Schweinfurt

Fahrradwege in Schweinfurt: Stadt will keine Popup-Lanes

Das Thema Fahrrad-Konzept wurde auch bei den Haushaltsberatungen angesprochen. Was die Verwaltung im nächsten Jahr plant und warum SPD-Anträge abgelehnt wurden.
Eine schwierige Kreuzung für Radfahrer ist das Obertor in Schweinfurt. Bei der Haushaltsberatung des Stadtrats standen auch Anträge zur Verbesserung der Fahrradwege in der Stadt auf dem Programm.
Foto: Oliver Schikora | Eine schwierige Kreuzung für Radfahrer ist das Obertor in Schweinfurt. Bei der Haushaltsberatung des Stadtrats standen auch Anträge zur Verbesserung der Fahrradwege in der Stadt auf dem Programm.

Die Frage, ob Schweinfurt ausreichend mit Fahrradwegen versorgt ist, neue Radwege ein dringendes Bedürfnis der gesamten Bevölkerung sind und was andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Autofahrer brauchen, ist immer eine Frage der Perspektive. Den Fahrradfreunden im Stadtrat geht der Ausbau zur fahrradfreundlichen Kommune nicht schnell genug.

Bei den Haushaltsberatungen gab es verschiedene Anträge von SPD und Grünen, auch während der Corona-Pandemie das Thema Fahrrad nicht aus den Augen zu verlieren. Was die Verwaltung nicht tue, wie Baureferent Ralf Brettin und Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) versicherten. Der OB betonte, man habe sich erst im vergangenen Winter ein Radkonzept gegeben und einen Zeitplan, um die Maßnahmen abzuarbeiten. Daran wolle man festhalten.

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Ralf Brettin erklärte, für 2021 seien 30 000 Euro für die weitere Verkehrsplanung im Radverkehrskonzept vorgesehen sowie 45 000 Euro für eine Haushaltsbefragung Mobilitätskonzept. Um geförderte Lastenräder anzuschaffen, seien 30 000 Euro im Haushalt eingestellt. Außerdem habe man grundsätzlich 100 000 Euro für den Ausbau der Radwege, sei es Markierungen oder andere Maßnahmen, vorgesehen. Insofern seien die Bitten der Stadträte, noch mehr Geld einzustellen für bestimmte Maßnahmen, zwar gut gemeint, aber gar nicht nötig.

Popup-Bike-Lanes auf der Hahnenhügelbrücke nicht möglich

Die SPD-Stadträte Marietta Eder und Johannes Petersen wollten 25 000 Euro für zusätzliche Markierungen, Beschilderungen und Warnblinkanlagen, darüber hinaus eine Popup-Bike-Lane über die Hahnenhügelbrücke und eine Messung der Verkehrsströme durch mobile Geräte.

Das Thema Popup-Bike-Lane kam während der Corona-Krise in Großstädten in Mode, wo auf Straßen, auf denen ohnehin ein zusätzlicher Radweg gebaut werden sollte, dieser durch Abgrenzungen vorgezogen wurde. Für kleinere Städte wie Schweinfurt sei diese Modeerscheinung, die zum Großteil auch wieder abgebaut ist, eher ungeeignet, findet Ralf Brettin. Außerdem führt über die Hahnenhügelbrücke eine Bundesstraße, die Stadt habe also gar keine Möglichkeit, etwas zu tun und wolle vor allem bei 40 000 Fahrzeugen am Tag kein Nadelöhr produzieren.

Auch Grünen-Fraktionssprecher Reginhard von Hirschhausen hält Popup-Bike-Lanes für wenig sinnvoll, vor allem wenn sie wieder abgebaut werden. Zum Thema Messungen erläuterte der Baureferent, man habe 14 Plätze mit Videozählung, wo man die Verkehrsströme und Teilnehmer analysiere. Genaue Messungen werden immer dann erstellt, wenn eine konkrete Planung anstehe.

Genehmigt wurde ein Grünen-Antrag zu Radabstell-Anlagen. Ralf Brettin erklärte, man sei hier in konkreter Planung für Form, Standorte und Kosten und werde das im Bauausschuss vorstellen. CSU-Stadtrat Stefan Funk bat darum, ansprechende Anlagen zu konzipieren. Nicht alles, was in einem Vorkonzept der Verwaltung zu sehen war, "ist auch ansprechend".

Die Grünen fordern mehr Entsiegelung geteerter Flächen in der Stadt

Neben dem Thema Fahrrad war auch das Thema Entsiegelung ein Wunsch der Grünen. Sie wünschen sich Teilentsiegelungen mit Baumpflanzungen oder Flächen mit wassergebundenen Decken in allen Stadtteilen, wo das möglich und sinnvoll ist. Die Verwaltung benötigt dafür kein Extrageld, kann dies im Rahmen des Straßenunterhaltes abdecken. "Ein sinnvoller Vorschlag", so Brettin.

Genauso wie der Antrag, am Schelmsrasen Alleebäume schon 2021 zu pflanzen. Als "Selbstverpflichtung, dass es auch wirklich erfolgt", wollte Reginhard von Hirschhausen den Antrag verstanden wissen. Der Baureferent sagte es zu, die Bäume sollen nicht in dem Bereich, der im Zuge der Landesgartenschau-Korrespondenzprojekte geplant wird, gepflanzt werden, sondern entlang der Straßenbereiche, die im Alleen-Plan des Servicebetriebs von 2018 enthalten sind.

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