Dittelbrunn

Pilotentochter: Wenn die heile Welt in Trümmer fällt

Die aus Dittelbrunn stammende Autorin Christiane Landgraf hat mit "Pilotentochter – Ehebruch mit Todesfolge" ihren dritten Roman vorgelegt. Lesung unter Coronabedingungen.
Kommt immer wieder gerne nach Dittelbrunn, weil 'hier sind meine Wurzeln sind'. In ihren Büchern allerdings entführt Christiane Landgraf ihre Leser rund um den Globus.
Foto: Helmut Glauch | Kommt immer wieder gerne nach Dittelbrunn, weil "hier sind meine Wurzeln sind". In ihren Büchern allerdings entführt Christiane Landgraf ihre Leser rund um den Globus.

Fernweh stillen ist in Corona-Zeiten eher schwierig. Auch die Romantik dürfte angesichts grauer, regnerischer und nasskalter Witterung derzeit nicht gerade auf ihrem Jahreshoch sein. Vielleicht gerade deshalb empfiehlt sich der Griff zu einem "Romantischen Fernweh-Thriller" wie dem Buch "Pilotentochter", das die in Dittelbrunn aufgewachsene Christiane Landgraf soeben veröffentlicht hat.     

Seit fünf Jahren schreibt die 35-Jährige. Nach ihrem Romandebüt "Social Rating" und dessen Nachfolger "Social Hideaway" nun also die "Pilotentochter, in deren Zusatztitel "Ehebruch mit Todesfolge" schon angedeutet wird, dass darin nicht nur viel gereist und geliebt wird, sondern eben auch gemordet.  Auf Einladung des Dittelbrunner Kulturvereins "KuSiDi" stellte sie nun – natürlich unter Coronabedingungen und Einhaltung der gängigen Hygiene- und Abstandsregeln  – ihren rund 470 Seiten starken, im Wellengeflüster-Verlag erschienenen, munteren Drittling vor. In der Dittelbrunner Schule "Am Sonnenteller" konnte deshalb auch nur ein gutes Dutzend Gäste die Premierenlesung live verfolgen. Wobei das nicht so ganz stimmt, denn zumindest ein Teil der Lesung wurden dank des Einsatzes von André Ottlik von  "Schweinfurt now" live im Internet übertragen – zum Beispiel auf der Facebook-Seite von KuSiDi oder von Christiane Landgraf.   

Was passt besser zu Fernweh nach Sonne, Strand und Palmen als der Klang der Panflöte? Rüdiger Wolf hatte seine Panflöten mitgebrach, um zwischen Landgrafs Lesungsabschnitten Romantik in Melodien zu verwandeln.  

Rüdiger Wolf bereicherte die Lesung mit Melodien auf der Panflöte.
Foto: Helmut Glauch | Rüdiger Wolf bereicherte die Lesung mit Melodien auf der Panflöte.

Die "Pilotentochter", das ist die 14-jährige Jana, der es als Einzelkind (Mutter Leila erfolgreiche Architektin, Vater Sebastian leidenschaftlicher Pilot) eigentlich an nichts fehlt. Die Eltern sind in ihren Augen ein Traumpaar. Doch Janas heile Welt bekommt schnell Risse, als an mehreren Orten auf der Welt, und nur scheinbar unabhängig voneinander, Morde an jungen Frauen geschehen. Morde, für die Janas Vater verantwortlich gemacht wird, denn alle Opfer haben eines gemeinsam – sie hatten ein Verhältnis mit Sebastian.      

Geschickt nutzt Christiane Landgraf in den Kapiteln ihres Buches verschiedene Zeitebenen, um scheibchenweise die Vergangenheit zu lüften und Puzzleteile hinzuzufügen, die die heile Welt in Trümmer legen, an anderer Stelle aber auch wieder versöhnlich zusammenfügen, was so nicht zu erwarten war. Den Leser erwartet clever arrangiertes Kopfkino. Und dass an vielen Sehnsuchtsorten der Welt. Mauritius (wo die Autorin selbst einige Zeit gelebt hat), Thailand, Brasilien, Spanien sind nur einige der Orte, an denen Sebastian seine Geliebten hat. Die spielt er geschickt gegeneinander aus, aber letztlich doch nicht geschickt genug. Pilotentochter Jana ist es schließlich, die die losen Enden zusammenfügt und nach einigen Turbulenzen den Fall mit Hilfe von Freunden aufklären kann.         

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Das Buch liest sich flott, auch weil es Christiane Landgraf gelingt, die vermeintliche Fassade vom schönen Schein und von der heilen Vorzeigefamilie genüsslich in Filetstreifen zu schneiden. Bei der Premierenlesung betonte Landgraf auch, worum es ihr in ihren Büchern außer guter Unterhaltung noch geht. Ein Bild der modernen Frau möchte sie zeichnen, die Karriere und Mutterrolle unter einen Hut bekommen soll, die für ihren Mann am besten gleichzeitig Geliebte und Ehefrau ist und die im Idealfall Frau sein kann und dennoch "ihren Mann steht".     

Mut machen will sie ihren Leserinnen, dass Frau nicht alles (gleichzeitig) sein muss, sich entscheiden kann. Entscheiden zum Beispiel für dieses Buch, das sich leicht liest, ohne seicht zu sein. Dass die Figur der Jana Potenzial hat, davon ist auch die Autorin überzeugt. Von "Janas erstem Fall"  ist schon im Vorwort die Rede und auch das Ende lässt hoffen, dass der selbstbewusste Teenager schon bald wieder nicht nur in eine rasante Achternbahnfahrt der Gefühle, sondern auch in einen neuen Fall verwickelt wird.    

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