Schweinfurt

Glosse Zeug gibt's: Wo Schweinfurt wie New York City ist

Großstädtisches Flair, davon träumt die Wälzlagerstadt seit langem. Warum manche Baustadträte aber dennoch Furcht vor zu enger Bebauung in der Innenstadt haben.
Häuserschluchten in der Schweinfurter Innenstadt? Eine Befürchtung für den Fischerrain, wo ein neues Wohngebäude gebaut werden soll.
Foto: Oliver Schikora | Häuserschluchten in der Schweinfurter Innenstadt? Eine Befürchtung für den Fischerrain, wo ein neues Wohngebäude gebaut werden soll.

New York City, das ist wirklich so, kann man nur hassen oder lieben. Es gibt kein Grau, nur Schwarz oder Weiß, und das liegt vor allem daran, dass die Stadt, die niemals schläft, mit ihren zahllosen Wolkenkratzern prädestiniert ist für das, was man Häuserschluchten nennt.

Es ist ein durchaus beeindruckender Moment, als Tourist das erste Mal durch Manhattans Straßen zu laufen und wegen der Skyscraper Mühe zu haben, den Himmel zu sehen, wenn man nach oben schaut. 250 Meter sind es zwischen dem Beginn der Spitalstraße und dem Rathaus in Schweinfurt, das wäre in New York ein kleines Wolkenkratzerchen.

Nun, mondän und großstädtisch, das würde man kaum als Attribute für Schweinfurt wählen und kaum einer würde das in der Wälzlagerstadt so sehen. Außer natürlich diejenigen, die großstädtisch mit ganz viel Industrie gleichsetzen und diejenigen, die – natürlich völlig zu Recht – sagen, Schweinfurt sei schon immer viel besser als die per Definition wegen ihrer Einwohnerzahl als Großstadt zählende unterfränkische Metropole Würzburg.

Großstadt hin oder her, Schweinfurt fällt nicht durch Häuserschluchten auf, sondern ist im Sommer aus der Luft betrachtet erstaunlich grün und hat mit über 50 000 fast so viele Bäume wie Einwohner. Nur mal so als Fun-Fact.

Die vorpandemischen Reisegewohnheiten von SPD-Stadtrat Johannes Petersen kennen wir nicht, wissen also nicht, wie er zum Beispiel zum Big Apple steht. Aber angesichts der sonst üblichen Bauweise und der breiten Straßen in der Innenstadt kann man verstehen, dass der SPD-Mann am Fischerrain durch den geplanten Neubau von 20 Wohnungen auf drei Geschossen und der Engstelle zwischen Fischersteig und Fischerrain Sorgen vor einer Häuserschlucht hat. Das bereits da stehende Gebäude ist ja ohnehin eines der Lieblings-Kritik-Objekte derjenigen, die die CSU-geprägte Baupolitik in der Innenstadt für sagen wir mal suboptimal halten. Wir werden auf jeden Fall ein Auge auf das Schluchtenpotenzial der Engstelle haben.

Wie die Mikrofonanlage der Corona-Pandemie gerecht wird

Gerade in Zeiten des harten Lockdowns ist es wichtig, Kontakte zu reduzieren. Und – wenn man sich doch in echt und nicht digital trifft – das Zusammensein mit Maske, Abstand und in angemessener Schnelligkeit zu absolvieren. In diesem Sinne hatte Oberbürgermeister Sebastian Remelé jüngst in der Bauausschusssitzung einen überraschenden Verbündeten: die Mikrofonanlage im großen Sitzungssaal.

Als der erste Tagesordnungspunkt zum neuen Bauvorhaben am Fischerrain von der Verwaltung vorgetragen worden war und gerade mal zehn Minuten vorbei waren, stellte der OB fast schon überrascht fest, dass es keine Wortmeldungen gab. Wer den Bauausschuss kennt, weiß, dass es gerade bei scheinbar eindeutigen Bauvorhaben eine gewisse Diskussionsfreude gibt.

Der doch eher subtil einzustufende Anti-Pandemie-Kampf mittels ausgeschalteter Mikrofonanlage und dadurch verkürzter Debatte währte auch nicht lange, denn plötzlich waren doch fünf Wortmeldungen da. Immerhin dauerte es trotzdem nur 20 Minuten, bis man sich einig war. Was dafür spricht, dass den Stadträten bewusst ist, dass ausgedehnte Debatten auch den richtigen Anlass brauchen.

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