Ebrach

Drei Millionen Euro für das Schwimmbad der Zukunft

Der Markt Ebrach erhält eine hohe Förderung für den Umbau des Naturbads in ein CO2-neutrales Schwimmbad. Was alles geplant ist.
Einiges vor hat Ebrachs Bürgermeister Daniel Vinzens mit dem Naturbad.  Die Badeeinrichtung bekam eine Förderung von drei Millionen Euro zum Umbau in eine CO2-neutrale Einrichtung bewilligt.
Foto: Andreas Stöckinger | Einiges vor hat Ebrachs Bürgermeister Daniel Vinzens mit dem Naturbad. Die Badeeinrichtung bekam eine Förderung von drei Millionen Euro zum Umbau in eine CO2-neutrale Einrichtung bewilligt.

Dieser Tage hat der Markt Ebrach ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk erhalten. Die Kommune hat die Zusage vom Deutschen Bundestag bekommen, dass der Staat die Sanierung des Ebracher Schwimmbads mit drei Millionen Euro unterstützt. "Das ist für uns wie ein Sechser im Lotto, darüber können wir sehr glücklich sein", kommentierte Ebrachs Bürgermeister Daniel Vinzens die freudige Nachricht, die ihm der Bamberger SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz übermittelte.

Leuchtturm-Projekt

Der Staat unterstützt damit die anvisierte Sanierung und den Umbau des Naturbades in ein Co2-neutrales Schwimmbad. Das "Acqua Sana" in der oberfränkischen 2000-Einwohner-Gemeinde wurde neben einem Skate-Park in Berlin und dem Forschungs- und Anwendungszentrum in Lichtenfels als einer von drei Bauten in ganz Deutschland ausgewählt.

Das Ebracher Bad "Acqua Sana" soll künftig als Leuchtturm-Projekt "ein Vorreiter für innovativen und umweltfreundlichen Schwimmbetrieb sein", heißt es im Schreiben des Bundestagsabgeordneten. Die Begründung für den Zuschlag lobt das Acqua Sana seit über einem Jahrzehnt als einen "Vorreiter für Badekultur", weil es auf Chemie verzichtet und durch seine biologische Wasseraufbereitung moderne Badekultur und Naturnähe verbindet. Weiter steht in dem Schreiben, dass die Sanierung der Einrichtung das bereits vorhandene Image des Naturbads unterstreiche und verstärke. Es biete eine ideale Grundlage für das Pilotprojekt "Lernen am Co2-neutralen Alltagsbau."

Antrag umfasst verschiedene Aspekte

Der Markt Ebrach hatte bereits für dieses Jahr einen Umbau der Badeeinrichtung im Bereich der Duschen und des Sanitärbereichs erwogen. Der seit Mai amtierende Bürgermeister Daniel Vinzens (Ebracher Neue Liste) hatte vorgeschlagen, zunächst die aktuell bestehenden Fördermöglichkeiten zu prüfen. Auf eine erste Bewerbung hin entstand der Kontakt mit dem Bamberger Abgeordneten Andreas Schwarz, der unter anderem im Haushaltsausschuss für Energie- und Klimafonds sitzt. Schwarz habe, so Bürgermeister Vinzens, auf die neue Fördermöglichkeit mit der CO2-neutralen Ausrichtung hingewiesen.

"Wir überlegten zunächst, ob wir den großen Wurf mit der Technik versuchen und entschlossen uns, das auch zu probieren", schildert er weiter. Der Gemeinderat ließ sich davon überzeugen, also erfolgte ein Antrag in größerem Stil, der verschiedene Aspekte umfasst.

Barrierefrei und innovativ

Geplant sind eine Fülle an Maßnahmen, die in einem sorgsam ausgearbeiteten Konzept beschrieben sind. So soll das Naturbad barrierefrei und innovativ werden, ein Beckenlift ist vorgesehen. Einige Gebäude, wie auch die Parkplätze, werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Weiter wird die Technik geprüft und auf den neuesten, energieeffizienten Stand gebracht, was vom modernen Drehkreuz am Eintritt, über die Küche, bis hin vom Austausch der veralteten Pumpen-, sowie Steuerungsanlagen reicht.

Die Infotafel am Eingang zum Ebracher Schwimmbad gibt einen Überblick über die Einrichtung.
Foto: Andreas Stöckinger | Die Infotafel am Eingang zum Ebracher Schwimmbad gibt einen Überblick über die Einrichtung.

Ein wichtiger Punkt ist das Einsparen von Wasser, da der Wasserkreislauf erhebliche Verluste aufweist. Undichte Stellen in den Becken, die Filteranlagen sowie Rohrleitungen werden auf den Prüfstand gestellt, so der Ebracher Antrag.

Für die Sanierung sieht das Konzept den Einbau von klimaneutralen und regenerativen Rohstoffen vor. Gerade Holz als Baumaterial unterstreiche den nachhaltigen Charakter und wird in den Umkleiden und Aufenthaltsbereichen verwendet. In den Nassbereichen und Sanitäranlagen sollen ebenso nachhaltige und klimaneutrale Baumaterialien verwendet werden.

Anschauungs- und Lernobjekt

Das ist längst nicht alles. Das Naturbad soll nach der Sanierung als "Anschauungs- und Lernobjekt" dienen, als Exkursionsziel für andere Badbetreiber, um diese mit den gesammelten Erfahrungen bei ähnlichen Verbesserungen gerade im Bereich der Energieeffizienz zu unterstützen, heißt es in der Ausschreibung.

Gleichzeitig soll eine permanente Dauerausstellung eingerichtet werden, die auf das Projekt "Lernen am CO2-neutralen Alltagsbau" hinweist. Schwimmbadbesucher können sich während des Betriebs die Dokumentation oder Präsentation anschauen, bei der auch verwendete Materialien als greifbare Ausstellungsstücke gezeigt werden.

Das ausgeklügelte Konzept sieht außerdem vor, dass ausgewählte Personen auf die Bedeutung geschult werden, um als Botschafter für das Projekt und für Nachhaltigkeit zu fungieren. Dazu will das Ebracher Schwimmbad neben dem Badebetrieb auch Veranstaltungen, wie Kinoabende bieten. Außerdem könnten Wettbewerbe stattfinden, bei denen sich junge Menschen mit dem "Schwimmbad der Zukunft" beschäftigen.

Zeitplan

Den Zeitplan hat Bürgermeister Daniel Vinzens im Kopf. Anfang Januar wollen sich die Ebracher mit dem Abgeordneten und der Betreibergesellschaft treffen, um weiteres zu besprechen und konkret in die Planungsphase einsteigen, so Vinzens. Er möchte nach der Badesaison 2021 mit den Sanitäranlagen und dem Naßbereich beginnen, dann Zug für Zug weiter machen. Bei den Kosten ist gedacht, dass die Kommune kein oder kaum eigenes Geld zuschießen muss.

INFO zum Naturbad Acqua Sana Ebrach:

Das Naturbad ist für eine Besucherzahl von täglich 500 bis 600 Gäste konzipiert, verkraftet an Spitzentagen aber auch bis zu 1500 Badegäste.
In Ebrach besteht seit fast 100 Jahren ein Schwimmbad. Das frühere  "Weihersee-Bad" wurde Ende der 60er Jahre vom Markt Ebrach in ein Freibad umgebaut, das der Zeit entsprach. 2005 erfolgte die Umwandlung in ein Naturbad.
Quelle: ast
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