Grafenrheinfeld

Jung-Imker Lukas Popp liefert HighTech-Erkenntnisse für die Bienenforschung

Sabine Fehn vom „Rotary Club Schweinfurt Friedrich Rückert“ bei der offiziellen Übergabe der neuen Beute an Imker Lukas Popp.
Foto: Daniela Schneider | Sabine Fehn vom „Rotary Club Schweinfurt Friedrich Rückert“ bei der offiziellen Übergabe der neuen Beute an Imker Lukas Popp.

Seit ein paar Tagen summt es auf dem Balkon der Familie Popp in Grafenrheinfeld: Ein Bienenvolk samt Königin ist dort in eine "Beute" gezogen. So bezeichnen Imker den Bienenkasten.

Das Besondere daran: Die Beute ist mit Kamera und High-Tech-Sensoren ausgestattete und liefert wichtige Daten über das Leben der Honigbiene; das zugehörige Projekt nennt sich "We4bee" und wird seit einem Vortrag des renommierten Bienenforschers Jürgen Tautz vom "Rotary Club Schweinfurt Friedrich Rückert" unterstützt.

Kurz zur Geschichte: 2018 war Tautz bei den rotarischen Freunden "Friedrich-Rückert" zu Gast. Der emeritierte Professor am Biozentrum der Universität Würzburg beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Honigbienen; entstanden sind dabei wichtige Projekte wie die "Honeybee Online Studies" (HOBOS) und das Nachfolgeprojekt "We4bee", das weltweit Daten rund um die Honigbiene und deren Relevanz für das Ökosystem erfasst und analysiert.

"Wir für die Bienen – eine tolle Sache", dachten sich dann auch die Rotarier des "Friedrich-Rückert-Clubs" um Projektbetreuer Klaus Eckhardt und entschieden sich für die Unterstützung von "We4bee". Das heißt, sie finanzieren die Anschaffung der digital vernetzten Beuten in Höhe von 6000 Euro und vermitteln sie. Mittlerweile sind so im Landkreis insgesamt sechs Beuten zum Laufen gebracht worden, eine dieser mit HighTech-Sensorik ausgestatteten Beuten wurde nun in Grafenrheinfeld offiziell von Sabine Fehn und Kurt Haßfurter, den alten und neuen Club-Präsidenten übergeben.

Speziell gebaut und digital vernetzt

Betreut wird die Beute vom 15-jährigen Imker Lukas Popp, dem jüngsten Mitglied im Bienenzuchtverein Schweinfurt. Eine perfekte Entscheidung, wie Haßfurter feststellt, schließlich ist es den Förderern wichtig, bei dem Projekt für Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch die Jugend mitzunehmen.

Die Beute steht auf dem langläufigen Balkon der Familie direkt vor dem Zimmer des jungen Imkers. Das Bienenvolk in der Beute – Lukas schätzt den Bienenbestand auf aktuell 10 000 – hat Lukas selbst gezüchtet, inklusive der Königin. Anschließend wurde der Ableger in die neue, speziell gebaute Beute, ein sogenannter "Top Bar-Hive" eingesetzt, wie Kurt Haßfurter erläutert, der übrigens zwei der übergebenen Beuten selbst gezimmert hat, um einen Lieferengpass zu überbrücken.

Daten über das Bienenverhalten

Nun schwirren die Honigbienen fröhlich durch das Flugloch der Beute ein und aus, während im Inneren Drohnen und Arbeitsbienen ihren Dienst versehen. Ohne dass sie es merken, werden im Innenraum Fotos gemacht und alle relevanten Daten – Flugbewegungen, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Feinstaubbelastung, Gewicht, Niederschlag, Wind Luftdruck und Helligkeit – aufgezeichnet.

Das Besondere an der 6000 Euro teuren High-Tech-Beute: Nicht nur das Forscherteam an der Universität Würzburg erhält die wichtigen Daten über das Bienenverhalten – auch Interessierte können über die kostenlose we4bee-Forscher-App (unter www.we4bee.org) alle wichtigen Informationen nebst Fotos ganz unkompliziert abrufen.

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