Schweinfurt

Grüne begrüßen geplante Umbenennung

Auf Initiative von Marcel Krämer, Landesarbeitsgemeinschaft Sport der bayerischen Grünen, fand eine Online-Diskussion zum Thema "Umbenennung des Willy-Sachs-Stadions" statt. Norbert Lenhard, Initiative gegen das Vergessen, bis vor kurzem Betriebsrat und SPD-Stadtrat, beschrieb den auswärtigen Teilnehmern den Lebenslauf von Willy Sachs sowie die vielfältigen Aktivitäten der Initiative gegen das Vergessen in den letzten Jahrzehnten mit dem Anliegen, die Erinnerung an die Opfer des dritten Reichs wachzuhalten, nicht an die Täter, heißt es in einer Pressemitteilung von Grünen-Stadtrat Dr. Reginhard von Hirschhausen.

Dieser betonte, dass Willy Sachs nach gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis (Dornheim: Sachs, Mobilität und Motorisierung – Eine Unternehmensgeschichte) nicht nur ein Mitläufer, sondern ein überzeugter Nationalsozialist war und auch weder beruflich und noch charakterlich zum Vorbild, zum Ehrenbürger taugte (um es zurückhaltend auszudrücken).

Gabriele Triebel, Landtagsabgeordnete der Grünen und Sprecherin für Erinnerungskultur, kannte als Sportlerin das "sehr schöne Stadion" aus früheren Tagen und freute sich, dass es 75 Jahre nach Kriegsende endlich nicht mehr den Namen eines Nationalsozialisten, sondern den eines weltbekannten Schweinfurter Unternehmens tragen soll. Sie mahnte an, im Sinne der Erinnerungskultur mit einer Tafel am Stadioneingang über die Umbenennung und deren geschichtliche Hintergründe zu informieren, heißt es in der Mitteilung weiter.

Erhard Grundl, Bundestagsabgeordneter der Grünen, Mitglied des Sportausschusses und des Ausschusses für Kultur und Medien, begrüßte die geplante Umbenennung ebenfalls und betonte, dass an einem Ort, wo es um Fairplay im Sport, um Integration und Teamgeist geht, der nationalsozialistische Ungeist keinen Platz haben darf. Alle Teilnehmer waren etwas erschüttert über die relativ hohe Zahl von emotionalen bis polemischen Leserbriefen und Äußerungen in social media zum Thema.

Man war sich einig: Vor allem social media können zur Gefahr für die Demokratie werden, wenn sie mit ihren Algorithmen ihre Klientel in "Meinungsblasen" treiben und durch gegenseitige Verstärkung in diesen Blasen radikalisieren; dieser Gefahr müssen alle Demokraten durch ständige faktenbasierte Information und Erinnerung argumentativ entgegentreten, endet die Mitteilung.

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