Schweinfurt

Leopoldina nun Teil der "Klinik-Kompetenz-Bayern"

Der Zusammenschluss kommunaler Krankenhäuser will durch Kooperationen Synergieeffekte im Krankenhausbereich nutzen und sich gegen den Privatisierungsdruck wappnen.
Mit dabei im Dach-Verbund: Prof. Dr. Alexander Schraml überreichte Bürgermeisterin Ayfer Rethschulte sowie Leo-Geschäftsführer Jürgen Winter die KKB-Mitgliedsurkunde.
Foto: Uwe Eichler | Mit dabei im Dach-Verbund: Prof. Dr. Alexander Schraml überreichte Bürgermeisterin Ayfer Rethschulte sowie Leo-Geschäftsführer Jürgen Winter die KKB-Mitgliedsurkunde.

"Schöner Anlass, schöne Aussicht": Prof. Dr. Alexander Schraml war erfreut, beim Treffen im Skycafé "Leoncino", im achten Stock des Leopoldina-Krankenhauses, was nicht nur am Panorama-Blick Richtung Main lag. Schraml begrüßte mit dem "Leo" ein starkes Neumitglied, als Vorsitzender der "Klinik-Kompetenz-Bayern (KKB) eG", einem Zusammenschluss kommunaler und freigemeinnütziger Krankenhäuser, mit Geschäftsstelle in Weißenburg im Altmühltal.

Die 2011 gegründete Genossenschaft vernetzt ("Stärker im Verbund") 32 Träger im Freistaat. Es geht um insgesamt 61 Kliniken mit 12 150 Betten, 140 Reha-Betten, fast 1,5 Millionen Patienten jährlich, 34 000 Mitarbeitern sowie 2180 Auszubildenden, bei rund 2,38 Milliarden Euro Jahresumsatz. In diesen Zahlen bereits enthalten sind die mehr als 2000 Mitarbeiter sowie 700 Betten des Leopoldina.

Nun wurde die Mitglieds-Urkunde übergeben. Neben den Geschäftsführern der Krankenhäuser St. Josef, der Geomed-Kreisklinik, Haßberg-Kliniken und des "Leo" selbst, war auch  Ayfer Rethschulte (Grüne) dabei, in Vertretung der Stadt als Trägerin.  Die Sicherstellung einer flächendeckenden Klinikversorgung in Bayern, aber auch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch – darum gehe es der KKB, so die dritte Bürgermeisterin. Der Verbund richte sich auch ein Stück weit gegen die Macht der Konzerne, in Zeiten des Privatisierungsdrucks: "Sie werden nicht zum Spielball privater Profitinteressen". Angesichts von Fachkräftemangel, abnehmenden finanziellen Ressourcen sowie eines massiven Anstiegs des Versorgungsbedarfs einer älter werdenden Gesellschaft trage die Mitgliedschaft dazu bei, die Schweinfurter Bevölkerung auch in Zukunft bestmöglich zu versorgen, so Rethschulte.

Jürgen Winter: Kommunale Krankenhäuser haben ihre Stärken unter Beweis gestellt 

Man habe schon seit Jahren Themen angesprochen, die mittlerweile als "Lehren aus Covid-19" bezeichnet würden, stellte Jürgen Winter als Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses fest, mit Blick nicht zuletzt auf den Finanzierungs- und Investitionsbedarf. Die kommunalen Krankenhäuser, die in Bayern etwa 50 Prozent der Versorgung ausmachen würden, hätten in der Krise ihre Stärken unter Beweis gestellt. Deutschlandweit hielten sie am meisten Betten vor. Mit der KKB habe man ein bayernweites Sprachrohr. Das Leopoldina werde sich nun aktiv in der Genossenschaft einbringen.

Schraml, Experte für Pflegemanagement und Geschäftsführer der Main-Klinik Ochsenfurt, listete die gemeinsamen Ziele der eG auf. Es geht unter anderem um Kooperation beim Datenschutz, bei Marketing, Qualitätssicherung und Fortbildungsangeboten, bei den Krankenpflegeschulen, der Arbeitssicherheit und der Speiseversorgung, beim Einkauf medizinischer Geräte, im Bereich Röntgen und um technische Fragen. Auch "Benchmarking", der Vergleich von Stärken und Defiziten, sei ein Thema der "Selbsthilfeorganisation", ebenso Versicherungen oder die Öffentlichkeitsarbeit. Unterfranken sei aktuell der stärkste Regierungsbezirk in der KKB, so deren Vorsitzender.

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