Schweinfurt

Glosse Zeug gibt's: Fair-Trade-Unternehmen mit Supernamen

Warum Computermäuse eines Fair-Trade-Herstellers für die Schweinfurter Verwaltung zu teuer sind und welche Schwierigkeiten es mit einer neuen E-Ladesäule gibt.
Fair hergestellte und gehandelte Computermäuse sind für die Stadtverwaltung im Moment kein Thema, weil sie deutlich teurer sind als herkömmliche.
Foto: Alexander Heinl | Fair hergestellte und gehandelte Computermäuse sind für die Stadtverwaltung im Moment kein Thema, weil sie deutlich teurer sind als herkömmliche.

In dem von den fußballaffinen Kolleginnen und Kollegen dieser Redaktion überaus hochgeschätzten Fachmagazin 11Freunde gibt es eine Rubrik, die man sich nicht entgehen lassen sollte: Fußballer mit Supernamen. Nothnagel, Feisthamel, Bierchen, Kotzke, Salami, so was eben. Natürlich haben wir auch die 11Freunde-Stecktabelle und den 11Freunde-Kalender mit historischen Fußballbildern. Das aber nur am Rande.

Die Schweinfurter Stadtverwaltung hatte nun einen Antrag auf dem Tisch liegen, bei dem die Rubrik "Firmen mit Supernamen" vollauf zutrifft: Die Firma Nager IT würde was produzieren? Genau, Computer-Mäuse, in Fair-Trade-Manier. 2016 gewann das Unternehmen sogar den Bayerischen Eine-Welt-Preis, bekennt sich zur ILO-Kernarbeitsnorm und produziert regional in Inklusionsbetrieben.

Einziges Problem: Die fairen Mäuse von Nager IT sind sechsmal so teuer wie eine mutmaßlich nicht ganz so fair in Asien hergestellte herkömmliche Computermaus. Und das geht bei über 1000 Mitarbeitern in der Stadtverwaltung dann doch ein bisschen zu sehr ins Geld, zumal wenn es eine 20-prozentige Haushaltskürzung wo immer möglich für das Jahr 2021 gibt. Ergo war der nicht ganz ernst gemeinte Wunsch von SPD-Fraktionschef Ralf Hofmann, alleine schon wegen des coolen Namens sollte die Firma einen Auftrag bekommen, nicht erfüllbar. Fair-Trade-Stadt bleibt Schweinfurt natürlich trotzdem, nur eben ohne faire Computermäuse.

Wenn der Nikolaus Geschenke schickt

Wir nehmen mal an, es gibt auch Fair-Trade-Schoko-Nikoläuse. Wenn ja, bitte die Adresse schicken, denn die Finanzreferentin Anna Barbara Keck hätte sich einen redlich verdient. Als sie den Nachtragshaushalt für 2020 vorlegte, wurde schnell klar, wie sehr das kommunale Rettungsprogramm von Bund und Freistaat mit dem Ausgleich der Gewerbesteuer-Verluste der Stadt hilft. Keck und der OB sprachen von einem "blauen Auge", mit dem die Stadt finanziell bisher durch die Corona-Krise gekommen sei. Linken-Fraktionschef Frank Firsching findet eher, dass es ein "Nikolausgeschenk" ist, wenn man einen genauen Blick auf die überraschend positiven Zahlen wirft. Nicht ganz abwegig, muss man sagen.

Abwegig ist es auch nicht, sich angesichts des Klimawandels um die Umwelt Sorgen zu machen. Manch ein Zeitgenosse hat die Elektromobilität für sich schon eingeläutet und musste kürzlich Wunderliches in der Stadt feststellen.

Am Parkplatz in der Gunnar-Wester-Straße ist im November eine neue Ladestation für Elektroautos aufgestellt worden. Dort steht natürlich auch zu lesen, wie man den Strom zapfen kann. Indem man eine SMS an eine Nummer schickt und den auf der Säule stehenden Buchstabencode dazu. Dann, so zumindest der sonst übliche Standard, öffnet sich die Klappe und man kann sein Ladekabel in die Steckdose schieben. Doch die Klappe bleibt dicht. Stattdessen klappert das Handy und teilt dem verdutzten Kunden mit: "Der SMS & Charge Service wurde zum 1. August eingestellt. Bitte beachten Sie die Hinweise auf der Ladesäule." Muss man halt doch Variante B wählen: App runterladen und das Auto laden.

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