Niederwerrn

Niederwerrner Gemeinderat berät über Haushalt

2018 sorgten Schlammfluten für schwere Schäden an den Sportanlagen des SVO.
Foto: Peter Wenzel | 2018 sorgten Schlammfluten für schwere Schäden an den Sportanlagen des SVO.
Wann kommt die (nächste) Flut? Am Gelände des SV Oberwerrn steht nun ein Unwetterschutz.
Foto: Uwe Eichler | Wann kommt die (nächste) Flut? Am Gelände des SV Oberwerrn steht nun ein Unwetterschutz.

Ein prämierter Schüler war schon zur Ehrung angemeldet, doch auch in Niederwerrn ist der Neujahrsempfang 2021 ins Wasser gefallen. Das politische Jahr der Gemeinde begann mit "Selters statt Sekt" im Finanzausschuss des Gemeinderats, bei der abschließenden Vorberatung von Haushalt und Finanzplan.

Der frischgebackene Kämmerer Andreas Harth hatte die neuesten Zahlen des mehr als 20 Millionen Euro schweren Budget-Pakets dabei. Erfreulich sehe es bei den Schlüsselzuweisungen aus: Die einwohnerstarke Gemeinde erhält 3,8 Millionen Euro, rund 474 000 Euro mehr als erwartet. Bei der Einkommenssteuer-Beteiligung geht die Finanzverwaltung nur vom Niveau des Vorjahres aus, rund 4,5 Millionen Euro. Nachrangig ist der Anteil an der Umsatzsteuer, mit 330 000 Euro.

Für das Projekt "Neue Mitte", die Schaffung eines Ortszentrums, sind in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro eingeplant, weitere 3,8 Millionen Euro sollen in Zukunft investiert werden. Seinen Schatten voraus wirft der Teil-Neubau der Hugo von Trimberg-Schule. Nach dem Schulleiterwechsel soll das Projekt ab 2022 konkret werden. Im Raum steht ein Betrag von 13 Millionen Euro. Kämmerer Harth rechnet konservativ mit 30 Prozent Förderung: "Es können auch 40 oder 50 Prozent sein." Ohne "Fremdmittel", sprich Neuverschuldung und Aufgabe der Schwarzen Null, dürfte das Großprojekt nicht zu stemmen zu sein – dem eventuell zusätzlich die Sanierung des Gemeindezentrums folgen soll.

2023 ist eine Kreditaufnahme von 1,7 Millionen Euro angedacht, "plus X" in den Folgejahren. Bürgermeisterin Bettina Bärmann sieht einen "absolut vorsichtigen Ansatz". Niederwerrn bleibe stark von Einnahmen abhängig, die man nicht beeinflussen könne: "Es wird einem Angst und Bange, wenn man sieht, wo die Gelder hinfließen."

Investitionen in Hochwasserschutz

In den letzten Jahre Jahren sind nach Starkregen-Ereignissen echte Sturzbäche geflossen, durch beide Gemeindeteile. Hochwasserschutz steht seither weit oben auf der Agenda: 50 000 Euro werden nun für ein Regenrückhaltebecken eingestellt, das am Niederwerrner Ortsrand die gefährdete Hainleinstraße entlasten soll. Allerdings lassen sich die Maßnahmen nur in Abstimmung mit dem Abwasserzweckverband umsetzen, dem Herrn der Kanäle. Die Äcker, von denen die Schlammflut kam und sich auf hagelverstopften Schächten gestaut hat, liegen bereits auf Schweinfurter Gemarkung. Der "Grenzkonflikt" rund um den Beckenstandort soll nun geklärt werden.

Schwer getroffen wurde Ende Mai 2018 der SV Oberwerrn, wo ebenfalls höherliegende Äcker für Überschwemmungsschäden gesorgt hatten. Die Sanierung des Kunstrasenplatzes kostete den Sportverein 35 000 Euro, mit Zuschuss vom BLSV. Die üblichen zwanzig Prozent Gemeinde-Förderung gab es für die "Eindeichung" der Sportanlage als Unwetterschutz. Die Kommune wollte keinen weitergehenden Präzedenzfall schaffen, gerade weil die Großwetterlage unberechenbar geworden ist.

Entsprechend investiert die Werntalgemeinde in die Eindämmung des Klimawandels, mit Fahrradleasing für Mitarbeiter oder einer grünen Wohnscheibe "Wittelsbacher Straße".  Jeweils 500 000 Euro werden in diesem und im nächsten Jahr für den Bau der Energiescheune bereitgestellt, zur ökologischen Strom- und Wärmeversorgung der Neuen Mitte. 70 000 Euro sind 2021 für Aufforstungen vorgesehen, wovon 20 000 Euro für den Grundstückerwerb gedacht sind. Mehr Wald soll folgen. 

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