SCHWEINFURT

Ein Roter führt das Rote Kreuz

Das Rote Kreuz hat gewählt: Im Bild von links der Ehrenvorsitzende Paul Eichhorn, Landrat Harald Leitherer, der neue Vorsitzende Hartmut Bräuer, der neue Stellvertreter OB Sebastian Remele und BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer.
Foto: Hannes Helferich | Das Rote Kreuz hat gewählt: Im Bild von links der Ehrenvorsitzende Paul Eichhorn, Landrat Harald Leitherer, der neue Vorsitzende Hartmut Bräuer, der neue Stellvertreter OB Sebastian Remele und ...

(hh) Der Nachfolger von Gerhard Eck auf dem Chefsessel des BRK-Kreisverbandes Schweinfurt heißt Hartmut Bräuer. Der Ex-Rathauschef von Gerolzhofen setzte sich am Mittwochabend im Pfarrheim von St. Kilian Schweinfurt gegen den amtierenden Bürgermeister Richard Köth aus Schwanfeld überraschend deutlich durch. Dem SPD-Mann, der im Kreistag die rote Fraktion führt, gaben 71 Delegierte ihre Stimme, der CSU-Bewerber aus Schwanfeld blieb bei 38 hängen.

Die Wahl war nötig geworden, weil Eck zum Innenstaatssekretär aufgestiegen war und das Amt des Vorsitzenden zum Jahresbeginn aufgeben musste, weil das Ministerium die Aufsichtsbehörde der BRK-Organisationen ist. Einer weiterer Grund für die außerordentlich einberufene Versammlung war der Verzicht von Gudrun Grieser auf den Posten als zweite stellvertretende Vorsitzende zum Ende ihrer Amtszeit im April. An ihre Stelle wählten die Rotkreuzler den neuen OB Sebastian Remelé, dem immerhin 109 der 112 Delegierten ihre Stimme gaben, eine war dabei noch ungültig.

Mit ausschlaggebend für das deutliche Votum pro Bräuer war wohl der Faktor „Zeit“, die das Amt ja zweifelsohne beansprucht. Die Delegierten glaubten in der Mehrheit, dass Bräuer hier mehr einbringen kann. Der 65-Jährige ist nach seinem Rückzug vom Bürgermeisteramt 2007 (nach 18 Jahren) „Rentner“, lediglich in zwei sozialen Einrichtungen ehrenamtlich engagiert. Köth steht demgegenüber als ehrenamtlicher Rathauschef im Amt, außerdem als selbstständiger Bau-Ingenieur noch voll im Berufsleben. Weniger eine Rolle dürfte gespielt haben, dass der von Kindesbeinen an mit dem Roten Kreuz verbandelte Köth seine Bewerbungsrede vorgelesen, das langjährige BRK-Vorstandsmitglied Bräuer aber frei gesprochen hat. Bräuer kündigte an, sich „zum Kennenlernen“ zeitnah mit allen Gliederungen in Verbindung zu setzen. Er hob besonders die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen hervor, ohne deren Engagement das Rote Kreuz niemals „der große Wohlfahrtsverband“ geworden wäre. Mit seiner Arbeit als Vorsitzender wolle auch er ab sofort „dazu beitragen“.

Durch den emotionslosen Abend führte der wegen des Eck-Rückzugs zum Interimschef aufgestiegene erste stellvertretende Vorsitzende Harald Leitherer. Der gut gelaunte Landrat dankte Eck – fehlte entschuldigt wegen der CSU-Klausur in Banz – für das Viele, dass er auf den Weg gebracht habe. Als „großes Werk“ hob Leitherer den BRK-Neubau an der Niederwerrner Straße hervor. Dank sagte er auch Grieser für „ihr langjähriges Engagement“. Schließlich zollte er den haupt-, vor allem aber den ehrenamtlichen Rotkreuzlern „in allen Stufen“ Respekt und Anerkennung für ihr Wirken.

Stichpunktartig erinnerte Leitherer an die in einen Strategie-Workshop erarbeiteten Schwerpunktziele der nächsten Zeit. Geplant ist unter anderem der Aufbau eines Babysitter-Dienstes, einer Freiwilligenagentur in Stadt und Landkreis sowie eine engere Kooperation mit anderen BRK-Kreisverbänden, um ein komplexes Hilfeleistungssystem zu schaffen. Bis Mitte 2011 soll eine Bestandsaufnahme aller Liegenschaften samt Bewertung des Sanierungsbedarfs über die Bühne sein.

Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer, dessen Elan Leitherer hervorhob („den müssen wir fast ein bisschen bremsen“), freute sich über den Erfolg des Rotkreuzladens in der Oberen Straße mit bis zu 1800 Besuchern im Monat. Sorge bereiteten die Pläne, die Wehrpflicht abzuschaffen, weil damit auch der „Zivi im Rettungsdienst eine aussterbende Spezies wird“, sagte Lindörfer, der auf Ersatz durch die angedachten Pläne zur Ausweitung des Freiwilligen Sozialen Jahres hofft.

Den Kassenbericht gab Rainer Fröhlich. Der Jahresüberschuss von 21 690 Euro wäre deutlich höher, hätte man nicht 222 000 Euro an die BRK-Zentrale überweisen müssen, die Umlage sei zur „Reduzierung von deren Problemen“ verlangt worden, merkte Fröhlich kritisch an. Die Wahl leitete Leo Wiesmann vom Bezirksverband.

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