Schweinfurt

Eigenkapitalquote erneut gestiegen

Neubauten an der Eselshöhe: Die Mehrfamilienhäuser Heinrich-Böll-Straße 21 und 27. Am rechten Bildrand: Die Baustelle für das Haus Heinrich-Böll-Straße 25.
Foto: Peter Leutsch | Neubauten an der Eselshöhe: Die Mehrfamilienhäuser Heinrich-Böll-Straße 21 und 27. Am rechten Bildrand: Die Baustelle für das Haus Heinrich-Böll-Straße 25.

Normalerweise endet das erste Geschäftshalbjahr des Bauvereins Schweinfurt mit der Zusammenkunft des höchsten Genossenschaftsgremiums, der Vertreterversammlung, heißt es in einer Pressemitteilung. Doch in diesem Jahr sind wegen der Corona-Pandemie viele Dinge nicht normal. Um den Vertretern, aber auch den Organmitgliedern und Mitarbeitern keine unnötigen Risiken zuzumuten, wurde in Einklang mit den vom Gesetzgeber geschaffenen Regelungen auf eine Vertreterversammlung verzichtet. Die rechtlich notwendigen Beschlüsse über den Jahresabschluss 2019 konnten durch den Aufsichtsrat gefasst werden.

Die Vertreter wurden schriftlich über das Jahresergebnis 2019 informiert, das erneut überaus positiv ausgefallen ist. Erwirtschaftet wurde ein Jahresüberschuss von 1,541 Millionen Euro, davon wurde rund die Hälfte vorab in die Rücklagen eingestellt. Aus dem verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 766 000 Euro konnte wieder eine Dividende in Höhe von drei Prozent an die Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet werden. Die Eigenkapitalquote der Genossenschaft verbesserte sich durch das Jahresergebnis auf gut 31,3 Prozent. Der Bauverein verfügt damit laut Aufsichtsratschef Ralf Hofmann über eine solide finanzielle Basis, die eine Fortsetzung der Neubau- und Modernisierungstätigkeit ermöglicht.

Bauprojekt an der Eselshöhe

Die Investitionsquote lag auch im Jahr 2019 weiter auf hohem Niveau. Die Neubauprojekte an der Eselshöhe und in der Degnerstraße kamen sowohl im Jahr 2019 als auch im laufenden Jahr gut voran, die drei Häuser mit insgesamt 42 Wohnungen werden in Kürze bezugsfertig. Und das wichtigste: Beide Projekte liegen im gesteckten Kostenrahmen.

3358 Mitglieder

Die Mitgliederzahl ist ebenfalls erneut gestiegen. Zum Jahresende 2019 hatte der Bauverein 3358 Mitglieder, ein Zuwachs von 53 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr. Die Mieterträge sind 2019 auf fast 7,6 Millionen Euro angewachsen und werden – wie bei Wohnungsbaugenossenschaften üblich – nicht in die Taschen von Investoren oder Aktionären, sondern in den Erhalt, die Verbesserung und Erweiterung der aktuell rund 1800 Bauvereins-Wohnungen fließen. Davon sind 715 Wohnungen sogenannte Sozialwohnungen und unterliegen der Mietpreisbindung.

Moderate Durchschnittsmiete

Die Wohnungen des Bauvereins sind unverändert sehr gefragt, die Bewerbungen übersteigen das Angebot um ein Vielfaches, was angesichts der Vorteile genossenschaftlichen Wohnens nicht verwundert. Gut und sicher wohnen, das ist beim Bauverein kein leeres Versprechen. Die monatliche Durchschnittskaltmiete beim Bauverein ist 2019 nur moderat um zehn Cent pro Quadratmeter (oder 1,9 Prozent) auf 5,38 Euro je Quadratmeter angestiegen. Die Mieten lagen dabei in einer Bandbreite zwischen 3,80 und 8,50 Euro pro Quadratmeter.

