Schonungen

Durch Bildung bekommen junge Frauen in Tansania eine Chance

Endlich ist es geschafft: Ein neues Klassenzimmer für die Mädchenschule St. Luise in Maguu, Tansania, konnte dank der Spenden aus der Pfarreiengemeinschaft Schonungen fertig gestellt werden.
Foto: St. Luise Maguu | Endlich ist es geschafft: Ein neues Klassenzimmer für die Mädchenschule St. Luise in Maguu, Tansania, konnte dank der Spenden aus der Pfarreiengemeinschaft Schonungen fertig gestellt werden.

Seit 2008 unterstützen die Pfarreiengemeinschaften in der Gemeinde Schonungen die Mädchenschule St. Luise Maguu der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in der Würzburger Partnerdiözese Mbinga in Tansania. Diese Schule wurde von deutschen Schwestern des Klosters Untermarchtal gegründet. Initiator der Verbindung ist Wilfried Güntner, der – neben weiteren Pfarreimitgliedern – den Kontakt noch heute hält und Spenden für die Schule sammelt. Hocherfreut vernahm er aus der Weihnachtsgruß-Mail der Schulleiterin, Schwester Mariapia Kayombo, dass mit den im vergangenen Jahr gesammelten Spenden ein neues Klassenzimmer für die Schule fertiggestellt werden konnte.

Spenden "erlaufen"

Finanziert wurde dieser Erweiterungsbau durch die Spenden der Pfarreiengemeinschaft Sankt Sebastian am Main und einen Spendenlauf der Grund- und Mittelschule in Schlüsselfeld. Der Kontakt zur Schule nach Schlüsselfeld kam über eine Reiseteilnehmerin der Schonunger Tansania-Reise des Jahres 2018 zustande. Güntner konnte in Schlüsselfeld in zwei Vorträgen die Situation der afrikanischen Schule in einer Bildpräsentation vorstellen.

Eine Dose, die es in sich hatte: Rektor Reinhold Hofmann konnte das beim Spendenlauf gesammelte Geld für die Unterstützung der Schule St. Luise in Maguu, Tansania, an den Projektverantwortlichen Winfried Güntner (links) übergeben.
Foto: Grund- und Mittelschule Schlüsselfeld | Eine Dose, die es in sich hatte: Rektor Reinhold Hofmann konnte das beim Spendenlauf gesammelte Geld für die Unterstützung der Schule St.

Güntner weiß, wie wichtig der Bau neuer Klassenräume für diese Schule ist. Als der pensionierte Gymnasiallehrer ab 2008 für mehrere Semester als Englischlehrer dort ehrenamtlich im Einsatz war, konnte er selbst das Anwachsen der Schülerzahlen und den Ausbau des schulischen Bildungsangebotes für Mädchen miterleben.

"Denn Bildung schafft für die Mädchen Zukunft und ist für die Entwicklung der tansanischen Gesellschaft und Wirtschaft von großer Bedeutung", betont er und zitiert das afrikanische Sprichwort: "Erziehst Du einen Jungen, dann erziehst Du einen Mann. Erziehst Du ein Mädchen, dann formst Du ein Volk."

Aus Not und Armut ausbrechen

Den deutschen und afrikanischen Ordensschwestern ist es ein Anliegen ihrer Arbeit, die Stellung und die Rolle der Frau zu verbessern und ihr in der tansanischen Gesellschaft mehr Würde und Ansehen zu geben. In einem wirtschaftlich armen Land wie Tansania haben insbesondere Mädchen und junge Frauen keine Chance, aus dem Teufelskreis von Not und Armut auszubrechen, wenn sie keine Aussicht auf eine gute Bildung haben.

So entwickelten die Vinzentinerinnen in Maguu die erste Haushaltungsschule zur Secondary School und High School weiter. Die Mädchen können in vier Jahren einen mittleren Schulabschluss und nach weiteren zwei Jahren die Berechtigung zum Studium erreichen.

Die stetig wachsende Zahl der Schülerinnen bringt große Probleme mit sich. Es fehlt nicht nur an Klassenzimmern. Da die Schule für nahezu alle Schülerinnen aufgrund der ländlichen Umgebung dort nur als Internat besucht werden kann, müssen auch genügend Schlafsäle vorhanden sein.

Zu den notwendigen Bauvorhaben aufgrund steigender Schülerzahlen kommt noch die Instandhaltung der Gebäude. So sind die Dächer der Klassen- und Schlafräume mit nicht verzinktem Wellblech belegt. Dadurch entstehen Roststellen, durch die bei Regen das Wasser eindringt. Sie müssten wie auch die Wasserversorgung der Schule dringend erneuert werden. Hinzu kommt, dass viele der Schülerinnen von St. Luise aus bedürftigen Familien kommen und das Schulgeld nicht oder nur teilweise bezahlen können.

Abgesagte Reise wird nachgeholt

Deshalb hält Güntner die Informationsreisen, die er alle zwei Jahre über die Pfarreiengemeinschaft anbietet, für sehr wichtig. Denn sie bieten der stets auf 15 Personen beschränkten Reisegruppe einerseits Einblicke in die Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung, andererseits können die Teilnehmer sehen, wie die Hilfe vor Ort sinnvoll und zweckentsprechend angewandt wird.

Sowohl Schulleiterin Schwester Mariapia Kayombo als auch die Regionaloberin Schwester Janeth Hyera hoffen auf ein Wiedersehen mit einer Schonunger Reisegruppe. Denn im vergangenen Jahr musste die geplante Reise wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sie soll aber nachgeholt werden, sobald es die gesundheitliche Situation in Deutschland und Ostafrika erlaubt, versichert Güntner.

Weitere Informationen über die Mbinga-Partnerschaft, das Mädchengymnasium sowie das Spendenkonto findet man auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft unter www.pg-schonungen.de

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