Grafenrheinfeld

Ein Zaun, Gebäude und Wege für ein sichereres Zwischenlager

Auf dem Kraftwerksgelände bei Grafenrheinfeld wird für 1300 Millionen Euro rück- und für 30 Millionen Euro neugebaut. Arbeitsplätze für 70 Beschäftigte entstehen.
Die ersten Fundamente für den Zaun (rechts vorne) rund um das Zwischenlager Bella (dunkelgrün in der Mitte) und die Bereitstellngshalle Beha (rechts, hellgrün) sind gegossen.
Foto: Gerd Landgraf | Die ersten Fundamente für den Zaun (rechts vorne) rund um das Zwischenlager Bella (dunkelgrün in der Mitte) und die Bereitstellngshalle Beha (rechts, hellgrün) sind gegossen.

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) auf dem Gelände des Kernkraftwerks bei Grafenrheinfeld den Beginn ihrer Baumaßnahmen gestartet, deren Kosten sich auf 30 Millionen Euro summieren werden. Bereits gegossen sind die ersten Fundamente für den Sicherungszaun rund um den in etwa fünf Jahren gänzlich autarken Zwischenlagerbetrieb.

Ziel sei es, einen vom Kraftwerk entkoppelten Betrieb zu garantieren, sagte Michael Hoffmann von der BGZ. Bereits seit Januar 2019 betreibt die Gesellschaft das Brennelemente-Zwischenlager Grafenrheinfeld. Auch den Betrieb der vom Betreiber des Kraftwerks (PreussenElektra) erbauten und fast fertiggestellten Bereitstellungshalle wird die BGZ übernehmen. 

Entkoppeln vom Kraftwerk

Um für einen autarken Betrieb gerüstet zu sein, wird in einem ersten Bauabschnitt mit der Sicherungsanlage die äußere Umschließung des Lagerareals erstellt. In weiteren Abschnitten folgen der Bau eines Funktionsgebäudes für das Personal sowie die Errichtung eines Wachgebäudes. Eine unabhängige Versorgung mit Frisch- und eine ebenso autarke Entsorgung der Abwässer sowie der Wegebau komplettieren die Baumaßnahmen.

"Bei den Planungen wurde selbstverständlich auch an eine nachhaltige und regenerative Energieversorgung aller Anlagen gedacht. Zudem werden entsprechende ökologische Ausgleichsflächen geschaffen, kündigte Jürgen Bruder, Leiter des Zwischenlagers Grafenrheinfeld, an. Mit Beendigung der Baumaßnahmen sollen am Standort etwa 70 Mitarbeiter (eigenes Personal und Objektschutz) beschäftigt sein.

Aufträge für die Region

Einen Großteil der bislang vergebenen Aufträge haben regionale Firmen übernommen. So zeichnet die Firma Glöckle als General-Auftragnehmer verantwortlich. Die technischen Gebäudeplanungen stammen von dem Schweinfurter Ingenieurbüro Michael Dietz. Den Brandschutz konzipierte die Firmengruppe Renninger aus Giebelstadt.

Symbolischer Spatenstich für die Sicherungsanlagen am Zwischenlager mit Jürgen Bruder (von links) und Michael Hoffmann (beide BGZ), Bürgermeister Christian Keller, Mark Linssen (BGZ) sowie Klaus Josef Amrein und Bernd Supthutn(beide Firma Glöckle). 
Foto: Gerd Landgraf | Symbolischer Spatenstich für die Sicherungsanlagen am Zwischenlager mit Jürgen Bruder (von links) und Michael Hoffmann (beide BGZ), Bürgermeister Christian Keller, Mark Linssen (BGZ) sowie Klaus Josef Amrein und ...

Unterstützung beim Spaenstich erhielt die BGZ von Grafenrheinfelds Bürgermeister Christian Keller: "Die Sicherheit von Mensch und Umwelt hat oberste Priorität. Die BGZ ist jetzt in der Pflicht, ihrer großen Verantwortung gerecht zu werden, die mit der Handhabung der radioaktiven Abfälle verbunden ist", so der Bürgermeister, der auf die traditionell gute Nachbarschaft und eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit setzt. Wichtig war Keller der Hinweis auf ein Ende des Zwischenlagers bis spätestens 2050 (mit der Inbetriebnahme eines Endlagers).

Die Zuständigkeiten

Der Betrieb der Zwischenlager ist aktuell technisch, organisatorisch und personell eng mit dem Kraftwerk verbunden. Ziel und Aufgabe der BGZ ist es, die Zwischenlager an allen 24 Kernkraftwerken in den alten Bundesländern autark zu betreiben. Die Betreiber der Kraftwerke sind für deren Stilllegung und den Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes, der dafür auch die BGZ gegründet hat. 

Der Rückbau

Das KKG ging vor über fünf Jahren (7. Juni 2015) vom Netz. Der Rückbau begann 2018 im April und soll nach weiteren 15 Jahren mit dem Abriss der Gebäude im Jahr 2035 enden. Bei dem Rückbau fallen 35 500 Tonnen Material an, darunter zwei Prozent schwach- und mittelradioaktive Fraktionen, die auf dem bisherigen KKG-Gelände in das Zwischenlager Bella und die Bereitschaftshalle Beha gebracht werden. Die Kosten für den Rückbau werden auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt.

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