Schweinfurt

Palliativteam Mainfranken: Gemeinsam den Lebensweg zu Ende gehen

Immer mehr Menschen wünschen sich ihren letzten Lebensabschnitt zu Hause verbringen zu können. Dafür braucht es eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung. 
Mit Abstand auf der Treppe, aber immer für die Patienten da. Das Führungs-Quartett des 'Palliativteam-Mainfranken' besteht aus den Ärzten Gunther Leibold, Olaf Uhle, der leitenden Krankenschwester Marion Baulig-Busch und der Ärztin Sigrid Rettig (von unten nach oben).
Foto: Helmut Glauch | Mit Abstand auf der Treppe, aber immer für die Patienten da. Das Führungs-Quartett des "Palliativteam-Mainfranken" besteht aus den Ärzten Gunther Leibold, Olaf Uhle, der leitenden Krankenschwester Marion Baulig-Busch ...

Die letzte Etappe im Leben für den Patienten so angenehm und gut versorgt wie möglich zu gestalten, ist Anspruch der  Palliativmedizin. Immer mehr Menschen wollen die Zeit, die ihnen noch bleibt, in vertrauter Umgebung und am besten zu Hause erleben. Möglich machen dies Teams, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) anbieten. Seit Juli gibt es für die Region Mainfranken ein weiteres SAPV-Team mit Firmensitz in Schweinfurt am Kornmarkt 17.      

"Palliativteam-Mainfranken", so der Name des mittlerweile elfköpfigen Teams, zu dem drei Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen mit langjähriger palliativmedizinischer Erfahrung gehören. Vier Palliativ-Care Fachkrankenschwestern, eine Sozialpädagogin, eine Ernährungstherapeutin und ein Seelsorger runden das Personal-Portfolio und damit das Angebot ab.    

Damit das Sterben in gewohnter Umgebung gelingen kann

"Mithelfen, dass Sterben zuhause möglichst gut gelingen kann", ist ein Anspruch des Teams um Gunther Leibold (Allgemein- und Palliativmediziner, Psychoonkologe), Sigrid Rettig (Fachärztin für innere Medizin, Palliativmedizinerin), Dr. Olaf Uhle (Facharzt für innere Medizin und unter anderem auch für Ernährungsmedizin, Onkologie und Naturheilverfahren) und Marion Baulig-Busch (Leitende Krankenschwester).    

Gunther Leibold hat seit mehr als 20 Jahren eine Arztpraxis in Schweinfurt, die auch weiter besteht. Aus dieser Erfahrung heraus weiß er, dass es auf dem letzten Lebensweg oft mehr braucht als ein Hausarzt schon alleine aus zeitlichen Gründen leisten kann. Schwerkranke Menschen begleiten, wenn Heilung nicht mehr möglich ist,  Leiden und Schmerzen lindern und für Patient und Angehörige fester Ansprechpartner sein, formuliert er die Ansprüche, denen das Palliativteam Mainfranken gerecht werden will.   

Um diesen Anspruch erfüllen zu können, brauche es bei ganzheitlicher Betrachtung des letzten Lebensabschnitts mehr als Ärzte und Palliativ-Care-Fachkräfte. So sei gezielte und angepasste Ernährung auch in der Therapie von Menschen mit schweren Krankheitsbildern wichtig, weshalb zum beispiel mit Sabrina Hehlgans eine Diätassistentin/Ernährungsberaterin an Bord ist. Sozialpädagogin Jutta Schneider-Leibold verfügt über langjährige Erfahrung in der therapeutischen Begleitung von Familien in belastenden Lebenssituationen. Konrad Ziegler, Ehe-, Familien und Lebensberater sowie langjähriger Klinikseelsorger, ist ebenfalls mit von der Partie.      

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Ein multiprofessionelles Team, das als solches zwar neu ist, viele kennen sich aber seit vielen Jahren, haben teilweise schon an anderer Stelle wie zum Beispiel der Palliativstation der Uni Würzburg miteinander gearbeitet. "Wir haben uns aus den verschiedensten Bereichen der Palliativversorgung in Mainfranken zusammengefunden". Respekt, Wertschätzung, Vertrauen – Werte die nicht nur innerhalb des Teams, sondern auch im Umgang mit den Patienten gelebt werden sollen.

Ehrgeizig auch das Versorgungsgebiet, innerhalb dem man als Ergänzung zu bereits bestehenden Teams tätig werden will, denn der Bedarf sei größer als das Angebot. "70 Kilometer rund um Schweinfurt", also nahezu ganz Mainfranken ist das Einsatzgebiet, von Ochsenfurt bis Bad Neustadt, von Haßfurt bis Lohr am Main. Rund 900 000 Menschen leben in diesem Einzugsgebiet.

Kassen übernehmen die Kosten

Ist eine unheilbare, fortgeschrittene und weiter fortschreitende Erkrankung diagnostiziert, die eine begrenzte Lebenserwartung erwarten lässt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nach Prüfung des Anspruchs  die Kosten für die SAPV. Voraussetzung dafür ist, dass die ambulante Palliativversorgung durch Hausarzt, Facharzt oder ein Krankenhaus verordnet ist. Und das gelte bei weitem nicht nur für Tumorpatienten, wie Olaf Uhle ergänzt.           

SAPV-Teams kommen rund um die Uhr zu den Patienten. "Über die Regelversorgung hinaus kommen wir dann, wenn die Not groß ist." Bislang meist noch mit den privaten Fahrzeugen der Mitarbeiter, aber auch einem Allrad-Pkw, der zu 90 Prozent vom Freistaat bezuschusst wurde. Sicherheit wolle man in dieser schwierigen Lebenssituation Patienten und  Angehörigen bringen, die oft überfordert seien, mit dem Prozess des Abschiednehmens.   

Anfragen: post@palliativteam-mainfranken.de 
Informationen unter www.palliativteam-mainfranken.de 

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