Baugesetze als Kostentreiber

In Schweinfurt sind die Mieten im Vergleich zu anderen Städten in Unterfranken und Bayern unverändert noch günstig. Bei Neubauten und modernisierten Gebäuden ist jedoch mittelfristig ein spürbarer Anstieg der Mieten absehbar. Auch bei den aktuellen Neubauten des Bauvereins werden sich die deutlich gestiegenen Baukosten auf die Miethöhe auswirken. Besondere Baukostentreiber waren und sind hier gesetzliche Vorgaben. Die geforderte Energieeffizienz und Barrierefreiheit gibt es nicht zum Nulltarif. Auch kommunale Vorgaben haben sich hier belastend ausgewirkt. Und nicht zuletzt führt auch die seit Jahren wachsende Zahl von Bauvorschriften zu steigenden Kosten, beispielsweise für Fachingenieurleistungen.

Im Gegensatz zu früheren Jahren sind die staatlichen Förderangebote zur Schaffung und Erhaltung von Sozialwohnungen für Wohnungsbaugenossenschaften derzeit wenig attraktiv. Sie werden daher landesweit kaum abgerufen. Die Verantwortung für den Sozialwohnungsbau verlagert sich dadurch zunehmend auf die Kommunen und die kommunalen Wohnungsunternehmen. Das Angebot an Sozialwohnungen wird sich daher in den nächsten Jahren auch in Schweinfurt deutlich verringern.

Acht Millionen Euro verbaut

Beim Bauverein lag 2019 der Schwerpunkt erneut auf dem Neubausektor. Im Baugebiet Eselshöhe West II wurde an zwei Mehrfamilienhäusern weitergebaut und im Musikerviertel mit dem Ersatzneubau in der Degnerstraße begonnen. Fast acht Millionen Euro wurden 2019 verbaut, dies ist die höchste Neubauinvestition des Bauvereins seit vielen Jahren.

Degnerstraße: Nach dem Abriss des alten Häuserblocks wird seit März 2019 an einem neuen Haus mit 17 Zwei- und sieben Drei-Zimmer-Wohnungen und einer Gewerbeeinheit (Büroräume) gebaut. Das Haus steht kurz vor der Fertigstellung. Mit dem Neubau verbunden ist die Neugestaltung der Außen- und Garagenanlage.

Starke Auslastung der Handwerker

Eselshöhe West II: Die Mehrfamilienhäuser Heinrich-Boll-Straße 21 und 27 mit je neun Wohnungen werden bis Ende 2020 fertiggestellt. Die starke Auslastung der Handwerker verzögerte hier den Baufortschritt. Mit dem nächsten Bauabschnitt wurde dort bereits begonnen. In der Heinrich-Böll-Straße 23 und 25 entstehen zwei weitere Mehrfamilienhäuser mit je vier Wohnungen. Die Bauinvestition liegt hier bei geplant 2,2 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr wird es neben der Fortsetzung der Neubautätigkeit auch wieder größere Modernisierungsmaßnahmen geben. Schwerpunkte bilden hier die Aufzuganlagen im Stadtteil Deutschhof, die Aufrüstung von Breitbandverteilanlagen und die Verbesserung des Brandschutzes in der Wohnanlage Galgenleite und im Hochhaus Franz-Schubert-Straße 36.

In seinem Grußwort im Jahresbericht dankte der Aufsichtsratsvorsitzende Ralf Hofmann allen Vertreterinnen und Vertretern und allen Mitgliedern für ihren genossenschaftlichen Einsatz. Besonders richtete er den Dank an jeden einzelnen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauvereins – in der Verwaltung und im Servicebetrieb. Sie trügen mit ihrem Wirken zur Kultur des Miteinanders, die die Genossenschaft prägt, bei. Gerade in diesem Jahr verlangt die Corona-Pandemie von allen Beschäftigten in besonderem Maße Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein. Dies könne man nicht hoch genug würdigen.

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