Schweinfurt

Pflege mit Humor

Gesponsert von der Pflegedank-Stiftung Winfried Wiendl stärken angehende Altenpfleger ihre Humorfähigkeit. Warum Lachen wirklich gesund ist.
Sich ein bisschen fühlen wie ein Klinikclown. Die rote Nase macht‘s möglich.
Foto: Ursula Lux | Sich ein bisschen fühlen wie ein Klinikclown. Die rote Nase macht‘s möglich.

Seit Jahren leben die 96-jährige Mutter von Winfried Wiendl und vier Tanten über 90 Jahren in Seniorenheimen. "Ich habe hohe Bewunderung für die Leistungen, die dort erbracht werden", erklärt er. Schon immer sozial engagiert und nun im Ruhestand wollte er es aber nicht bei der Bewunderung belassen und rief vor einem Jahr die "Pflegedankstiftung" ins Leben. Diese soll vor allem die Pflegekräfte sinnvoll fördern und entlasten.

Freude als Grundlage – auch für den Beruf 

Dank seiner Unterstützung gab es in der Berufsfachschule für Altenpflege am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel nun ein besonderes Projekt. Zwei Tage lang beschäftigten sich die Schüler des ersten Jahrgangs mit dem Thema "Humor in der Pflege". Die stellvertretende Schulleiterin Angelika Brand verfolgte damit vor allem das Ziel, das Selbstbewusstsein der zukünftigen Altenpfleger zu fördern. Denn noch immer müssten sich junge Leute rechtfertigen, warum sie ausgerechnet so einen Beruf anstrebten. Wiendl will den Pflegekräften in erster Linie eine Freude bereiten, der Nutzen dieses Angebot aber ging über beide Anliegen weit hinaus.

Helle Rothe, Krankenschwester und Theatertrainerin verriet den Schülern des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel jede Menge Humortricks.
Foto: Ursula Lux | Helle Rothe, Krankenschwester und Theatertrainerin verriet den Schülern des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Alfons Goppel jede Menge Humortricks.

Die Referentin Helle Rothe, Krankenschwester und Theaterpädagogin, zeigte in Theorie und Praxis, wie man den Herausforderungen in der Pflege mit Humor begegnen kann und erarbeitete mit den Schülern Lösungsansätze. In den theoretischen Teilen macht sie den Schüler die gesundheitsfördernde Wirkung des Humors klar. "Wer humorlos ist reagiert bei Stress mit körperlichen Beschwerden, wer bewusst humorvoll ist, hat weniger Beschwerden." In anderen Ländern würden Humor und Lachtraining längst ärztlich verordnet, erklärt Rothe, weil diese wichtiger Bestandteil jedes Heilungsprozesses seien. In der Schweiz sei Humor sogar eine eigenes Fach in der Pflegeausbildung. Dort werde auch in der Anamnese nach der Humorfähigkeit des Patienten gefragt: "Wann haben sie das letzte Mal herzhaft gelacht, wie viel lachten sie vor ihrer Erkrankung."

Auch Stimmungen sind ansteckend

Dabei geht Rothe vor allem auch auf die Körpersprache ein. Jeder stehe auf der Bühne des Lebens und es komme darauf an, was er ausstrahlt, betont sie und das dürfen die Schüler dann auch gleich spielerisch ausprobieren. Stimmungen sind ansteckend und die Laune des Pflegers übertrage sich auch auf die des Patienten. Wer die ihm anvertrauten Menschen emotional stabilisieren will, sollte also selbst gut gelaunt sein. Humorvolle Menschen seien auch kreativer, nicht so festgefahren, denn sie sind geübt in Perspektivenwechsel, "schlagfertig und Meister der unerwarteten Zustimmung". Das alles hilft Probleme zu meistern. Und Humor ist die beste Art miteinander zu kommunizieren. Dabei legt Rothe vor allem Wert auf die nonverbale Kommunikation. Immer wieder schlüpfen die Schüler in die unterschiedlichsten Rollen. Sind traurig, wütend, fröhlich, ausgelassen. Sie erleben hautnah wie Stimmung und Ausdruck auf andere wirken. Die eigene Wandlungsfähigkeit wird erprobt, gezeigt, dass man Stimmungen nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern sie durchaus lenken und beeinflussen kann.

Auch mal über sich selbst Lachen

"In der Pflege ist der Druck oft groß", erklärt Rothe, viele Pflegekräfte würden darüber "erstarren". Das aber strahlten sie dann auch aus. Die Schüler müssten sich dessen bewusst werden, wie sehr sie im Rampenlicht stünden und was sie nonverbal auseenden. Dabei ginge es auch um ihr Selbstbewusstsein, betont die Referentin. Wichtig ist ihr dabei noch, dass die jungen Menschen lernen, über sich selbst zu lachen, denn das könnten nur Menschen mit einem stabilen Selbstwertgefühl. Rothe motiviert und ermutigt die Schüler, ihre Humorfähigkeit zu stärken, auf ihre Körpersprache zu achten und auf sich selbst ebenso zu achten wie auf ihre Patienten.  

Das Lachen kam nicht zu kurz als es für die angehenden Altenpflegerinnen um Humor in der Pflege ging.
Foto: Ursula Lux | Das Lachen kam nicht zu kurz als es für die angehenden Altenpflegerinnen um Humor in der Pflege ging.
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