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Eck zu B26n: Baubeginn Ende 2019

B26n: Kritik an Straßenplanung       -  Noch kann die Bevölkerung Stellung nehmen zu den Planungen für die B26n. Der Verein der B26n-Gegner kündigt Infoveranstaltungen an.
Foto: Wilma Wolf | Noch kann die Bevölkerung Stellung nehmen zu den Planungen für die B26n. Der Verein der B26n-Gegner kündigt Infoveranstaltungen an.

Kein Straßenbauprojekt in der Region sorgt seit Jahrzehnten für soviel Diskussionen wie die B 26n, die sogenannte Westumfahrung von Würzburg. Für das Teilstück zwischen Werneck (Lkr. Schweinfurt) und Arnstein (Lkr. Main-Spessart), dort, wo das Projekt ziemlich unumstritten ist, kündigte Innenstaatssekretär Gerhard Eck jetzt für Ende 2019, „spätestens Anfang 2020“ den Baubeginn an. Beim Staatlichen Bauamt plant man unterdessen schon weiter Richtung Karlstadt.

Anna Stolz, die Bürgermeisterin des Werntal-Städtchens, freut sich, dass Eck beim CSU-Bezirksparteitag Zusagen wiederholt hat, der er dem Stadtrat bereits im Frühjahr gegeben habe. „Aktuell ist die Verkehrssituation unzumutbar“, so Stolz. Rund 5300 Fahrzeuge, darunter 670 Lkw, quälen sich jeden Tag durch Arnstein. Sie sollen künftig auf einer zweispurigen Bundesstraße mit zusätzlichen Überholspuren an der Stadt vorbeigeführt werden.

Finanzierung ist gesichert

Grundlage der derzeit laufenden Entwurfsplanungen ist der 2016 im Bundestag verabschiedete Bundesverkehrswegeplan, der den Ausbau der B 26 zwischen Werneck und Karlstadt als Projekt im „vordringlichen Bedarf“ mit hoher Priorität versieht. Die Finanzierung ist gesichert, auch weil die Planer den zunächst vorgesehenen autobahnähnlichen vierspurigen Ausbau abgespeckt haben.

Michael Fuchs, der beim Staatlichen Bauamt den Straßenbau verantwortet, rechnet mit rund 30 Millionen Euro Baukosten für die sieben Kilometer lange Strecke, die bei Werneck am Ende der Ausbaustrecke (in Verlängerung der A 70) startet und auf Höhe des Arnsteiner Stadtteils Müdesheim endet. Bis 2019 soll das Baurecht vorliegen. 2023 würde der Verkehr schließlich auf der B 26n an Arnstein vorbeirollen.

Bis 2028 Weiterfahrt bis Karlstadt?

Geht es nach Fuchs wäre direkt im Anschluss an die Fertigstellung dieses Teilstücks auch schon Baubeginn für die nächsten sieben Kilometer – weiter durchs Werntal bis Karlstadt. Auch diese ebenfalls rund sieben Kilometer lange Trasse gehört zum „vordringlichen Bedarf“ und könnte, so die Idealvorstellung, bis 2028/29 in Betrieb gehen. Erste Vorplanungen seien auf dem Weg.

Völlig offen ist derweil, ob irgendwann auch eine Verbindung zwischen Karlstadt und der A 3 bei Helmstadt (Lkr. Würzburg) realisiert wird, bekanntlich das B 26n-Teilstück, gegen das es in den Gemeinden vor Ort heftigen Protest gibt. Im Bundesverkehrswegeplan steht diese Verbindung im „weiteren Bedarf“, das heißt in der Priorität weit hinten. Fuchs glaubt, dass eine Entscheidung über einen Bau erst mit dem nächsten Verkehrswegeplan anno 2030 fällt. Unabhängig davon treibe das Straßenbauamt den Bau der Ortumgehungen für Hafenlohr, Neustadt am Main und Wiesenfeld (alle Lkr. Main-Spessart) auf Hochtouren voran.

Weiter Widerstand der Bürgerinitiative

Bei der Initiative „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung/B 26n“ (BI) bleibt man nach eigenen Worten „wachsam“. „Der Widerstand geht mit aller Kraft weiter“, sagt Matthias Zorn. Der BI-Vorsitzende wertet es als Teilerfolg, dass die B 26n bei Arnstein nur zweispurig gebaut wird. Dass einzelne Dörfer im Werntal Umgehungen brauchen, sieht er ein. Zorn fürchtet aber, durch eine Schnellstraße, die zusätzlichen Verkehr anzieht, werde statt Arnstein künftig Karlstadt zum Nadelöhr.

Das mutmaßliche Verkehrschaos dort könnte dann zum Anlass genommen werden, die B 26n weiterzubauen. Das aber will die BI verhindern. Zorn hofft, schon der angekündigte sechsspurige Ausbau der A 7 von Werneck bis Biebelried könnte das Werntal entlasten.

Derweil erwartet Werneck vom nun angekündigten Baubeginn nur kleinere Veränderungen entlang der bestehenden B 26a-Trasse Richtung Arnstein. Wichtig sei der Gemeinde, so Verwaltungsleiter Erich Göbel, dass die Zu- und Abfahrten bei Stettbach und Schraudenbach erhalten bleiben, um Durchgangsverkehr in den Nachbarorten zu vermeiden. Insofern sei man sehr am raschen Baubeginn interessiert. Mitarbeit: mjs

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