Schweinfurt

Ron Spielman und B 3: Volle Power trotz Bagatellschaden

B3 in der Disharmonie: Ron Spielman setzt an der Gitarre Akzente.
Foto: Dominik Großpietsch | B3 in der Disharmonie: Ron Spielman setzt an der Gitarre Akzente.

Es gibt sie, die Unfallschwerpunkte in Unterfranken. Wer nun an enge Baustellen, rappelvolle Autobahnen und kilometerlange Staus denkt, liegt nicht unbedingt falsch. Am Samstag wurde jedoch auch die Disharmonie zu einem Unfallschwerpunkt: Andreas Hommelsheim, Bandleader der Berliner Jazz-Rocker B3, übersah die Stufe zur Bühne und stürzte. Kurzer Schreckmoment, Aufstehen und weiter im Programm – wie es sich für einen Vollblutmusiker nun mal gehört – war dieser Sturz doch nicht mehr als ein klitzekleiner Bagatellschaden.

Und so feuert Hammond-Spezialist Hommelsheim mit Ron Spielman (Gitarre), Christian Krauss am Bass und Schlagzeuger Lutz Halfter in der proppenvollen Kulturwerkstatt ein handverlesenes Musik-Feuerwerk voller Power, Hingabe und Feingefühl ab, dass der stolprige Start schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Leider nur so lange, bis der Herr der Tasten um ein Taschentuch bittet. Nun ist klar: Es ist doch ein bisschen mehr als eine Schramme. Schnell ergreifen Krankenschwester Conny und ihr Begleiter Hubert aus dem Publikum das Kommando und verarzten den musizierenden Label-Chef, sodass es schnell wieder weitergeht. „Wir haben lange an dieser Szene geprobt“, versichert der Tastenmann, dem das Ganze gar nicht viel ausmacht. Schließlich sorgen seine beiden „Heroes“ dafür, dass nun doch nicht die Notrufnummer gewählt werden muss.

Den vieren macht's einfach zu viel Spaß, sich und ihre Klänge im Saal an der Uferpromenade zu entfalten. Und so geht's von A wie atemberaubend über B wie Blues, J wie Jazz bis zu R wie Rock. Dass die Stimme des Schweinfurter Gitarren-Virtuosen Ron Spielman immer wieder das besondere Etwas hinzufügt, macht die zweieinhalbstündige Turbo-Exkursion durch die Soundwelten der Combo zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Sofa? HiFi-Anlage? CD-Hülle? Können getrost zu Hause bleiben. Dieses Live-Abenteuer ist so genial, dass es nicht einmal durch das Wohlfühl-Ambiente im eigenen Wohnzimmer getoppt werden kann. Dort bleibt es eben verborgen, wie mitreißend es sein kann, wenn perfekt aufeinander abgestimmte Musiker um Spielman alles um sich herum vergessen und ihr größter Wunsch nur der ist, das Publikum glücklich zu machen. Und so lohnt sich der Abend auch für diejenigen, die sich irgendwo zwischen Gestühl und Bar noch einen klitzekleinen Rest-Freiraum ergattert hatten.

Wer etwas erleben will, muss eben manchmal etwas wagen. Das gilt für Musiker und Publikum gleichermaßen. Den Zweiflern sei gesagt: Es lohnt sich. Daheim auf der Couch ist es manchmal wirklich ein bisschen langweilig. Und das, obwohl das Unfallrisiko geringer ist . . .

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