„Es lebe die Wahrheit!“

Romantik, Liebe, Rebellion: Georg Nägle alias Cosmic auf der Bühne.
Foto: Gaga Nielsen | Romantik, Liebe, Rebellion: Georg Nägle alias Cosmic auf der Bühne.

Schweinfurt/Berlin Georg Nägle alias Cosmic, Schweinfurter und Frontmann des „poetrYclub“, der Pop mit Texten von Friedrich Rückert macht, lebt seit einiger Zeit in Berlin. Am 15. Mai tritt er wieder einmal in der Disharmonie auf.

Frage: Friedrich Rückert hat Berlin ja nach einem kurzen Gastspiel ziemlich schnell wieder verlassen – wie ergeht es Dir denn so in der Hauptstadt?

Cosmic: Ich kann Rückert gut verstehen. Er liebte die ländliche Abgeschiedenheit, die stinkende Stadt dagegen verabscheute er. Aber für mich und den poetrYclub ist Berlin zurzeit der richtige Ort. Das Projekt wächst und gedeiht. Diese Stadt schenkt einem allerdings nichts, man muss schon alles geben! Wenn man das tut, kommt auch viel Gutes zurück. Die Bedingungen für die künstlerische Weiterentwicklung sind hier ideal. Aufmerksame Leser meines Blogs werden zum Beispiel mitbekommen haben, dass ich hier auch neue Mitmusiker gefunden habe. Im Oktober kommen wir mit dem Trio nach Schweinfurt.

Die Szene der Künstler, Singer/Songwriter, Blogger ist nun nicht gerade übersichtlich – wo siehst Du Deinen Platz darin?

Cosmic: Mit unserer Poesie, Musik und Kunst machen wir etwas Einmaliges. Wir verbinden alte poetische Texte mit Popmusik. Schon deshalb würde ich sagen, wir sind nicht Teil einer Szene, wir sind die Szene – jedenfalls auf unserem Gebiet. Man könnte uns aber vielleicht im weiteren Sinne der „Wahrheitsbewegung“ zuordnen, eine neue Strömung der Aufklärung. Unser Ansatz dabei: Romantik, Liebe, Rebellion! Die Poesie Rückerts liefert viel Weisheit und Wahrheit, jeder kann sich etwas für sein Leben heraus ziehen.

Wie verschafft man sich in dieser Szene Gehör?

Cosmic: In Berlin hat man viele Möglichkeiten live zu spielen, aber das Angebot für die Leute dort ist sehr groß, also ist es nicht so einfach, großes Publikum zu erreichen, gerade wenn man eher die leisen Töne pflegt. Aber unsere Zeit wird kommen. Derzeit nutzen wir einfach die großartigen Bedingungen, die Berlin für Musiker bietet und arbeiten an uns und der Musik. Sicher werden wir uns damit in absehbarer Zeit auch wieder neues Gehör verschaffen. Über Internet, Radio und das live Spielen.

Du sprichst in Deinem Blog von der fortschreitenden Poetisierung der Gesellschaft – ist das Dein Ernst?

Cosmic: Ja klar, es ist eine Frage des Standpunkts. Für mich sieht es wirklich so aus. Durch Poesie kommt die höhere Ordnung in unser Leben. Nicht nur durch Sprache, auch in der Musik, im Film und der Fotografie offenbart sie sich auch in unserer Zeit. Das Internet spielt dabei eine immer größere Rolle. Ich finde es großartig, was manche Leute dort von sich zeigen. Trotz der zunehmenden geistigen Verarmung in unserer Gesellschaft, ich sehe auch viele Lichtblicke und eine Gegenbewegung.

Eine große Rolle in Deiner Arbeit spielt das Geldsystem. Kannst Du – ganz kurz – erklären, worum es Dir geht?

Cosmic: Die Wurzel der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen liegt im heutigen Geldsystem. Es erzeugt überschießend Kredit und fördert damit Spekulationsblasen ebenso wie Inflation und die maßlose Überschuldung vieler Beteiligter. Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung. Ich setze mich in diesem Bereich schon lange für Aufklärung ein, sonst werden wir die Probleme nicht lösen. Ohne eine umfassende Neuordnung des Geldsystems, fährt unsere Demokratie gegen die Wand. Ich habe zwei Projekte mit auf den Weg gebracht, dort kann man mehr erfahren: www.liebeangelamerkel.de und www.monetative.de. Es lebe die Wahrheit!

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