Gochsheim

Gochsheim: Manuel Kneuer ist durchmaschiert

Der jüngste Kandidat entschied alle vier Wahlbezirke und die vier Briefwahlbezirke mit absoluter Mehrheit für sich.
Der jüngste Kandidat hat sich in einem Erdrutschsieg durchgesetzt: Manuel Kneuer ist der neue Bürgermeister in Gochsheim.
Foto: Willi Schmidt Photo Lab Schweinfurt | Der jüngste Kandidat hat sich in einem Erdrutschsieg durchgesetzt: Manuel Kneuer ist der neue Bürgermeister in Gochsheim.

Gochsheim hat einen neuen Bürgermeister. Der jüngste Kandidat hat sich in einem Erdrutschsieg durchgesetzt. Der erst 28-jährige Manuel Kneuer (CSU/Freie Bürger) entschied das Rennen bereits im ersten Wahlgang klar für sich. Er setzte sich mit 59,9 Prozent gegen seine beiden Kontrahenten Hans-Jürgen Schwartling (SPD, 20,6 Prozent) und Stefan Lutz (Freie Wähler, 20 Prozent) der Stimmen durch. Kneuer entschied alle vier Wahlbezirke und die vier Briefwahlbezirke mit absoluter Mehrheit für sich.

Bereits um 18.10 Uhr lag das erste Ergebnis aus dem ehemaligen Rathaus in Weyer vor: 59,9 Prozent für Kneuer, 21,9 Prozent für Lutz und 18,2 Prozent für Schwartling. Um 18.27 Uhr verstärkte die Auszählung in der Alten Schule den Trend: 62,2 Prozent Kneuer, 21,6 Prozent Schwartling, 16,2 Prozent Lutz. Um 18.45 Uhr waren alle Ergebnisse ausgewertet. Von den 5037 Wahlberechtigten gingen 3186 zur Wahl, eine Wahlbeteiligung von 63,3 Prozent. Kneuer versammelte insgesamt 1872 Wähler hinter sich, Schwartling kam auf 651, Lutz auf 630 Stimmen.

Kneuer hatte den Wahlausgang am Internet in einem Nebenraum des Pfarrheims zusammen mit der Familie, engsten Freunden und seinem Team verfolgt. Als um 18.10 Uhr das erste Ergebnis am Monitor aufleuchtete, war der erste Aufschrei der Versammelten zu hören. Er habe ein "gutes Gefühl", zeigte sich der neue Bürgermeister schon vor den Ergebnissen optimistisch. Dass es so ausgehen würde, "das habe ich nicht erwartet", jubelte er dann umso lauter. Er werde noch das Ergebnis der Gemeinderatswahl abwarten, dann werde gefeiert. In den nächsten Tagen nach der Wahl werde er mit seinem Team die vor ihm liegenden Ereignisse besprechen.

Seine Mitbewerber hatten ihm bereits nach Bekanntgabe der Ergebnisse gratuliert. "Ein mehr als deutliches Ergebnis", konstatierte Stefan Lutz. Er analysierte, dass die Bürger das ehrenamtliche Engagement weniger honoriert hätten als die Hoffnung, in den Neuen zu setzen, der sich noch nicht bewiesen habe. Lutz erwartet, dass die "60 Prozent", die Kneuer gewählt hätten, ihn jetzt auch "sehr deutlich und umfangreich und nachhaltig" unterstützen. Hans-Jürgen Schwartling hatte gehofft, wenigstens in die Stichwahl zu kommen. "Vielleicht haben die Bürger mehr den Handwerker in mir gesehen als den Bürgermeister", versuchte er eine erste Analyse. "Die Leute haben gedacht, sie brauchen was Neues", vermutete er den Grund für den Erdrutschsieg von Kneuer.

Offensichtlich hatte der Junior unter den drei Bewerbern einen sehr guten Wahlkampf gemacht. Sein Slogan: "Ein (K)neuer fürs Rathaus" blieb anscheinend bei vielen Wählern sehr gut hängen. Schließlich war der Youngster in der Lokalpolitik in seiner Heimatgemeinde bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Und er hatte mit Schwartling und Lutz zwei arrivierte Kräfte gegen sich, die schon eine beziehungsweise mehrere Legislaturperioden Erfahrung im Gemeinderat haben. Schwartling vertrat gar als Zweiter Bürgermeister in den letzten sechs Jahren mehrfach Bürgermeisterin Helga Fleischer.

Für Kneuer geht die Arbeit jetzt los. Auch wenn erst am 1. Mai die Staffelübergabe von Fleischer ist, wartet auf ihn mit der "Corona-Krise" eine Mammutaufgabe. Schließlich ist Gochsheim gerade durch seine in den letzten Jahren stark gestiegenen und konstant auf hohem Niveau etablierten Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommenssteuer durch die aktuelle Situation besonders verwundbar.

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