Schweinfurt

Neustart im Sport - welche Regeln aktuell gelten

An Gruppensport war lange nicht zu denken. Wie der Neustart im Sport anlief und warum ein Fußballtrainer der Meinung ist, man hätte schon viel früher wieder starten können.
Was können und dürfen Sportvereine derzeit tun? Solange die Inzidenz stabil unter 50 liegt, darf sowohl im Freien als auch in der Halle in allen Sportarten uneingeschränkt und ohne vorige Testung trainiert werden.
Foto: HMB Media/Julien Becker | Was können und dürfen Sportvereine derzeit tun? Solange die Inzidenz stabil unter 50 liegt, darf sowohl im Freien als auch in der Halle in allen Sportarten uneingeschränkt und ohne vorige Testung trainiert werden.

Lange Zeit ging im Amateursport gar nichts. Erst in den letzten Wochen hat es nach und nach Lockerungen gegeben. Zunächst durften wieder Kinder in Fünfergruppen im Freien trainieren. "Wir haben angefangen, als es wieder möglich war", sagt Anita Dietrich von der TG Schweinfurt. Inzwischen hätten die meisten Abteilungen den Trainingsbetrieb gestartet.

"Und jetzt können auch die restlichen Abteilungen durchstarten, die gesagt haben, mit Testpflicht machen wir nichts", sagt Dietrich, die im Verein die Coronabeauftragte ist. Denn bisher wurde in der Stadt Schweinfurt auch bei kontaktfreiem Sport ab einer bestimmten Gruppengröße ein negativer Test benötigt. Da die Inzidenz inzwischen stabil unter 50 liegt, gilt seit letztem Samstag keine Testpflicht mehr. "Es gab Abteilungen, die sich zweimal die Woche getestet haben, um trainieren zu können. Im Grunde haben wir alles mitgemacht, um den Mitgliedern etwas zu bieten", sagt Dietrich. Sie freue sich, dass es jetzt einfacher wird. Denn das Testen und das Eintragen der Nachweise habe schon mal eine Viertelstunde Zeit gekostet, die dann beim Training fehlte.

Hygieneregeln gelten weiterhin

Jetzt ist auch Kontaktsport im Freien und in der Halle bei allen Sportarten ohne Gruppenbegrenzung erlaubt. Die zulässige Obergrenze an Personen auf dem Sportplatz oder in der Halle orientiert sich an der Raumgröße und den raumlufttechnischen Anlagen vor Ort. Für Sportler gelten aber weiterhin Hygienevorschriften. So muss etwa beim Betreten der Anlage eine Maske getragen werden. Genaueres regelt das Schutz- und Hygienekonzept, das jeder Verein vorlegen muss.

Begonnen haben die Abteilungen mit kontaktfreiem Sport. Die Sportler hätten zunächst erstmal wieder ihre Grundkondition aufgebaut. "Und sie waren einfach froh, dass man sich wieder sehen konnte." In WhatsApp-Gruppen hätten sich die Sportler zwar gegenseitig Trainingsvideos zugeschickt und die TG habe auch Online-Angebote wie Zumba oder Stretching angeboten, diese könnten den echten Betrieb aber nicht ersetzen.

Im Landkreis Schweinfurt war mehr möglich als in der Stadt

Besonders die letzten zwei Wochen vor den Lockerungen seien schwer gewesen, weil im Landkreis aufgrund der niedrigen Inzidenz schon alles möglich war. Anders als bei Fitnessstudios, sind im Sportverein die Mitgliedsbeiträge weitergelaufen. "Die Leute haben angerufen und nachgefragt, wann wir wieder öffnen", so Dietrich. "Manche waren genervt und haben uns die Schuld gegeben, obwohl wir nichts dafür können, andere waren sehr dankbar für alles, was überhaupt möglich war."

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Die Fußballer haben Mitte Juni wieder angefangen, sagt Daniel Köhler, Trainer der TG Schweinfurt. Bisher musste die Mannschaft vor dem Training eintragen, wer getestet, wer genesen, und wer geimpft ist. Im Training selbst habe es so wenig Kontakt wie möglich gegeben. Die Mannschaft habe viele Passübungen gemacht, die Technik trainiert und die Kondition, "die nach der langen Zeit teilweise gut nachgelassen hat".

