Lülsfeld

Probebohrungen für Geothermie

Foto Nr. 1433, Das Bohrgerät und Bauleiter Daniel Hensel, der die erste Bohrung im neuen Lülsfelder Baugebiet abgeschlossen hat.
Foto: Lothar Riedel | Foto Nr. 1433, Das Bohrgerät und Bauleiter Daniel Hensel, der die erste Bohrung im neuen Lülsfelder Baugebiet abgeschlossen hat.

Auch wenn derzeit viele über die Hitze von 34 Grad Celsius klagen – der nächste Winter kommt bestimmt, und dann wird Wärme benötigt. Die Zukunft der Wärmeversorgung der Baugebiete in Lülsfeld und Schallfeld liegt bei der Geothermie, sprich Erdwärme.

„Nachhaltige und regenerative Energie wie Geothermie zu nutzen, ist angesichts steigender Energiepreise sinnvoller als je zuvor“, so Bürgermeister Wolfgang Anger. Derzeit erfolgen zwei Probebohrungen im Lülsfelder Baugebiet im Abstand von etwa acht Metern durch die Spezialfirma Geowell Erdwärme aus Penzberg /Obb. Die Bohrungen mit einem Durchmesser von 152 Millimetern haben eine Tiefe von 85 Metern. In den Bohrlöchern wurden fünf Rohre für Pumpversuche eingebracht.

Um möglichst exakte Kenntnisse über die thermophysikalischen Eigenschaften des Untergrundes zu erlangen, ist ein Geothermal-Response-Test erforderlich. Das ist ein Verfahren zum Nachweis der effektiven Wärmeleitfähigkeit der am Messstandort vorherrschenden geologischen Schichten. Bei den Belastungsproben wird innerhalb von 48 bis 72 Stunden die Wärmeleistung ermittelt, mit der zukünftig Wohnhäuser beheizt werden sollen. Nach dem Versuch ergibt sich dann die Anzahl der Bohrungen für die Sonden.

„Ab 20 Meter Tiefe beträgt die Wassertemperatur je nach Region konstante 7 bis 10 Grad Celsius“ informieren Bauleiter Daniel Hensel und sein Kollege Rene Nawoitnik. Bei den neuen Niedrigenergiehäusern mit einem geringen Wärmebedarf von 10 bis 14 KW werden 75 Prozent der Wärme durch die Geothermie und nur 25 Prozent der Stromenergie für die Pumpe aufgebracht.

Nach erfolgreichen Messungen werden dann die Bohrungen je Bauplatz erstellt. Wenn die Genehmigung vom Wasserwirtschaftsamt vorliegt wird auch im Schallfelder Baugebiet gebohrt. Bei der Geothermie-Nutzung gibt es einfache Entscheidungskriterien: Zukunfts-, Betriebs- und Investitionssicherheit. Darum gibt es nach Ansicht von Fachleuten keine Alternative zur Geothermie.

Das ganze Jahr über ist in den Tiefen des Erdreichs ausreichend Energie vorhanden. Mit einer Wärmepumpe kann diese zum Heizen, zur Warmwasserbereitung und auch zum Kühlen genutzt werden. Auch in den umliegenden Orten wie zum Beispiel in Oberschwarzach, Dingolshausen und Gerolzhofen wird die Firma in den nächsten Wochen ihr Bohrgerät zum Einsatz bringen.

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