Schweinfurt

Kenner der Stadtgeschichte

Im Alter von 91 Jahren ist der langjährige Chef des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und des Historischen Vereins, Wilhelm Böhm, gestorben.
Foto: ArchivRenate Wiener | Im Alter von 91 Jahren ist der langjährige Chef des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und des Historischen Vereins, Wilhelm Böhm, gestorben.

Im Alter von 91 Jahren ist der frühere Leiter des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und langjährige Vorsitzende des Historischen Vereins, Wilhelm Böhm, gestorben. Er galt als eine der allerersten Adressen, wenn es um die Schweinfurter Stadtgeschichte geht. Und er war ein waschechter Schweinfurter. Geprägt hat ihn diese Stadt, die er als Flakhelfer zu verteidigen half, geprägt wurde er aber vor allem von den Werten seines lutherisch- konservativen Elternhauses.

Über 17 Jahre lang führte er das von-Humboldt-Gymnasium, eines der größten Gymnasien Bayerns. Hier war er selbst von 1940 bis 1949, als das Humboldt noch Oberschule hieß, Schüler. Als Jugendlicher erlebte Böhm bis zur Auslagerung der Oberschule 1944 nach Lohr die Bombenangriffe auf die Kugellagerstadt hautnah. Detailliert nachzulesen sind seine Erlebnisse bis 1945 in seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen. Nach wenigen Semestern Theologie entschied sich Böhm 1951 für das Lehramtsstudium in Würzburg. Er wählte seine Lieblingsfächer Geschichte, Deutsch und Englisch und kehrte 1958 an die Schweinfurter Oberschule zurück, die ein Jahr später in Alexander-von-Humboldt- Gymnasium umbenannt wurde.

Engagierter Lokalhistoriker

1968 wurde Böhm zum Seminarlehrer im Fach Geschichte ernannt, 1970 stellvertretender Schulleiter und 1974 zum Direktor des AvH bestellt. In dieser Funktion trat er stets den Tendenzen zur Massenschule entschieden entgegen, förderte das Wir-Gefühl und setzte sich gegen jeden elitären Gestus ein. 1986 übernahm Wilhelm Böhm den Vorsitz des Historischen Vereins, dem er seit 1951 angehört. Bald darauf bezog der Verein die Räume im Schrotturm. Als vierteljährlich erscheinende historische Zeitung wurde die "Schweinfurter Mainleite" wieder ins Leben gerufen und der Verein entfaltete unter seiner Führung ein in jeder Hinsicht reges Eigenleben. Als er nach 17 Jahren den Chefsessel an Uwe Müller abgab, wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Böhm gehörte auch dem Kuratorium der Kronauer-Stiftung an.

Neben den zahlreichen Publikationen Böhms ist die Festschrift Wilhelm Böhm "Aus vier Jahrhunderten Schweinfurter Geschichte" zum 65. Geburtstag 1994 inzwischen zu einem lokalhistorischen Standardwerk geworden.

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