Grafenrheinfeld

Grafenrheinfeld: Was spricht für das MainCenter?

Vollsortimenter Ja oder Nein? Das ist Gegenstand eines Bürgerentscheids.  Warum die Gemeinde das Projekt für wichtig hält. Und was die Betreiber des Marktes im Ort wollen.
Der Edeka-Markt in der Ortsmitte von Grafenrheinfeld. Die Gemeinde plant, einen Vollsortimenter am Ortseingang anzusiedeln. Die Betreiber des bestehenden Marktes würden ihn übernehmen. 
Foto: Susanne Wiedemann | Der Edeka-Markt in der Ortsmitte von Grafenrheinfeld. Die Gemeinde plant, einen Vollsortimenter am Ortseingang anzusiedeln. Die Betreiber des bestehenden Marktes würden ihn übernehmen. 

Das Thema Nahversorgung wird zur Zeit heiß diskutiert in Grafenrheinfeld. Wie berichtet, soll am so genannten Bauernwehr am Ortsausgang Richtung Bergrheinfeld ein Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und 126 Parkplätzen entstehen. Wie berichtet, hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die dies verhindern will. Am 18. April sind die Grafenrheinfelder und Grafenrheinfelderinnen aufgerufen, bei einem Bürgerentscheid darüber abzustimmen.  

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Bürgermeister Christian Keller und seine Stellvertreter Gerhard Riegler und Ludwig  Weth stellten ihre Position bei einem Pressetermin mit Wolfgang Rosentritt (Geschäftsführer der Firma Rosbo, die den neuen Markt plant und baut) und Edeka, vertreten von Florian Hofmeister, Regionalleiter Expansion und Immobilien bei Edeka Nordbayern vor. 

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Seit 20 Jahren bemühe sich die Gemeinde, einen neuen Standort für den Lebensmittelmarkt zu finden, so Dritter Bürgermeister Ludwig Weth. Jetzt habe man einen geeigneten Standort und einen Investor gefunden.  Klar werde Fläche verbraucht. Diesem Argument der Gegner hat er nichts zu entgegnen. "Aber wir wollen die Eingriffe gering halten." Außerdem werde es es Ausgleichsmaßnahmen geben. 

"Der Markt an der Brücke gefährdet nicht den Markt in der Mitte". Das ist Keller, Weth und Riegler wichtig. Denn der alte Edeka sei nicht mehr zukunftsfähig. "Wenn die Kühlanlage ausfällt, war's das", sagt Florian Hofmeister. Das zu finanzieren wäre nicht mehr wirtschaftlich für Burkhard Pfister und Herbert Pfrang, langjährige Betreiber des Marktes. "Wenn wir Pech haben, macht der Laden im Ort zu, wir haben keinen neuen Markt – und dann gar nichts mehr", befürchtet Ludwig Weth.  

Burkhard Pfister und Herbert Pfrang kommen in einer Pressemitteilung zu Wort: "Entgegen der Argumentation der Bürgerinitiative ist die aktuelle innerörtliche Nahversorgung durch unsere sehr kleine Edeka -Filiale keinesfalls gut aufgestellt und auch seit langem nicht mehr ausreichend. Das Kundenfeedback gibt uns Recht, denn immer wieder wurde in der Vergangenheit betont, dass der Markt viel zu klein sei, benötigte Produkte im Sortiment schlichtweg fehlen und zu wenige Parkplätze das Einkaufen erschweren. Eine Erweiterung an dieser Stelle ist einfach nicht möglich", so Burkhard Pfister.

