozent der Bevölkerung betroffen. Diese Studien haben so große Ausschläge, weil ihnen verschiedene Kriterien wie Alter sowie harte und weiche Faktoren bei der Definition der Krankheit zugrunde liegen. Ältere Manschen leiden jedenfalls häufiger unter den Symptomen der Mukaledegeneration.

Bei dieser Krankheit ist zwischen zwei Hauptformen zu unterscheiden: das trockene Auge aufgrund eines Mangels bei der Tränenproduktion und das trockene Auge durch eine erhöhte Verdunstung durch eine Störung der Zusammensetzung der Tränen. Die zweite Form kann durch eine Überproduktion von wässrigem Sekret sogar zu einem „feuchten“ trockenen Auge führen, was im ersten Moment paradox erscheint.

Die Patienten bemerken in der Regel ein Fremdkörpergefühl, wie Sand in den Augen, Brennen und Jucken oder ein tränendes Auge. Zusätzlich kann auch eine kurzfristige Einschränkung der Sehschärfe vorliegen.

Der Ursache der Krankheit ist häufig schwierig zu erkennen, denn der sensible Regelkreis des Tränenfilms ist kompliziert.

Feste Bestandteile im Tränenfilm gemessen

Eine Methode der Diagnostik beschäftigt sich mit der Osmolarität, bei der die festen Bestandteile des Tränenfilms gemessen werden. Bislang konnte die Osmolarität nut mit Hilfe von sehr aufwändigen Laboruntersuchungen überprüft werden. Dr. Schargus konnte im Rahmen seiner Studien mit einem der ersten Testmodelle eines Messgeräts aus den USA im Jahr 2010 an der Universitäts-Augenklinik in Würzburg erste Erfahrungen sammeln. Weitere Studien an der Universitäts-Augenklinik Bochum folgten.

Die Ergebnisse wurden in angesehenen englischsprachigen Fachzeitschriften veröffentlicht. Weitere Forschung zur Behandlung des trockenen Auges folgte. Ein Resultat: Spezielle Augentropfen aus dem Serum des Blutes können zum Beispiel bei einem schweren trockenen Auge helfen. Die Herstellung ist aber komplex und unterliegt starken Regulkarien.

Modernste Erkenntnisse für die Region

Nun wird der habilitierte, in Würzburg lebende Augenmediziner also auch in Schweinfurt und Gerolzhofen weiterforschen. Seine Einschätzung dazu: „Aller Anfang ist schwer. Ich hoffe jedoch, dass wir in Zukunft auch innovative neue Behandlungsmethoden und diagnostische Geräte unseren Patienten in der Region anbieten können.“

In Gerolzhofen ist die Ober-Scharrer-Gruppe jetzt schon fast fünf Jahre ansässig und hat für ihre Augenklinik den nördlichen Teil im zweiten Oberschoss des Bettentrakts an der Geomed-Kreisklinik angemietet.

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