Heidenfeld

Knappe Mehrheit für Beitritt zum AZV Haßberge

Hier im GKS soll künftig der  Klärschlamm aus  Heidenfeld verbrannt werden. Schätzungen gehen von rund 3700 Kubikmeter Schlamm aus, der dann entwässert und getrocknet auf fünf Lastkraftwagen passen soll.
Foto: Hans-Peter Hepp | Hier im GKS soll künftig der Klärschlamm aus Heidenfeld verbrannt werden. Schätzungen gehen von rund 3700 Kubikmeter Schlamm aus, der dann entwässert und getrocknet auf fünf Lastkraftwagen passen soll.

Der Abwasserzweckverband (AZV) Unterer Unkenbach wird zu den Gründungsmitgliedern des Zweckverbandes Haßberge gehören. Denkbar knapp – mit sieben gegen fünf Stimmen – votierten die Verbandsräte nach langer Diskussion mit teilweise immer wieder wiederholter Argumentation für die Gemeinschaft im Nachbarlandkreis. Einig waren sich die Vertreter aus Schwebheim, Röthlein und Heidenfeld, dass sie den Bau einer stationären Klärschlammentwässerung im eigenen Klärwerk vorantreiben.

Die Ausgangslage hatte sich seit der letzten Sitzung vor drei Wochen nur wenig geändert. Klärschlamm wird künftig in der Landwirtschaft kaum noch eine Rolle spielen, der Schlamm kann aber – entwässert und getrocknet – zum Befeuern von Müllheizwerken wie im GKS  genutzt werden.

Schwebheim hatte sich in Absprache mit dem Landratsamt Schweinfurt und den anderen Gemeinden um eine wissenschaftliche Untersuchung der Thematik bemüht. Die Fachhochschule Weiden kam in ihrer Expertise zu dem Ergebnis, dass Klärschlamm zuerst bei und in den Klärwerken entwässert werden muss, danach technisch getrocknet und anschließend verbrannt werden soll. Für die Entwässerung gibt es die Möglichkeit, dem Schlamm durch eigene technische Anlagen das Wasser zu entziehen oder Profis mit mobilen Maschinen zu beauftragen. Die Alternative zur technischen Trocknung – die solare Trocknung in einer Art "Gewächshaus" –  hatten die Weidener Fachleute nicht ausreichend dargelegt.

Klärschlamm muss "als eine Art Staub" angeliefert werden

Das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt kann Klärschlamm aber nur nutzen, wenn er 90 Prozent Wasseranteil verloren hat, eine gewisse Körnung nicht überschreitet und somit "als eine Art Staub" angeliefert wird. Die Kombination mit der neuen Anlage in Hofheim will das garantieren, ebenso einige Hersteller der solaren Trocknungswerke. Auf Initiative von Verbandsrat Christian Hennings wurde die solare  Alternative stärker ins Visier genommen und eine bereits laufende Anlage in Baden Württemberg besucht. Dort genügt aber eine Trocknung um 60 bis 70 Prozent; weil der Endnutzer keine größeren Anforderungen stellt.

Am Ende kam es zur Mehrheitsentscheidung für den sofortigen Beitritt nach Hofheim, verbunden mit der Idee, die Entwicklung der kommenden Monate und Jahre im Blick zu behalten. Eine solare Klärschlammtrocknung in Heidenfeld ist deshalb noch nicht "vom Tisch".

Der Marktgemeinderat von Werneck hatte sich in seiner letzten Sitzung gegen einen "jetzigen Beitritt" nach Hofheim ausgesprochen. Das Thema wird künftig in einigen Gemeindeparlamenten im Landkreis zur Abstimmung vorgelegt. Die Hassberge Initiative ist sich sicher, dass sie ausreichende Kapazitäten für Gemeinden aus beiden Landkreisen parat hält und dass die Nachfrage aus  Städten und Gemeinden den Bau und den Betrieb der Anlage ermöglicht.

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