Schweinfurt

Lions Club hilft neun regionalen Künstlern in der Corona-Zeit

Schnell und unkompliziert will der Lions Club unverschuldet in Not geratenen Künstlern helfen und stellt 15 000 Euro bereit. "Die Hilfe ist dringend nötig", sagt der Vorstand.
Durchstarten wollte Puppenspieler Ali Büttner mit seinem neuen Korbtheaterstück 'Opa startet durch'. Die Corona-Pandemie hat ihn ausgebremst. Der unverschuldet in Not geratenen Künstler kann sich jetzt über eine Förderung des Lions Clubs Schweinfurt freuen, der neun Künstler aus der Region mit insgesamt 15 000 Euro unterstützt.
Foto: Anand Anders | Durchstarten wollte Puppenspieler Ali Büttner mit seinem neuen Korbtheaterstück "Opa startet durch". Die Corona-Pandemie hat ihn ausgebremst.

Es sind harte Zeiten für Künstler. Kultureinrichtungen sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt. Keine Auftritte, keine Gage und ein stückweit vergessen von Politik und Gesellschaft. Nicht aber vom Lions Club Schweinfurt: Er unterstützt jetzt mit 15 000 Euro neun ausgewählte Künstler aus der Region. Sofort, schnell und unkompliziert. "Wir sind der festen Überzeugung, dass der Erhalt einer lebendigen Kunst- und Kulturszene für die post-Corona-Zeit und deren Folgen mindestens genauso wichtig ist, wie die derzeit diskutierten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz", begründen Club-Präsident Thomas Kästner und sein Vize Micha Strauss die Initiative.

Einer der ausgewählten Künstler ist Alfred Büttner aus Waigolshausen. Seit drei Jahrzehnten begeistert der Puppenspieler mit seinem Korbtheater Klein und Groß, Jung und Alt. Wie alle anderen Kunstschaffenden kann auch er seit Beginn der Corona-Pandemie seine Puppen nicht mehr auf der Bühne aus Weidengeflecht spielen lassen kann.  

Die Künstler konnten sich um die Förderung bewerben. Bedingung war: Sie müssen in Stadt oder Landkreis Schweinfurt leben und ihre Kunst im Haupterwerb ausüben. Ende November vergangenen Jahres hatte der Lions Club einen entsprechenden Aufruf gestartet. Zehn Künstler hatten sich daraufhin gemeldet. "Vom Alleinunterhalter bis zum klassischen Musiker war alles dabei", sagt Schatzmeister Martin Feuerbacher. Der Vorstand hat dann anhand der mitgelieferten Lebensläufe neun Künstler ausgewählt, die die Bedingungen erfüllten. "Da war schnell erkennbar, wo dringend Hilfe nötig ist." Viele Künstler stehen komplett ohne Einkommen da.

Club-Mitglieder sammelten Spenden für das Förderprojekt

Der Lions-Vorstand hat die Förderung in zwei Kategorien eingeteilt. Vier sehr bedürftige Künstler erhalten je 2500 Euro, die restlichen fünf Bewerber bekommen jeweils 1000 Euro. Das Geld sei zum Teil schon überwiesen, und die Rückmeldungen würden zeigen, "dass wir die Richtigen ausgewählt haben", sagt Vize-Präsident Strauss.  

Für das Künstler-Hilfsprojekt hatte der Lions Club eigens einen Fördertopf aufgelegt. Dieser war mit 7500 Euro aus dem Jahresbudget des Clubs gefüllt worden. Die gleiche Summe kam dann noch einmal durch Spenden zusammen, die Club-Mitglieder unter Lions-Freunden und deren Freunden wiederum gesammelt haben. So standen insgesamt 15 000 Euro zur Unterstützung der heimischen Künstler zur Verfügung.    

Der Lions Club Schweinfurt engagiert sich seit 52 Jahren ehrenamtlich für Menschen, die Unterstützung brauchen. Es werden Benefizaktionen organisiert, wie beispielsweise der Schweinfurter Krapfenschmaus am 11. November, dessen Erlös diesmal an die Schweinfurter Kindertafel ging, oder das Neujahrskonzert im Stadttheater, das heuer der Pandemie zum Opfer fiel. Als Besonderheit gibt es beim Schweinfurter Lions Club eine Jugendstiftung, aus deren Kapital Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützt werden: zum Beispiel Spielgeräte für Kindergärten. Jüngstes Förderprojekt war die integrierte Kita der Lebenshilfe Schweinfurt.   

Vielleicht wird sich aus dem jetzigen Künstler-Förderprojekt auch noch eine Lions-Club-Activity entwickeln. So gibt es die Idee zu einer Benefizveranstaltung mit den neun geförderten Künstlern, wenn Corona das wieder einmal zulässt. "Konkret ist aber noch nichts", sagt Vize-Präsident Strauss. 

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