Gebäude wurde 1979 errichtet

Das Gebäude "An der Haak" wurde 1979 errichtet und sei nicht nur aus energetischen Gesichtspunkten ein Dinosaurier, sondern auch in Hinsicht auf die Verwendung der damaligen Baustoffe, Wärmedämmung, Heizung und Kühltechnik, heißt es in einer Pressemitteilung von Edeka . Dieser technische Rückstand in Verbindung mit den deutlich zu geringen Flächen führe dazu, dass die langjährigen Betreiber Burkhard Pfister und Herbert Pfrang seit Jahren bei ständig steigenden Unterhaltungskosten gleichzeitig rückläufige Kunden- und Umsatzzahlen ausgleichen müssen, die in direktem Zusammenhang mit den genannten Defiziten des bestehenden Marktes stehen. Aus diesem Grund seien die beiden Kaufmänner seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Platz, um die Nahversorgung in Grafenrheinfeld auch in Zukunft qualitativ und quantitativ sicherstellen zu können, so die Mitteilung.

Die beiden würden auch den neuen Markt, das MainCenter, übernehmen, Burkard Pfister betreibt auch den Edeka-Markt in Bergrheinfeld. Für Christian Keller ein weiterer Pluspunkt: Der neue Grafenrheinfelder Markt wäre so keine Bedrohung für den Bergrheinfelder Markt.  

25 000 bis 35 000 Produkte bietet ein Edeka in der Regel an, so Pressesprecher Stephan Trutschler. Im Geschäft in der Ortsmitte biete man so um die 8000 Artikel an. Auch Aktionsflächen, auf denen besondere Angebote präsentiert werden, gäbe es nicht. "Für den Großeinkauf fahren die Leute nach Bergrheinfeld oder Schweinfurt", sagt Keller. Im Laden im Zentrum in Grafenrheinfeld kaufe man eher, was man gerade nicht im Haus hat und braucht, oder vergessen hat, zu kaufen. 

Weniger Autofahrten zum Einkaufen brauchen, weil es in Grafenrheinfeld ein großes, umfassendes Sortiment gibt: Christian Keller bringt die Bedeutung des MainCenters so auf den Punkt.  "Einen Vollsortimenter haben wir noch nicht im Ort." Für ihn ist es wichtig, eine zukunftssichere Nahversorgung auf den Weg zu bringen. "Wir wollen diese Chance nutzen." 

Chancen sieht Keller auch für das Gelände des bestehenden Marktes . Es sei nicht die Frage, ob hier was reinkomme – sondern was.  "Leerstände gibt es in Grafenrheinfeld nicht." Wohnen, Kurzzeitpflege, Tagespflege: Das wären Ideen. 

Im Westen Grafenrheinfelds am 'Bauernwehr', zwischen der Staatsstraße nach Bergrheinfeld und dem Adam-Tasch-Weg, soll ein neuer Vollsortimenter entstehen.
Foto: Horst Fröhling | Im Westen Grafenrheinfelds am "Bauernwehr", zwischen der Staatsstraße nach Bergrheinfeld und dem Adam-Tasch-Weg, soll ein neuer Vollsortimenter entstehen.

Nachhaltig bauen 

Energie: das ist für Wolfgang Rosentritt ein wichtiges Thema bei der Planung von Einkaufsmärkten und auch bei der für das MainCenter. In den alten Gebäuden gehe viel über die Außenwände verloren. Ein größerer Markt verbrauche oft weniger Unterhaltskosten als ein kleiner alter. Man setze regenerative Energien ein, so Rosentritt. Die Abwärme der Kühlung beheizt das Gebäude, die Beleuchtung ist auf LED umgestellt. Niederschlagswasser kann versickern. Und das Gebäude soll architektonisch und ökologisch hochwertig sein. Nachhaltig, energieeffizient und raumsparend zu bauen ist für ihn sehr wichtig.

Was ihm auch wichtig ist: Das Gebäude soll so gebaut werden, dass man es nicht nur nachhaltig, sondern auch langfristig betreiben kann. Und: Das Wort Investor hört er eigentlich nicht so gerne. "Wir sind keine Heuschrecken. Wir sind aus der Gegend." Was seine Firma mit Sitz in Würzburg baut, sieht Rosentritt, der aus Gerolzhofen stammt, regelmäßig.  

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