Schweinfurt

Erste OBA-Gruppenreise nach der Krise sorgt für zufriedene Gesichter

Die Corona-Pandemie verlangt Menschen mit Handicap viel ab. Nun gibt es erste Lichtblicke: Die OBA hat nach den Lockerungen ihre erste Reise absolviert. Wie lief sie ab?
Höhepunkt der ersten OBA-Reise nach den Corona-Lockerungen: Die geführte Alpaka-Wanderung.
Foto: Ingrid Licha/OBA | Höhepunkt der ersten OBA-Reise nach den Corona-Lockerungen: Die geführte Alpaka-Wanderung.

Wirklich entscheiden kann sich Verena Lücke nicht. "Irgendwie war alles - für sich gesehen - ein Highligt", erzählt die 40-Jährige. Die Asperger-Autistin war eine von neun Menschen, die nach den Lockerungen während der Corona-Pandemie wieder mit der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Diakonie auf Reisen ging - zum Wandern in die Rhön. Auch wenn diesmal Vieles anders war, ließen sich Lücke & Co. den Spaß nicht verderben. 

Auch wenn OBA-Erzieherin Ingrid Licha deutlich mehr zu tun hatte, bevor es losgehen konnte, zog sie ein positives Fazit. "Mir hat es viel Freude gemacht, das Ganze zu planen. Auch wenn die medizinischen Aspekte in der derzeitigen Krise wichtig sind - man muss ja auch schauen, was den Leuten guttut. Nicht umsonst lautet unser Motto: 'Geht nicht, gibt's nicht so oft'." Und so nahm die 61-Jährige den Telefonhörer in die Hand und machte Ende Mai und Anfang Juni möglich, was möglich zu machen war: Eine Reise mit einer Kleingruppe ins Rhöniversum nach Oberelsbach im Landkreis Rhön-Grabfeld. "Bis es so weit war, dass die sechs Teilnehmer mit Beeinträchtigungen und ihre drei Begleitpersonen wussten, dass sie fahren durften, war's eine echte Achterbahnfahrt für uns. Lauter Telefonate, E-Mails und Nachfragen", wirft OBA-Leiter Reinhold Stiller ein, der an diesem Nachmittag mit Licha in den Räumen des ambulanten Dienstes der Behindertenhilfe in der Oberen Straße sitzt.

"Die allgemeinen Hygiene-Regeln sind ja schon länger bekannt. Es war trotzdem sehr entspannt. Dass man in bestimmten Situationen Masken trägt - und den Mindestabstand einhält, gehört ja schon irgendwie dazu."
Teilnehmerin Verena Lücke über die Einschränkungen

Dass es dann losging, beschreiben die beiden Verantwortlichen als Segen. "Viele der Menschen, die normalerweise zu uns kommen, hängen ja noch immer zu Hause herum. Man muss sie ja auch wieder aus dieser Art der Isolation holen und sie an den Alltag gewöhnen", verdeutlicht Licha, die es im Nachhinein auch als Glück bezeichnet, dass ihre Gruppe zu den ersten Gästen in der Umweltbildungsstätte gehörte, von wo sie immer wieder zu Wanderungen aufbrach. "Die Betreiber konnten mit uns sozusagen ihre Konzepte austesten. Für die war das Ganze ja auch Neuland - genauso wie für die Anbieter von Freizeitangeboten. Bei der Alpaka-Wanderung am dritten Tag waren wir auch die Ersten."

Erinnerungen werden festgehalten

Bis zu der hatte die Gruppe unter anderem schon die Lange Rhön unsicher gemacht und eine Waldwanderung absolviert. Insgesamt standen am Ende, als sie dann noch das Schwarze Moor besucht hatte, 42,5 Kilometer zu Buche. "Wir haben jeden Abend eine Art Tagebuch-Eintrag gemacht, um das Erlebte nochmal zu verarbeiten. Es soll uns allen ja noch lange in Erinnerung bleiben", erklärt Licha mit einem Lächeln. Besonders anstrengend durch zusätzliche Corona-Beschränkungen war der Trip augenscheinlich nicht.

Schwierigkeiten dadurch, dass beispielsweise zwei Teilnehmer mit Down-Syndrom dabei waren, habe es nicht gegeben. "Die allgemeinen Hygiene-Regeln sind ja schon länger bekannt. Es war trotzdem sehr entspannt. Dass man in bestimmten Situationen Masken trägt - und den Mindestabstand einhält, gehört ja schon irgendwie dazu", erzählt Lücke, "ich hatte auch nicht den Eindruck, dass sich die Anderen schwer getan haben. Ich war jedenfalls froh, auch in der Freizeit mal wieder richtig unter Menschen zu sein."

Eine der Einschränkungen: Bei der Essensausgabe musste die Gruppe Abstand halten.
Foto: Ingrid Licha/OBA | Eine der Einschränkungen: Bei der Essensausgabe musste die Gruppe Abstand halten.
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