Schweinfurt

Wildpark Schweinfurt: Luchs Hedwig muss noch auf Besuch warten

Der Wildpark kann wegen gestiegener Inzidenzwerte doch nicht am 8. März aufmachen. Wenn er dann doch endlich wieder öffnet, gibt es eine neue Bewohnerin zu bewundern.
Luchs Hedwig ist neu im Schweinfurter Wildpark. Sie mag wie alle Katzen einen erhöhten Liegeplatz.  
Foto: Anand Anders | Luchs Hedwig ist neu im Schweinfurter Wildpark. Sie mag wie alle Katzen einen erhöhten Liegeplatz.  

Hedwig ist wunderschön. Sie ist clever und neugierig. Sie bewegt sich mit kraftvoller Eleganz.  Kurz: Ein Luchs wie aus dem Bilderbuch. Oder wie Tierparkleiter Thomas Leier sagt: "Der süßeste Luchs ever!"

Seit Dezember ist Hedwig im Wildpark Schweinfurt zu Hause. Sie stammt aus dem Wildpark "Schwarze Berge" bei Hamburg, wurde dort im Mai geboren. Hedwig komplettiert die Luchs-Gruppe wieder.

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Nach dem Tod  von Luchs Rufus im Mai waren Liesel und ihre Söhne Schörschla und Luma erstmal nur zu dritt. Schörschla und Luma sind in Schweinfurt geboren, ihre Mama Liesel wird im Mai 16. "Ein stolzes Alter für einen Luchs", sagt Thomas Leier.

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Luchse sind geschickte Kletterer. Hedwig hat die Leckerbissen im Beutesimulator über ihr fest im Blick. 
Foto: Anand Anders | Luchse sind geschickte Kletterer. Hedwig hat die Leckerbissen im Beutesimulator über ihr fest im Blick. 

Nachwuchs wird es erst mal keinen geben bei den Luchsen. Schörschla und Luma sind kastriert. Liesel wollte man nicht mehr stressen mit einem neuen Kater im Gehege, deswegen holte man sich ein  Luchsmädchen. Irgendwann könnte Hedwig aber einen Partner bekommen, meint Leier. "Aber erstmal  wünschen wir Liesel noch viele, schöne Jahre."  Der Altersrekord für Luchse außerhalb der freien Wildbahn liegt übrigens bei 24 Jahren.  

Hedwig hat sich gut eingelebt, sich mit Schörschla angefreundet, erzählt Thomas Leier. Die beiden liegen oft zusammen, stromern auch jetzt zusammen durch das Gehege. Hedwig spitzt die puscheligen Ohren, als sie ihren Namen hört und kommt sofort in Richtung Aussichtsplattform. Sie ist zwar noch nicht so lange im Wildpark.  Aber sie weiß: wenn da oben jemand steht und mit dem Beutesimulator hantiert, gibt's was zu fressen. Der Beutesimluator ist ein Seilzug, der in einigen Metern Höhe angebracht ist. Die daran festgemachten Fleischbrocken holen sich die Luchse mit einem beherzten Biss oder einem Tatzenhieb, nachdem sie sich scheinbar mühelos auf Ästen und Stämmen herangepirscht haben.   

Ein gutes Team: Hedwig (rechts) und Schörschla. 
Foto: Anand Anders | Ein gutes Team: Hedwig (rechts) und Schörschla. 

1500 bis 2000 Gramm Fleisch frisst ein Luchs am Tag, erzählt Thomas Leier, während Hedwig sich das Ganze sehr, sehr neugierig anschaut. Sie bekommen Rindfleisch, Küken, ab und an auch  Fleisch, bei dem das Fell noch dran ist. Das ist wichtig für die Verdauung. Mäuse, die über den Boden huschen, und Vögel (das Gehege ist nach oben offen) holen sich die Luchse auch mal gerne. "Da können sie ihren Beutetrieb ausleben." 

Luchse lieben wie alle Katzen erhöhte Plätze. Gerne liegen sie auf den Hüttchen oder den Dächern der Steinhöhlen. "Sie brauchen ein luchsuriöses Einfamilienhaus", sagt Leier. Leier und das Wildparkteam freuen sich sehr, wenn wieder Besucher in die Anlage kommen können – der  Park ist derzeit wie viele Freizeiteinrichtungen wegen Corona-Beschränkungen geschlossen. Sicher werden die Luchse und Hedwig wieder eine Attraktion sein.

Luchse sind sehr gut getarnt 

Sie sind allerdings nicht immer gleich auf den ersten Blick zu sehen. Die Katzen sind wahnsinnig gut getarnt, wenn sie im Laub und nicht gerade auf ihrem Hausdach liegen. Leiers Tipp an alle, die gerne einen Luchs sehen wollen: Handy beiseite legen, intensiv und konzentriert ins Gehege schauen. Geduld kann belohnt werden. Und manchmal muss man halt auch akzeptieren, dass der Luchs heute lieber mehr Distanz möchte oder sich eher im Schatten wohlfühlt.  "Wir lassen den Tieren Wahlmöglichkeiten", das ist die Philosophie des Wildparkes. Hoch, tief, Licht, Schatten, Nähe, Distanz: Das können sich die Tiere aussuchen.

Luchs Hedwig ist mit voller Konzentration bei der (Futter)Sache.  
Foto: Anand Anders | Luchs Hedwig ist mit voller Konzentration bei der (Futter)Sache.  

Besucher konnten lange keine kommen wegen des Lockdowns. Arbeit gab es aber trotzdem genug, sagt Leier. Nicht nur, weil sich das Team sieben Tage in der Woche um die 450 Tiere in der Anlage kümmert. "Wir arbeiten täglich daran, den Wildpark noch schöner zu machen." Neue Bänke gibt es, Ladestationen für E-Bikes, zum Beispiel. Das Gelände wird durchforstet, es wird sozusagen aufgeräumt im Wald. Pläne für Bauten, für neue Gehege werden geschmiedet, Ideen für Spendenaktionen entwickelt. Leier freut sich sehr, dass so viele Menschen und Firmen sich für den Wildpark einsetzen und ihn unterstützen. 

Dieser Artikel entstand im Dezember 2020, als Luchsmädchen  Hedwig nach Schweinfurt gezogen ist. Wir spielen ihn erneut aus –sozusagen als Einstimmung auf das Wiedersehen mit dem Wildpark und seinen Bewohnern. Eigentlich sollte der Wildpark am 8.März wieder öffnen.  Wegen gestiegener Inzidenzahlen ist dies aber nicht möglich, wurde am 7. März 2021 mitgeteilt.

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