Euerbach

Gastronomie: Wie Udo "Pizza" Geyer durch die Krise kommt

Udo Geyer hat den Abhol-und Lieferservice in seinem Lokal in Euerbach Stück für Stück ausgebaut. Ohne Corona-Krise und Lockdown hätte er sich das nicht getraut.
 Udo Geyer an seinem Pizzaofen im 'Genuss 67' im Sportheim Euerbach. 
Foto: Martina Müller |  Udo Geyer an seinem Pizzaofen im "Genuss 67" im Sportheim Euerbach. 

Udo Geyer hat Glück. Er hat einen Weg gefunden, als Gastronom aus der Corona-Lockdown-Krise zu kommen. Udo Geyer hat aber nicht nur Glück. Er hat auch Ideen, die er jetzt umgesetzt hat. "Ohne die Krise hätte ich mich das nicht getraut", sagt er. "Ich habe versucht, als Unternehmer was zu unternehmen." Mit seiner Geschichte will er auch ein bisschen Mut machen, sagt er. Gerne gibt er Kollegen Tipps. "Ich freue mich auch, wenn ich jemanden um Rat fragen  kann."

Seit zwei Jahren ist er Pächter des Euerbacher Sportheims. Bekannt ist Udo Geyer in der Region aber vor allem durch seinen mobilen Pizza-Holzbackofen. Man kann ihn für private Feiern buchen, der Ofen wird aber auch für Veranstaltungen und Messen angeschürt.

Zum Essen kommt da noch ein bisschen Show dazu. Udo Geyer erklärt gerne, wie sein Ofen funktioniert, scherzt mit den Leuten in der Schlange und zelebriert die Pizza-Überreichung.  Nicht nur die Kinder sind dann restlos begeistert. "Ich bin dann völlig verschwitzt und schwarz im Gesicht. Das ist mein Markenzeichen." 

Der Ofen ist jetzt im Winterschlaf. Feiern, Feste, Veranstaltungen: Geht alles nicht wegen Corona. "Das fehlt mir. Das ist mein Leben gewesen", sagt er. "Ich bin ein leidenschaftlicher Pizzabäcker." Letztes Jahr im März, als der erste Lockdown kam, steht er  "vor dem Nichts". Auch im Lokal "Genuss 67" im Sportheim bricht alles ab. Doch Geyer lässt sich nicht unterkriegen. Auch, weil er seinen Mitarbeitern eine Perspektive geben will. Er setzt auf Abhol-und Lieferservice. Die Gemeinde Euerbach habe ihn dabei sehr unterstützt, das war wichtig, freut er sich.  

Wie sieht die optimale Speisenkarte aus? 

Gelernt hat Udo Geyer seitdem einiges. Zum Beispiel, dass eine Karte nicht zu viele Gerichte enthalten darf, wenn man effizient sein will. "Ich habe überlegt, was kann ich gut." Pizza natürlich, Schnitzel, Salate. "Reduziert auf das Wesentliche."

Dankbar ist Udo Geyer, dass er nicht auf die gehört hat, die ihm abgeraten haben, sich dem Lieferservice lieferando anzuschließen. Ein fester Anteil seiner Einnahmen geht an lieferando, dafür ist er aber in der App vertreten. Die Leute können problemlos bestellen und zahlen. Und er kann alles – Angebot, Karte, Bestellungen – über sein Handy steuern. 

Zum Faktor Glück gehört auch noch die Lage seines Lokals. "In Euerbach sitze ich mittendrin." Das Umland ist gut zu erreichen. Angefangen hat Geyer mit seinem Lieferservice erstmal in Euerbach. Dann hat er den Kreis ausgeweitet. Langsam. Sein Motto: "Immer langsam drehen an den Schrauben". Bis nach Wasserlosen, nach Bergrheinfeld zum Beispiel. Schwanfeld hat er erst in seine Liefer-Liste aufgenommen, als die Straße  Schwanfeld-Theilheim fertig war. "Sonst hätte ich ja außenrumfahren müssen". 

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Was Udo Geyer noch gelernt hat: Immer mit den Leuten reden. Wenn's doch mal länger dauern sollte, muss man gleich anrufen und Bescheid geben. Und vielleicht einen Gruß aus der Küche beilegen. "Hat länger gedauert, aber dafür gab es Pizzabrot dazu", hat ein Besteller kommentiert.  Udo Geyer hat aber auch die  Erfahrung gemacht, dass sich manchmal ganz neue Wege aufzeigen, sich Türen zu ganz neuen Bereichen öffnen. Er hat die Bahnhofsmission mit Essen versorgt, beliefert bis zum 16. März die Suppenküche der Schweinfurter Kindertafel. "Normalerweise bin ich leidenschaftlicher Pizzabäcker. Jetzt mache ich halt Suppe." 

Udo Geyer macht sich jetzt auch schon mal Gedanken für die Zukunft. Er überlegt sich, wie er den Biergarten gestalten wird, wenn es irgendwann mal wieder losgehen wird mit Gästen, die bleiben dürfen, nicht nur etwas abholen können. "Das Jahr wird nicht einfach. Aber ich habe schon Pläne."  Seine Überzeugung: "Wenn  man kann, muss man in der Krise investieren". Zum Beispiel in eine neue Telefonanlage.  

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