Grettstadt

Grettstadt: Bei der Vorplanung zum neuen Kindergarten Obereuerheim soll noch eine Alternative geprüft werden

Kann die Gemeinde ihre aktuelle Vorplanung für den Neubau des "Einheitskindergartens Euerheim", am Ortsrand südlich von Obereuerheim, knicken? Es gab eine lebhafte politische Debatte in der Sitzung des Gemeinderats, nachdem Architekt Joachim Perleth den ersten Entwurf vorgestellt hatte.

Der Plan sieht einen geradlinigen, langgestreckten Gebäude-Riegel vor. Darin sollen die Funktionsräume für zwei Regelgruppen (am Eingangsbereich Richtung Westen) sowie im östlichen Bereich zwei Krabbelgruppen untergebracht werden. Es wird einen Mehrzweckraum, eine Wärmepumpe mit Eigenstromerzeugung und weitere moderne Standards geben, von der Matsch-Garderobe bis zur coronakonformen Lüftung.

Angesichts der Preissteigerungen seit März von bis zu 20 Prozent sei beim 5,5-Millionen Euro teuren, förderfähigen Projekt möglichst "einfache Architektur" angesagt, sagte Perleth. Vorgehalten wird außerdem eine Erweiterungsfläche im Osten des Areals. Bei einem künftigen Ausbau mit bis zu vier weiteren Gruppen würde sich daraus eine L-Form des Gesamtgebäudes ergeben.

Von Artur Kloß gab es Kritik in Richtung Rathaus, der Bauausschuss hätte angesichts der Kosten frühzeitig einbezogen werden müssen. Man wolle jetzt nicht nur "die Hand heben". Auch Birgit Reinhart mahnte mehr Transparenz an. Der Entwurf sei erst am 23. März angekommen, konterte Bürgermeister Ewald Vögler. Kloß wünscht sich beim Kindergartenbau schon jetzt eine L-Form, allerdings mit dem "Knick" auf der westlichen Gebäudeseite. Der Kindergarten soll damit zur Straße und Umgebungsbebauung hin abgeschlossen werden, als Lärm- und Windschutz. Nach jetzigem Planungsstand wäre der Kindergarten durch Parkplätze und Bäume von der Dürrfelder Straße abgetrennt.

Ein einziger durchgehender Bau wäre außerdem beim Holen und Bringen der Kleinkinder zu lang, fand der Gemeinderat. Dann müssten Eltern und Kinder 120 Meter laufen. Josef Pfister regte eine Verlegung der Stellplätze in den hinteren Bereich an.

Bauausschuss berät noch einmal über den Kindergartenbau

Eine L-Form für den Kindergarten wäre nie im Gespräch gewesen, sagte Ewald Vögler. Das jetzige Konzept sei vor allem auf die Arbeitsabläufe im Kindergarten abgestimmt. Die Krippenkinder habe man im hinteren, östlichen Bereich untergebracht, weil es dort ruhiger sei, meinte der Rathauschef auf Nachfrage von Günter Birkner.

"Die Funktionsabläufe gehören zusammen", fand auch Joachim Perleth. Man sollte die momentan in Südlage und damit auf der "Sonnenseite" vorgesehenen Gruppenräume nicht unnötig durch einen Winkelbau verschatten.

Birgit Reinhart schlug anstelle der geplanten reinen Ausgabeküche eine reguläre Küche in Obereuerheim vor, mit kompletter Essenszubereitung. "Wir werden in ein paar Jahren eine neue Grundschule in Grettstadt bauen", sagte Ewald Vögler. Für die 160 Kinder dort bräuchte es dann auf jeden Fall eine Kochküche. Reinhart könnte sich alternativ auch eine Versorgung von Obereuerheim aus vorstellen, in Grettstadt sei der Platz begrenzt. Das sah der Bürgermeister anders, es gebe dort noch eine nutzbare Fläche. Mehrheitlich setzte sich der Antrag von Artur Kloß durch, vor einem Beschluss die Knick-Variante als mögliche Alternative im Bauausschuss zu diskutieren.

Einen Beschluss gab es noch: Der Gemeinderat genehmigte 11.000 Euro für die Umstellung der Ortssirenen auf Digitaltechnik. Zwei defekte Sirenen in Grettstadt und Untereuerheim werden komplett ausgetauscht, für jeweils rund 430 Euro.

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