Köhler: Fußballer hätten früher starten können

Köhler ist froh, dass es wieder losging. Seiner Meinung nach hätte man sogar viel früher durchstarten können. "Letztes Jahr im Sommer lief alles super und meines Wissens nach hat sich keiner beim Fußballspielen angesteckt. Es ist ein bisschen schade, dass alles über einen Kamm geschert wurde", sagt er. Alle Mannschaften hätten aufgepasst und sich an die Regeln gehalten. Es durfte beispielsweise nicht geduscht werden, also kam man angezogen zu den Auswärtsspielen.

Ganz trainingsfrei war die unfreiwillige Pause aber nicht. "Wir haben online gequatscht und auch Monatspläne erstellt", mit Übungen, die jeder zu Hause machen sollte. Und man haben eine gemeinsame Challenge mit der Frauenmannschaft der TG Schweinfurt gemacht. 80 Kilometer musste jeder innerhalb eines Monats laufen, dann gab es als Belohnung ein Aufwärmshirt geschenkt.

Neue Sportsaisons starten

Die TG spielt in der kommenden Saison in der A-Klasse. Bisher hat die Mannschaft zweimal die Woche trainiert, ab jetzt will sie dreimal wöchentlich trainieren. "Die Resonanz darauf, dass das Training wieder losging, war mega", so Köhler. Die Jungs waren "total heiß drauf, gegen den Ball zu treten". Und froh, nach so langer Zeit einfach mal wieder ihre Freunde im echten Leben zu treffen.

Da auch Spiele wieder möglich sind, hat der Verein für den Juli ein paar Freundschaftsspiele ausgemacht. Dann hofft der Trainer, "dass die Corona-Zahlen mitspielen, wir am Ball bleiben können und die kommende Saison durchbringen." Ab dem 24. Juli sollen in Unterfranken alle Fußballligen in die neue Saison starten. Im Tennis sei der Spielbetrieb bereits gestartet, im Cricket gehe es ab Juli los. Ansonsten gebe insgesamt noch recht wenig Spielbetrieb. "Aber jetzt können wir hoffentlich wieder voll durchstarten", sagt Dietrich.

Was ist derzeit erlaubt?

Bei einer stabilen Inzidenz unter 50 ist Sportausübung ohne Gruppenbegrenzung möglich. Das gilt für alle Sportarten. Die Testpflicht für Sportler und Trainer entfällt. Auch Duschen und Umkleidekabinen dürfen unter Einhaltung der Corona-Regeln genutzt werden. Vereine sowie Betreiber von Sportstätten müssen ein standort- und sportartspezifisches Schutz- und Hygienekonzept vorweisen können.
Auf dem Sportplatz oder in der Halle dürfen mehrere Gruppen gleichzeitig trainieren, sofern die Gruppen klar räumlich oder funktional voneinander getrennt sind. Die Einhaltung des Mindestabstands allein zwischen den Gruppen ist hier nicht ausreichend. Die Flächen müssen eindeutig voneinander abgegrenzt sein.
Unter freiem Himmel sind inklusive geimpfter und genesener Personen bis zu 1500 Zuschauer erlaubt. Davon dürfen maximal 200 Zuschauer mit Abstand am Spielfeldrand stehen. Für die restlichen Zuschauer muss es eine feste Sitzplatzordnung geben. In Gebäuden richtet sich die zulässige Höchstzuschauerzahl nach der Anzahl der vorhandenen Plätze unter Berücksichtigung des Mindestabstands.
Mitgliederversammlungen oder Vereinsfeiern sind unter Einhaltung der AHA-Regeln mit bis zu 100 Teilnehmern im Außenbereich und mit bis zu 50 Teilnehmer im Innenbereich erlaubt. Geimpfte und Genesene sind in der Höchstzahl mit eingeschlossen. Die Vereinsgastronomie darf innen und außen bis 1 Uhr öffnen.
Quelle:  Bayerischer Landes-Sportverband
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