Schallfeld

Glockengeläut in Schallfeld aufgezeichnet

Andreas Greubel aus Bad Kissingen (links) und Bernd Siegordner aus Erlangen nehmen mit Tonbandgeräten das Schallfelder Glockengeläut am Friedhofsweg auf.
Foto: Lothar Riedel | Andreas Greubel aus Bad Kissingen (links) und Bernd Siegordner aus Erlangen nehmen mit Tonbandgeräten das Schallfelder Glockengeläut am Friedhofsweg auf.

Wenn die Kirchenglocken außerhalb der bekannten Zeiten läuten ist das auffällig und viele fragen dann: "Was ist los?". So war es unlängst, gegen 11.20 Uhr, in Schallfeld. Kirchenpfleger Lothar Riedel eilte zum Läuthaus und klärte den Sachverhalt mit Küster Gerd Hofmann, der die Läuttastatur bediente. Zwei interessierte Glockenfans mit einem außergewöhnlichen Hobby hatten das Läuten veranlasst. Bernd Siegordner aus Erlangen und Andreas Greubel aus Bad Kissingen waren gekommen, um am Friedhofsweg das Geläut mit Tonaufzeichnungsgeräten zu dokumentieren.

Die Aufnahmen dauern durchschnittlich 10 bis 15 Minuten, dabei werden jede einzelne Glocke und das Gesamtgeläute aufgezeichnet. Seit 2015 erfolgen die Klangaufnahmen digital. Aber nicht nur für die Töne, sondern auch für die Geschichte der Glocken interessieren sich die fachkundigen Männer. Beide agieren unabhängig voneinander, Greubel hat bereits über 5000 Geläute dokumentiert, nicht nur in Deutschland sondern auch in Holland, der Schweiz und Österreich. Siegordner kann in seinem Archiv sogar auf 9000 Glockengeläute zurückgreifen. Teilweise stammen diese auch von anderen Glockentonaufzeichnern.

Jetzt nahmen sie in Schallfeld und in der Pfarrei Oberschwarzach mit den Filialen die Klänge auf. Damit sind dann alle Kirchenglocken der Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus am Steigerwald mit Ausnahme von Handthal dokumentiert. Dort wird die Aufzeichnung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Erstaunlich ist, dass beide unabhängig voneinander aufgrund des Klangs feststellen, dass im Schallfelder Kirchturm zwei alte und 2 neue Glocken hängen. Die alten Glocken tragen die Jahreszahlen 1700 und 1732, die beiden neuen die Jahre 1947 und 1950 und alle klingen laut Greubel sehr harmonisch.

Experte Siegordner, der auch privater Glockensachverständiger ist, erklärte dass der Klangunterschied von den Glockengießereien herrühre, denn jeder Glockenhersteller verwahrt sein Geheimnis über die Fertigung und die verwendeten Materialien, die das Klangbild ergeben. Jede Glocke hat Haupt- und Teiltöne, die von Glockenhobbyexperten schnell erkannt werden. In großen Kirchen – wie zum Beispiel dem Würzburger Dom – läuten alle 20 Glocken nur an Hochfesten wie Weihnachten, Ostern, Kiliani oder außergewöhnlichen Ereignissen wie einer Bischofsernennung oder Papstwahl. Das hört sich Greubel immer wieder gerne an. Beide praktizieren ihr Hobby bereits seit Kindheit und sind immer noch mit Begeisterung dabei.

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